Alphonso Davies muss nach Bellingham-Tritt ins Krankenhaus: Julian Nagelsmann fordert Platzverweis

Hiobsbotschaft für den FC Bayern München kurz vor der Pause im Top-Spiel der Bundesliga bei Borussia Dortmund (2:2): Alphonso Davies wurde von BVB-Spieler Jude Bellingham mit der Fußspitze im Gesicht getroffen und musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bellingham kam ohne Verwarnung davon - für Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ein Unding.

Alphonso Davies (l.) wird nach einem Tritt von Jude Bellingham ins Gesicht ausgewechselt - Borussia Dortmund vs. FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Im Kampf um einen hohen Ball traf Bellingham den Linksverteidiger des FC Bayern mit der Fußspitze voll im Gesicht. Eine fiese, aber unglückliche Szene, da Davies von hinten kam und Bellingham den Kanadier offensichtlich nicht sah.
Für "Sky"-Experte Lothar Matthäus war es dennoch ein verwarnungswürdiges Einsteigen. Da Bellingham bereits früh in der Partie die Gelbe Karte sah, hätte dies Gelb-Rot und damit Platzverweis bedeutet.
"Auch wenn er Davies nicht sieht, ist das Bein viel zu hoch und hat dort nichts verloren. Das ist eine Gelbe Karte und infolge dessen Gelb-Rot für Bellingham", sagte Matthäus. Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) interpretierte die Szene anders und ließ weiterspielen. Für Davies kam zu Beginn der zweiten Halbzeit Josip Stanisic.
Nach dem 2:2 äußerte sich auch Bayern-Trainer Julian Nagelsmann über Davies. Bei einer Schiedsrichter-Schulung vor vier Monaten sei ihm gesagt worden, dass ein solches Foul nach neuer Regelauslegung eine Rote Karte nach sich ziehe.

Nagelsmann fordert Rot - Aytekin kann's verstehen

"Wenn du einen Spieler mit hohem Fuß im Gesicht triffst, ist es glatt Rot. Er trifft ihm voll im Gesicht - das ist Rot! Und wenn's das nicht ist, Gelb ist es auf jeden Fall. Er tritt ihm einfach volle Kanne ins Gesicht", sagte Nagelsmann und meinte zu seinem verletzten Kanadier: "Es besteht Verdacht auf Gehirnerschütterung - aber das ist bei einem Tritt ins Gesicht aber auch nicht verwunderlich."
Aytekin äußerte sich bei "Sky" überraschend ehrlich und gab Einblicke in seine Gedanken. "Man kann das durchaus so sehen", sagte der Schiedsrichter: "Ich kann jeden verstehen, der das anders sieht. Das ist eben der Fußball."
Er begründete seine Nachsicht allerdings damit, dass er Bellingham zuvor (11.) eher streng mit Gelb bedacht habe.

Aytekin erklärt sich

"Die erste Gelbe Karte war in einer hektischen Phase, er hat eine 'Kann-Gelbe' bekommen, keine zwingende", führte der Franke aus: "Und dadurch, dass der Spieler (Davies, Anm. d. Red.) von hinten rein kam und den Kopf nach unten nahm, hat mir die letzte Überzeugung gefehlt, hier Gelb-Rot zu geben und so ein Spiel letztlich zu entscheiden."
Ein Statement, dass Matthäus wiederum nicht nachvollziehen konnte. "Die Aussage verstehe ich nicht. Eine Gelbe Karte ist eine Gelbe Karte", sagte der "Sky"-Experte.
Bellingham, der sich direkt nach dem Tritt bei Davies entschuldigt hatte, erklärte nach dem Spiel, dass er sich die Telefonnummer des Getroffenen besorgen und ihm eine Nachricht zukommen lassen wolle. "Natürlich will ich niemals jemanden verletzen", sagte der englische Nationalspieler.
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Quelle: Perform

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