Drei Dinge, die bei Bayern München gegen Mainz 05 auffielen: Der Konkurrenz wird angst und bange
VonThomas Gaber
Publiziert 29/10/2022 um 20:08 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München ist mit einem 6:2-Sieg gegen Mainz 05 zumindest bis Sonntag wieder an der Tabellenspitze der Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann krönt damit eine beeindruckende Siegesserie - und das ohne die Anführer Manuel Neuer und Thomas Müller. Ein Neuzugang trumpft (endlich) groß auf und der VAR sorgt mal wieder für Diskussionen. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Perform
Sechs Tore, sechs unterschiedliche Torschützen und die (vorübergehende) Rückkehr an die Spitze - ein weiterer goldener Herbsttag für den FC Bayern München.
"Wir sind endlich wieder da, wo wir hin wollen und wo wir auch hingehören. Mal sehen, was am Sonntag noch passiert", sagte Leon Goretzka, Torschütze zum zwischenzeitlichen 4:1, bei "Sky".
Am Sonntag könnten die Münchner zwar wieder von Union Berlin verdrängt werden, aber die Botschaft des Mainz-Spiels ist eindeutig: Der FC Bayern München ist in dieser Verfassung auf lange Sicht von keiner Mannschaft in der Bundesliga aufzuhalten.
Drei Dinge, die uns bei Bayerns Kantersieg auffielen.
1.) Brutale Bayern-Dominanz auch ohne Anführer
Sieben Siege und ein Unentschieden in acht Spielen mit 32 geschossenen Toren (Bestwert in Europa) - der FC Bayern war im Oktober on fire. In der Länderspielpause Ende September hat Julian Nagelsmann offenbar die richtigen Knöpfe gedrückt.
Das 6:2 gegen Mainz ist ein Paradebeispiel für die erdrückende Dominanz der Münchner, die in allen Wettbewerben einen Kantersieg nach dem anderen feiern. Vier Tage nach dem rauschenden 3:0 in Barcelona war die Mannschaft vom Anpfiff weg auf Betriebstemperatur und erzielte jede Menge überragend herausgespielte Tore.
"Es ist nie leicht, ein paar Tage nach einem Sieg in der Champions-League-Spiel beim FC Barcelona in ein Bundesligaspiel reinzukommen. Aber die Mannschaft hat das überragend gemacht. Wir haben Mainz von der ersten Minute an eingeschnürt", sagte Nagelsmann bei "Sky". "Wir spielen sehr konzentriert und war die Jungs seit ein paar Wochen auch fußballerisch abreißen, ist mehr als sehr gut", so der Coach.
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Dabei fehlen den Münchnern seit Wochen mit Manuel Neuer und Thomas Müller die beiden wichtigsten Führungsspieler. Gegen Mainz musste zudem der zuletzt so starke Matthijs de Ligt mit einer Muskelverhärtung in der Pause raus. Doch auch ohne die Achse Neuer-de Ligt-Müller funktioniert der FC Bayern in diesen Tagen blendend.
"Wir haben eine gute Energie auf dem Platz. Jeder weiß, wo der andere steht, und jeder setzt sich für den anderen ein. Das fühlt sich gerade sehr sicher an. Und wir kommen relativ einfach zu Toren. Momentan macht es riesen Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen", sagte Serge Gnabry, der nach einem sehr holprigen Saisonstart in überragender Form ist.
Ein wesentlicher Baustein des Erfolgs ist Eric Maxime Choupo-Moting. Seit sechs Spielen steht der Deutsch-Kameruner ist der Startelf und traf jedes Mal (insgesamt sieben Treffer). Der 33-Jährige ist der perfekte Wandspieler im Sturmzentrum, schafft Räume für aufgerückte Mittelfeldspieler (wie bei Goretzkas 4:1) und ist selbst regelmäßiger Vollstrecker.
Bis zur WM-Pause haben die Bayern noch vier Spiele vor der Brust. Inter Mailand, Hertha BSC, Werder Bremen und Schalke 04 sind nicht zu beneiden.
2.) Sadio Mané kommt (endlich) in Fahrt
Bayerns 32-Millionen-Euro-Neuzugang kam nach einen guten Start in München aus dem Tritt. Man wurde das Gefühl nicht los, dass der Import vom FC Liverpool ein bisschen fremdelt in der neuen Wahlheimat.
Zugegebenermaßen versprüht Mané noch immer keinen Glanz und leistet sich, wie auch gegen Mainz, bisweilen einfache Fehler bei der Ballannahme. Doch Manés Wert für den FC Bayern steigt von Woche zu Woche.
In Barcelona erzielte er das wichtige 1:0, gegen Mainz legte er Gnabrys frühes Führungstor (5.) auf. Seinen verschossenen Elfmeter holte er selbst heraus und war im Nachschuss erfolgreich. Goretzkas 4:1 bereite er mit einer butterweichen Flanke vor.
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Sadio Mané (r.) hat mittlerweile Spaß beim FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
In 20 Pflichtspielen für den FC Bayern hat Mané elf Tore erzielt - in seinem letzten Jahr bei den Reds waren es im gleichen Zeitraum nur acht.
Was bei der Bewertung von Manés Leistungen mitunter zu kurz kommt, ist seine Leidensfähigkeit. Der 30-Jährige macht enorm viele Meter, auch defensiv. Gegen Mainz gelang ihm eine Balleroberung am eigenen Fünfmeterraum.
Mané selbst ist mit seinen Darbietungen in München dennoch nicht voll zufrieden. "Ich bin noch immer nicht bei 100 Prozent, ich kann definitiv mehr", sagte er nach dem Mainz-Spiel.
3.) Der VAR nervt - mal wieder
Die 45. Minute. Bayern-Torhüter Sven Ulreich geht nach einer Flanke der Mainzer mit der linken Faust Richtung Ball und trifft dabei Jonathan Burkhardt im Gesicht. Schiedsrichter Benjamin Cortus lässt zunächst weiterspielen, bekommt dann aber einen Hinweis aus dem Kölner Keller.
Nach längerer Videostudie entscheidet Cortus auf Strafstoß für Mainz - eine klare Fehlentscheidung. Zwar ist auch bei der 30. Wiederholung nicht eindeutig erkennbar, ob Ulreich den Ball berührt, aber seine Faust geht Richtung Ball und im Getümmel im Fünfmeterraum kann es schon mal vorkommen, dass man im Abschwingen einen Gegenspieler unabsichtlich trifft.
Ulreich reagierte bei "Sky" mit Unverständnis auf die Entscheidung. "Erstens berühre ich den Ball und zweitens sehe ich Burkhardt gar nicht. Wir gehen beide zum Ball. Selbst wenn ich den Ball nicht berührt hätte, gehe ich ja nicht absichtlich zum Kopf des Gegenspielers. Für mich ist es daher völlig unverständlich, auf Elfmeter zu entscheiden."
Cortus hatte zunächst richtig entschieden und kam dann in die Bredouille. Der VAR hätte hier nicht eingreifen dürfen, denn es lag bei Weitem keine klare Fehlentscheidung vor.
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