Kommentar: Warum der FC Bayern die drei Punkte nach dem Wechsel-Fehler behalten sollte

Der FC Bayern spielt nach einem menschlichen Fehler in einem Bundesliga-Spiel beim Stand von 3:1 17 Sekunden lang mit einem Mann mehr auf dem Platz. Der SC Freiburg legt deswegen Einspruch gegen die Spielwertung ein. Auch wenn sich der SCF dabei unwohl fühlt - vielleicht lässt sich ja aus einer Lappalie doch noch Kapital schlagen. Dabei sollte man die Kirche im Dorf lassen. Ein Kommentar.

Diskussionen um den Wechsel des FC Bayern beim SC Freiburg

Fotocredit: Eurosport

Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten und wird von zwei Mannschaften mit je elf Spielern bestritten. So wollen es die Fußballregeln, so weiß es jeder Interessierte.
Was am Samstag in Freiburg passierte, wich für 17 Sekunden davon ab - ein menschlicher Fehler, der normalerweise nicht mal auf dem Dorfplatz passiert. Da gibt es aber auch keine Vierten Offiziellen, keine Wechseltafel, (meist) keine Teammanager*innen.
Gepennt hatten dabei so viele: Marcel Sabitzer, der einfach auf den Platz lief. Kingsley Coman, der seine Auswechslung nicht mitbekam. Arno Blos, der als Vierter Offizieller über die Wechsel wachen sollte. Kathleen Krüger, die als Bayerns Teammanagerin die Wechsel richtig ansagen (und anzeigen) sollte. Schiedsrichter Christian Dingert, der das Spiel nur bei Elf gegen Elf hätte fortsetzen sollen. Und alle drumherum, denen vor Dingerts Spielfortsetzung nicht auffiel, dass da einer zu viel auf dem Platz steht.
Beim Blick in die Fußballregeln und die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB hatten Verantwortliche, Schiedsrichter und Journalisten hernach feststellen müssen - hoppala, für diesen Fall gibt es gar keine explizite Handhabe.
Freiburg legte nun Einspruch ein. Mit Unbehagen zwar, wie der SCF in einer merkwürdigen Pressemitteilung darlegte; aber in der Konsequenz: dann eben doch. Vielleicht lassen sich ja so noch drei Punkte herausholen, an die sportlich nicht heranzukommen war.
Jetzt muss sich das DFB-Sportgericht mit den 17 Sekunden von Freiburg beschäftigen.
Vielleicht sollte man den Fauxpas aber einfach nur als das sehen, was er war: ein simpler menschlicher Fehler, der keinerlei Einfluss auf den Spielausgang hatte. Auch wenn mehr Spannung - sprich: weniger Bayern-Punkte - der Liga sicher guttäten.
Aber was ist schon passiert in diesen 17 Sekunden, in denen Bayern mit elf Feldspielern spielte? Nahm es Freiburg die Chance auf eine Aufholjagd? Wohl kaum. Hatte es damit Einfluss auf den Spielausgang? Definitiv nein. Bayern entstand kein Vorteil, Freiburg kein Nachteil. So einfach ist das. Also sollte der Blackout von Freiburg auch keine Konsequenzen haben.
So wie es übrigens schon im Jahr 1997 war, als Arminia Bielefeld im Spiel beim VfB Stuttgart (2:4) nach einem Wechselfehler sogar etwa 90 Sekunden lang mit einem Mann mehr auf dem Platz stand. Interessierte nur keinen, weil der VfB eh siegte - und deshalb keiner Einspruch einlegte. Wäre diesmal vielleicht auch der richtige Move gewesen.
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Einspruch? So reagieren Streich und Nagelsmann auf das Wechselchaos

Quelle: Perform

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