BVB - Schalke 04: Drei Dinge, die im Revierderby auffielen - Moukoko stellt Modeste in den Schatten

Youssoufa Moukoko schießt den BVB zum 1:0 (0:0)-Derbysieg gegen Schalke 04 und setzt dadurch eine echte Duftmarke im Konkurrenzkampf mit Anthony Modeste. Königsblau hält im ersten Derby vor Zuschauern seit 2019 lange gut mit, kopiert zuweilen den BVB, geht am Ende aber leer aus. Dortmund geht trotz der drei Punkte dennoch mit gemischten Gefühlen in den Feierabend. Was uns im Revierderby auffiel.

Terzic erklärt Verhältnis zu Moukoko: "Es gibt keinen Spieler, ..."

Quelle: Perform

Borussia Dortmund hat das vierte Revierderby in Folge gegen den FC Schalke 04 gewonnen. Eine solche Serie für einen der beiden Großklubs aus dem einstigen Kohlerevier hatte es zuletzt 1967 gegeben.
Der eingewechselte Youssoufa Moukoko avancierte bei feinstem Aprilwetter vor 81.000 Zuschauern im Signal Iduna Park zum Derbyhelden und erzielte beim 1:0 (0:0) den einzigen Treffer des Nachmittags (79.) und sammelte damit im Zweikampf mit Sturmkollege Anthony Modeste schlagkräftige Argumente.
Schalke machte dem BVB lange Zeit das Leben schwer, verteidigte leidenschaftlich und erinnerte damit an das Spiel des Erzrivalen unter der Woche bei Manchester City - nicht nur wegen des ähnlichen Endergebnisses. Dem BVB bereitet die womöglich schwere Verletzung von Marco Reus trotz der drei Punkte Bauchschmerzen.
Drei Dinge, die im Revierderby zwischen Dortmund und Schalke auffielen.

1.) Moukoko stellt Modeste in den Schatten

Mit Spannung war erwartet worden, wen BVB-Coach Edin Terzic als Sturmspitze von Beginn an ins erste Revierderby vor Zuschauern seit 2019 schicken würde. Die Chancen auf den zweiten Startelfeinsatz der Saison für Youssoufa Moukoko standen nicht schlecht, überzeugte Anthony Modeste doch als Startspieler bisher nur selten und spielte zudem unter der Woche bei Manchester City (1:2) 78 intensive Minuten.
Der Franzose bekam dennoch den Vorzug und damit die Chance auf seinen ersten Heimtreffer für den BVB - nutzen konnte er sie aber erneut nicht. Einen einzigen guten Abschluss hatte der 34-Jährige, als ihn ein Eckball von Donyell Malen in der ersten Minute der Nachspielzeit am Fünfer fand. Knapp rechts am Tor vorbei. Weil Modeste (13 Ballaktionen) auch in der zweiten Hälfte in der Luft hing, ersetzte ihn Terzic in der 64. Minute durch Moukoko - und der verlieh dem Dortmunder Spiel sofort die zuvor fehlende Tiefe.
Thomas Meunier schickte den U21-Nationalstürmer in der 66. Minute mit einem herrlichen Außenristpass steil in den Sechzehner, wo der 17-Jährige stark den Körper zwischen Ball und Gegner stellte und dann mit seinem Abschluss knapp an Alexander Schwolow scheiterte.
13 Minuten später war auch Schalkes starker Schlussmann geschlagen. Ausgerechnet per Kopf, eigentlich die Spezialität von Modeste, bugsierte Moukoko eine Flanke von Marius Wolf vor der Südtribüne ins gegnerische Tor und verwandelte das Stadion dadurch in ein Tollhaus.
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Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund) bejubelt seinen Siegtreffer gegen den FC Schalke 04

Fotocredit: Getty Images

"Ich hatte eine Wut im Bauch, weil ich von Anfang an spielen wollte", gab der Mann des Spiels nach Abpfiff bei "Sky" zu und dankte anschließend seinem Vorbereiter. "Ich habe gesehen, dass der Innenverteidiger etwas nach vorne geht. Da habe ich mir den Raum dahinter geschnappt. Dass der Ball dann so perfekt kommt ... ich danke Marius (Wolf, Anm. d. Red.)."
Für Terzic dürfte es in den kommenden Wochen immer schwer werden, den weitestgehend wirkungslosen Modeste dem gefeierten Derbyheld Moukoko vorzuziehen. Dieser ist im Vergleich zum erfahrenen Ex-Kölner zwar nur halb so alt, aber eben auch doppelt so effektiv.

2.) Reus-Verletzung wirft dunklen Schatten

In 100 der vergangenen 107 Pflichtspiele stand BVB-Kapitän Marco Reus auf dem Feld. Die große Verletzungsanfälligkeit, die den BVB-Kapitän Zeiten seiner Karriere begleitete und ihn schon mehrfach große Turniere mit der Nationalmannschaft kostete, sie schien abgelegt. Doch ausgerechnet zwei Monate vor der WM in Katar, auf die der 33-Jährige nach starkem Saisonstart schielte, wird Reus von alten Dämonen heimgesucht.
Nur eine halbe Stunde dauerte das Derby für den gebürtigen Dortmunder, dann knickte er im Zweikampf mit Florian Flick um und blieb schlug sofort mit den Händen auf den Boden. Der rechte Knöchel wurde in Mitleidenschaft gezogen und musste sofort stabilisiert werden. Unter den Sprechchören der Südtribüne wurde Reus mit den Händen vor dem Gesicht vom Rasen getragen.
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Marco Reus (Borussia Dortmund) muss gegen Schalke 04 verletzt abtransportiert werden

Fotocredit: Getty Images

"Wir hoffen alle, dass es vielleicht doch nicht so schlimm ist", sagte Vize-Kapitän Mats Hummels nach dem Spiel bei "Sky", räumte aber auch ein, dass der Knöchel beim ersten Hinsehen "nicht so gut" aussah. Edin Terzic sprach von "großer Enttäuschung", hoffte aber, dass die von "Sky"-Reporter Patrick Wasserziehr in den Raum geworfenen 6-8 Wochen Ausfallzeit, mit denen man bei Sprunggelenksverletzungen rechnen könne, nicht zur Realität werden. "Wir glauben, dass es schneller geht", so der Trainer.
Während für Reus nun erneut die Weltmeisterschaft auf dem Spiel steht, muss der BVB seinen offensiven Fixpunkt in den kommenden intensiven Wochen ersetzen - vor allem Julian Brandt und Giovanni Reyna dürften nun weiter in den Fokus rücken. Letzterer ersetzte Reus auch im Derby, ist aber selbst noch nicht bei 100 Prozent, was seine Auswechslung in der 84. Minute beweist. Brandts Saisonstart war zwar vielversprechend, in seinen bisherigen drei Spielzeiten hatte der gebürtige Bremer aber immer wieder Probleme, Konstanz in seine Leistungen zu bekommen.
Und so werden es die, die es mit dem BVB halten, mit den Worten Moukokos halten: "Ich hoffe und bete, dass es nicht so schlimm ist."

3.) Schalke kopiert den BVB

Am Mittwoch machte der BVB in der Champions League bei Manchester City über 80 Minuten ein herausragendes Spiel, hatte die favorisierten Skyblues am Rande der Niederlage und erntete trotz der späten 1:2-Niederlage viel Applaus für den Auftritt. Ein großes Lob muss man nach der knappen Derbyniederlage auch dem FC Schalke machen. Die Gelsenkirchener hielten trotz mangelnder Derbyerfahrung im Kader knapp 80 Minuten mit und durften so ebenfalls auf Zählbares hoffen.
Dabei erinnerte die Herangehensweise von S04 lange Zeit dem Dortmunder Auftritt im Etihad unter der Woche. Schalke verdichtete die Mitte, drängte den BVB so auf die Flügel, wohlwissend, dass Flanken nicht zu den großen Stärken von Schwarz-Gelb zählt. Schalke zog dem BVB durch Zweikampfhärte und Kompaktheit lange den Zahn, zeigte läuferisch eine tadellose Leistung. Dass nach vorne nicht all zuviel ging (kein Schuss aufs Tor): Geschenkt!
Erst in der 79. Minute, als Kopfballungeheuer Modeste schon längst auf der Bank saß, sorgte ausgerechnet eine Flanke (die 32.) für den K.o. Es war ein Moment der Unachtsamkeit in der Innenverteidigung, der den starken Auftritt des Aufsteigers aber nicht nachhaltig schmälern konnte.
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Schalke 04 bedankt sich nach dem Revierderby bei seinen Fans

Fotocredit: Getty Images

So sahen es auch die Schalke-Fans im Gästeblock, die ihre Mannschaft nach dem Spiel lautstark feierten und sich dafür ein Sonderlob von Keeper Schwolow verdienten. Ja, die Wucht der Südtribüne sei "schon gewaltig, keine Frage", die eigenen Anhänger fand der Schlussmann aber "viel geiler". "Wenn man sieht, wie die uns nach einer Derbyniederlage feiern - das ist einfach der Wahnsinn."
Schalke und seine Fans - eine Symbiose, die im Kampf um den Klassenerhalt noch entscheidend werden könnte.
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Terzic mit "extrem bitterem" Reus-Update

Quelle: Perform

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