Kommentar: Lewandowski halten oder ziehen lassen? FC Bayern München muss sich ein Beispiel am BVB nehmen
VonThomas Gaber
Publiziert 16/05/2022 um 19:47 GMT+2 Uhr
Robert Lewandowski will den FC Bayern München sofort in Richtung FC Barcelona verlassen, der Verein verweigert ihm aber die Freigabe. Vorstandsboss Oliver Kahn stellte klar, dass der polnische Ausnahmestürmer seinen bis 2023 laufenden Vertrag erfüllen wird. Kahns Machtwort muss unumstößlich bleiben. Lewandowskis Verbleib in München ist alternativlos, findet Eurosport-Redakteur Thomas Gaber.
Robert Lewandowski will den FC Bayern im Sommer verlassen
Fotocredit: Getty Images
Am Sonntag präsentierte der FC Bayern seinen Fans auf dem Münchner Marienplatz die Meisterschale. Nach zwei Jahren Pandemie-Pause durfte wieder geschunkelt und gejohlt werden.
Robert Lewandowski war mittendrin und augenscheinlich gut gelaunt. Old-School-Bayern-Trikot, Sonnenbrille, breites Lächeln - am Auftritt des wechselwilligen Topstürmers gab es nichts zu bemängeln.
Aber klar, man will sich ja auch manierlich von den Fans verabschieden; von den vielen Tausend Menschen, die ihm acht Jahre lang zugejubelt haben. Denn bei all dem Hickhack am Wochenende um die nahe Zukunft von Robert Lewandowski gibt es einen Fakt: Der Pole will den FC Bayern verlassen - und zwar sofort.
Darf er aber nicht. Bayerns Vorstandschef Oliver Kahn sprach bei verschiedenen TV-Anstalten das immer gleich Machtwort. "Robert hat einen Vertrag beim FC Bayern bis 2023. Und diesen Vertrag wird er auch erfüllen. Basta!", so Kahn.
Robert Lewandowski erlebt Déjà-vu
Lewandowski muss das wie ein Déjà-vu vorkommen. Vor ziemlich genau neun Jahren schloss Hans-Joachim Watzke einen vorzeitigen Abschied des Polen von Borussia Dortmund aus.
2013 wollte Lewandowski zum FC Bayern wechseln - ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages beim BVB.
Durfte er nicht. Der BVB blieb hart und verzichtete auf eine kolportierte Ablösesumme in Höhe von etwa 35 Millionen Euro. Dortmund wollte auf Geld, nicht aber auf die Tore von Lewandowski verzichten.
Kahns Machtwort muss ein Machtwort bleiben
Der FC Bayern muss neun Jahre später genauso handeln. Kahns Machtwort muss ein Machtwort bleiben. Der Bayern-Boss sagte am Sonntag im Münchner Rathaus, dass der Transfermarkt sehr "dynamisch" sei und sich der Wind alle paar Tage drehen könne.
Damit baute Kahn im Fall Lewandowski vor. Sollte man den 33-Jährigen doch ziehen lassen, könnte man das ja mit sich ständig veränderten Gegebenheiten erklären.
Die Bayern haben zwar nicht das Problem, Lewandowski an einen Ligakonkurrenten zu verlieren, so wie der BVB 2013. Aber auch der FC Bayern kann nicht auf 40 Tore pro Saison seines Ausnahmestürmers verzichten.
Wer tritt die schwierige Lewy-Nachfolge an?
Und was wären schon 30 Millionen Euro, die die Münchner vom FC Barcelona (Lewandowskis erklärtes Ziel) bekämen, wenn nicht annähernd ein adäquater Nachfolger in Sicht wäre?
Trainer Julian Nagelsmann hat "zwei, drei Namen im Kopf", Kahn sprach davon, dass man nicht nur einen Plan B, sonder auch C und D in der Schublade hätte. Aber Lewandowski ist nicht gleichwertig zu ersetzen und erst recht nicht mit Hinblick auf die nächste Saison. Basta!
Die Bayern müssten sich auch keine Sorge machen, dass sich Lewandowski in seinem letzten Jahr nicht reinhängt. In seiner finalen Saison beim BVB wurde er mit 20 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig.
Der FC Bayern München gibt gerne die Richtung vor und kopiert vor allem nationale Konkurrenz ungern. Aber im Fall Lewandowski gibt es ein Vorbild - Borussia Dortmund.
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Quelle: Perform
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