Drei Dinge, die auffielen: Jungstar Jamal Musiala zaubert den FC Bayern München aus der Krise

Der FC Bayern München hat nach vier sieglosen Spielen in der Fußball-Bundesliga in die Erfolgsspur zurückgefunden. Beim Sieg gegen ein schwaches Bayer Leverkusen unterstrich Jungstar Jamal Musiala seine herausragende Form. Dazu kam die in den vergangenen Spielen vermisste Konsequenz vor dem Tor. Bayer enttäuschte dagegen auf ganzer Linie und hat auch ein Problem mit seinem Kapitän.

Jamal Musiala

Fotocredit: Imago

Der FC Bayern München hat den Krisenmodus mit einem 4:0 (3:0) gegen Bayer Leverkusen verlassen.
Die Bayern machten durch Tore von Leroy Sané (3.), Jamal Musiala (17.) und Sadio Mané (39.) schon in der ersten Halbzeit alles klar.
In einer ereignisärmeren zweiten Halbzeit sorgte Thomas Müller für den Schlusspunkt (84.).
Drei Dinge, die beim Spiel des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen auffielen.

1. Ein Schuss, ein Tor, die Bayern

Zwei Wochen mussten die Bayern warten, um nach der Niederlage in Augsburg und den drei Remis zuvor endlich Wiedergutmachung zu betreiben. Trainer Julian Nagelsmann sah sich in der Länderspielpause die erfolglosen Partien nochmal an und kam zu dem Schluss, dass seine Mannschaft nicht so viel falsch gemacht habe – außer natürlich der Chancenverwertung. Die sei von 76 Prozent in den ersten Spielen auf 20 Prozent gefallen.
Nagelsmann forderte von seiner Mannschaft also wieder etwas mehr Klarheit im Abschluss. Und auch der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn betonte dies vor Spielbeginn am "DAZN"-Mikrofon. Der ehemalige Torhüter forderte Entschlossenheit, Konsequenz und Konzentration im Abschluss. Und die Spieler folgten.
Mit dem ersten Torschuss der Partie brachte Leroy Sané die Bayern in Führung, der dritte brachte das 2:0 durch Musiala. Und kurz vor der Pause erhöhte der schon zum Sorgenkind erklärte Sadio Mané auf 3:0. Alle drei Treffer waren konsequent zu Ende geführte Abschlussaktionen im Strafraum. Also genau das, was die Verantwortlichen sehen wollten.
Vor allem zwischen dem zweiten und dritten Treffer war aber auch wieder das zaudernde, zu verschnörkelte Offensivspiel der Bayern zu sehen, mit dem sie weitere gute Chancen liegen ließen, weil die Offensivspieler die Verantwortung des Abschlusses immer eine Position weiterschoben, bis der Ball am Ende weg war.
Die Angreifer der Bayern befinden sich also weiterhin in dem Prozess, dass sie nach Jahren des Lieferdienstes für Robert Lewandowski jetzt auch dauerhaft als Abschlussspieler gefragt sind. Dass sie dazu in der Lage sind haben die vier Startelfspieler (Müller, Mané, Sané, Musiala) gegen Bayer gezeigt. Getreu dem alten Südkurven-Gassenhauer: "Ein Schuss, ein Tor, die Bayern!"
picture

Leroy Sané (l.) und Jamal Musiala vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

2. Magic Musiala krönt fantastische Woche

Nach der lausigen Partie der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn stellte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in Anlehnung an Louis van Gaal mit Blick auf den einzigen Hoffnungsträger fest: "Jamals Musiala muss immer spielen." Das tat er in der DFB-Elf dann auch in England. Und zwar so gut, dass sich Englands Nationaltrainer Gareth Southgate nochmal öffentlich darüber echauffierte, dass dieser Musiala jetzt mit dem Adler und nicht mit den drei Löwen auf der Brust aufläuft.
Immerhin spielte der in Stuttgart geborene Musiala in den englischen U-Mannschaften, ehe er sich nach seinem Wechsel nach München 2019 für Deutschland entschied. Und dieser Transfer könnte sich auf Jahre hinweg als Königstransfer des FC Bayern unter vielen guten herausstellen.
Von Beginn an war Musiala der Unterschiedsspieler in der Münchner Offensive. Er dirigierte das Angriffsspiel und setzte die großen Namen Müller, Sané und Mané um sich herum ein. Musiala zeigte alles, was ein Spitzenspieler auf dieser Position braucht und ließ Erinnerungen an Legenden der jüngeren Bayern-Vergangenheit wach werden. Er bewegte sich in den Räumen wie der Raumdeuter Müller, er zeigte Dribblings wie der quirlige Mehmet Scholl, er bereitete Chancen und Tore vor wie der Draufgänger Franck Ribéry.
picture

Jamal Musiala

Fotocredit: Imago

Immer wieder ging bei seinen Aktionen ein Raunen durch die Arena. Seine Drehung und seine präzise Hereingabe vor dem 1:0 waren schon allein das Eintrittsgeld wert. Ebenso seine Cleverness und seine Abschlussstärke bei seinem Treffer zum 2:0. Auch den Assist zum 3:0 verbuchte Musiala. Dass ein weiterer Treffer durch Mané aufgrund eines vermeintlichen Fouls von de Ligt zurückgepfiffen wurde, war vor allem deshalb schade, weil das vorhergehende, sensationelle Dribbling Musialas damit aus der Wertung fiel.
Zehn Minuten vor Schluss holte Nagelsmann Musiala vom Platz und gewährte ihm damit den verdienten Sonderapplaus.

3. Hradecky wird zum Problem für Bayer

Lukas Hradecky ist ein Mann der klaren Worte. Ein Spieler, der auch mit Kritik an seinen Kollegen nicht hinterm Berg hält. Diese Eigenschaft hat ihn in Leverkusen auch zum Kapitän aufsteigen lassen. Aber in den letzten Monaten ist beim finnischen Nationaltorhüter vor allem Selbstkritik gefragt. Denn Hradecky wird mit seinen regelmäßigen Patzern zum Problem für Bayer.
Um gegen den FC Bayern etwas zu holen, braucht es herausragende Torhüterleistungen. Das haben Yann Sommer (Gladbach), Florian Müller (Stuttgart) und Rafael Gikiewicz (Augsburg) in den vergangenen Spielen gezeigt. Und um eine schwächelnde Mannschaft wieder in die Spur zu bringen, braucht es ebenfalls einen stabilen Rückhalt. Und der ist Hradecky aktuell nicht.
Schon seine erste Aktion in der Arena strahlte Unsicherheit aus, als er über einen Rückpass senste und es Eckball für die Bayern gab. Der Schuss vor Musialas 2:0 war zwar leicht abgefälscht, aber absolut haltbar. Und das 4:0 legte Hradecky Müller mit seinem Ausrutscher dann auf dem Silbertablett vor die Füße.
Mit 16 Gegentreffern nach acht Spielen liegt Bayer nun auf dem vorletzten Platz in dieser Statistik, nur der VfL Bochum hat mehr Tore kassiert. Hradecky hat seinen Anteil daran. Bayer wird mit seinem Kapitän eine schnelle Lösung finden müssen.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Fehlt Bayern ein Neuner? Kahn wird deutlich
picture

Nagelsmann verteidigt Müller: "Wurde ihm in den Mund gelegt"

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung