Der Anruf bei Roman Bürki war Marco Rose ein Bedürfnis. Der Trainer von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund gratulierte dem aussortierten Torwart in der vergangenen Woche persönlich zum 31. Geburtstag. Zwangsläufig wurde auch noch einmal über Bürkis unbefriedigende Situation beim BVB gesprochen - und Rose machte dem Schweizer ein dickes Kompliment.
"Wie er sich in seiner Situation verhält", betonte Rose, "ist außergewöhnlich stark." Für die warmen Worte kann sich Bürki allerdings nichts kaufen. Die langjährige Nummer eins spielt in den Planungen der Dortmunder keine Rolle mehr. Ob Bundesliga, DFB-Pokal oder Champions League - Bürki schaffte es in dieser Saison noch kein einziges Mal in den Kader.
Im Training hängt er sich dennoch voll rein. "Er ist bereit für das Team, er trainiert gut", bestätigte Rose. Doch an seinem intern aufgestellten Torwart-Ranking ändert das nichts. Neuzugang Gregor Kobel (23) ist unumstritten, dahinter genießt Marwin Hitz (34) Roses Vertrauen als Nummer zwei.
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Ein Vereinswechsel ist für Bürki somit unausweichlich. "Ich hoffe, dass er sportlich den Weg findet, dass er wieder im Tor stehen kann. Das hat er sich verdient", sagte Rose. Bürkis Vertrag beim BVB läuft allerdings noch bis Juni 2023.

Basel zeigte Interesse

Der FC Basel zeigte schon im Sommer Interesse, für Bürki war ein Wechsel in seine Heimat aber keine ernsthafte Option. Der BVB hofft nun auf den Winter, um den Schlussmann mit einem geschätzten Jahresgehalt von fünf Millionen Euro von der Ausgabenliste zu streichen.
Der Absturz des 2015 vom Liga-Konkurrenten SC Freiburg verpflichteten Torhüters begann nämlich nicht erst unter Rose. Nach einigen Patzern und einer Schulterverletzung zu Beginn des Jahres wurde Bürki schon unter Rose-Vorgänger Edin Terzic degradiert.
Intern war er schon länger nicht unumstritten. Die Einschätzung der Bosse: Mit Bürki stoßen wir Serienmeister Bayern München nicht vom Bundesliga-Thron.

Kobel überzeugt

Im Sommer wurde daher Kobel für einen Sockelbetrag von rund 15 Millionen Euro vom VfB Stuttgart verpflichtet. Der Schweizer erfüllt seine Aufgabe bisher zur allgemeinen Zufriedenheit.
Eine Rückkehr von Bürki zwischen die Pfosten ist daher kein Thema bei den Schwarz-Gelben, die am Mittwochabend beim portugiesischen Meister Sporting Lissabon um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League kämpften. Bürki meldete sich vor der Reise mit Magen-Darm-Problemen ab.
Trotz der Situation bekomme Bürki, so Rose, "von uns die Unterstützung". Bei seinem Anruf zum Geburtstag habe er ihm "einige Dinge mit auf den Weg geben" wollen. Wohin Bürkis Weg führen wird, konnte aber auch Rose nicht beantworten.
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(SID)

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