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Der LIGAstheniker: FC Bayern versündigt sich am Fußball - Rekordmeister ist ein großer Fake
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Publiziert 28/05/2023 um 20:10 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München sichert sich am 34. Spieltag auf höchst dramatische Art und Weise seine 33. Meisterschaft. Der Rauswurf von Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic überschattet jedoch das epische Meisterschaftsfinale und lässt die Münchner in einem schlechten Licht dastehen. Der LIGAstheniker findet: diese Bayern sind großer Fake! Ein Kommentar von Thilo Komma-Pöllath.
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Quelle: Perform
Liebe FußballfreundInnen,
Seit August haben wir auf diese Entscheidung hingefiebert. Und man konnte fiebern, weil es so spannend war wie seit zehn Jahren nicht mehr. Und heute, am Tag nach der Entscheidung um die Meisterschaft? Totale Euphorie? Freudentränen? Ausnahmezustand? Glückszustände? Eine Meisterfeier, die den Namen verdient, also mit Betonung auf Feier?
"fcbkimmich" twittert: "You couldn’t even let us celebrate the title for one day pathetic." Zu Deutsch: "Ihr konntet uns den Titel nicht wenigstens einen Tag lang feiern lassen, wie erbärmlich."
Der Tweet stand stellvertretend für die Stimmung der allermeisten Bayern-Fans im Netz. "Patrick Straschek" schrieb: "Respektlos! <…> Ich will den alten FC Bayern zurück."
"Quark Satire" zitierte Bayern-Präsident Herbert Hainer mit seinen Worten: "Wir gehen menschlich miteinander um" und fügte an: "Nur - was für Menschen sind das?" Sehr gute Frage. Dieser FC Bayern hat die Bundesliga-Meisterschaft entehrt wie es so in der Geschichte noch nicht vorgekommen ist. Und ganz ehrlich: Einen solchen Meister will ich nicht!
Herbert Hainer - Präsident von Hoeneß' Gnaden
Die kritischen Bayern-Fans im Netz brauchen nicht länger zu hoffen: Den alten FC Bayern gibt es nicht mehr. Und mit den Menschen, die diesen Klub führen, will man freiwillig kein Bier trinken gehen.
Herbert Hainer zum Beispiel, der langjährige Adidas-CEO und seit seiner Wahl zum Bayern-Präsidenten so etwas wie das Sprachrohr von Uli Hoeneß, moderiert das Erdbeben im Bayern-Vorstand an wie einer, der beim Frühstücksbuffet mal eben von der Mohn- auf die Kürbissemmel gewechselt hat. Als wäre das alles nichts.
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Herbert Hainer, Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic (v.l.n.r.)
Fotocredit: Getty Images
Hainer, so hat es sich seit seiner ersten Wahl zum Bayern-Präsidenten 2019 gezeigt, ist ein Ja-Sager von Hoeneß‘ Gnaden. Übrigens wie der gesamte Aufsichtsrat ein Abnickverein für König Uli ist, der die Konzernleiter von "Audi" bis "Telekom" persönlich platziert hat.
Hainers Erläuterungen zur Abberufung von Oliver Kahn als CEO wurden parallel zur Pressekonferenz von Kahn via Twitter dementiert. Sie erinnern sich: Bei der Entlassung von Julian Nagelsmann lief es ähnlich.
Dieser FC Bayern schummelt und trickst und sagt wissentlich die Unwahrheit, dass die Schwarte kracht. An der Säbener Straße hält man sich mit derlei Kleinigkeiten von Anstand und Erziehung schon lange nicht mehr auf.
Die Bayern haben sich am Fußball versündigt
Minuten vor dem alles entscheidenden Ende der Saison meldete die "Bild" das Ende von Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic, wieder einmal vom Klub selbst durchgestochen - mutmaßlich. Von diesem Zeitpunkt an trat alles Weitere in den Hintergrund.
Obwohl die Meisterschaft erst in der vorletzten Minute der gesamten Spielzeit entschieden wurde.
Jeder halbwegs vernünftige Bayern-Fan sollte sich genau überlegen, ob er sich weiterhin als bezahlender Claqueur vor diesen Klub spannen lassen will. Ein Klub, der jeglichen Respekt vor der Liga, der Meisterschaft, den Menschen, die für ihn fiebern, verloren hat. Die Bayern haben sich an ihrer eigenen Disziplin versündigt.
Diese Bayern sind großer Fake
Die Art und Weise wie Gaudibursch Thomas Müller nach Abpfiff so tat, als spielten die Umstände der Kahn-Entlassung für ihn keine Rolle, als hätte er es gar nicht gewusst und als müsste ihm diese zwölfte Meisterschaft seiner Karriere noch genauso viel bedeuten wie die erste- das alles ist doch ganz großer Quatsch.
Das wird vor allem im Gegenschnitt deutlich, wenn man den weinenden Edin Terzic vor der "Gelben Wand" der Südtribüne in Dortmund sieht. Hier weinte einer um etwas, das ihm tatsächlich etwas bedeutete. Da war nichts vorgetäuscht.
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Thomas Müller
Fotocredit: Getty Images
Terzic rührte auch mich, der ihn eigentlich dafür beschimpfen wollte, dass es der BVB wieder vermasselt hatte. Doch wie konnte ich, da war einer im besten Sinne ehrlich, jeder konnte sehen - da war ein Traum zerplatzt.
Auch deshalb war dieser Bayern-Fake nicht mehr mitanzusehen. Diese Bayern haben keine Träume mehr, die haben nur eine kalte Agenda, und dafür ist jedes Mittel recht: Unverschämtheiten, Lügen, Entlassungen. Sollen sie doch ihre Super-League gründen, solche Bayern braucht kein Mensch.
Zur Person: Thilo Komma-Pöllath
Der Sportjournalist und Buchautor ("Die Akte Hoeneß") beleuchtet in seinem wöchentlichen Blog als LIGAstheniker das Geschehen in der Fußball-Bundesliga für Eurosport.de. Oft skeptisch, ironisch, kritisch - aber einer muss schließlich den Ball flach halten.
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