Manuel Neuer und Thomas Müller vom FC Bayern bereiten Hansi Flick Sorgen: Wie gefährdet ist die WM wirklich?

Der FC Bayern München muss bei seiner Aufholjagd in der Bundesliga weiter Manuel Neuer und abermals Thomas Müller ersetzen. Während der Rekordmeister das DFB-Duo in den vergangenen Spielen gut ersetzen konnte, bereitet der Ausfall der beiden Routiniers Hansi Flick im Vorfeld der WM größere Sorgen. Der Wettlauf mit der Zeit hat begonnen. Vor allem hinter Keeper Neuer stehen große Fragezeichen.

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Quelle: Perform

Manuel Neuer tritt lächelnd gegen den Champions-League-Ball, er wirft sich mutig in einen gefährlichen Schuss und zeigt jubelnd die Siegerfaust. Doch die schöne, heile Welt auf Instagram hat wenig mit der Realität zu tun: Rund drei Wochen vor der WM in Katar ist die deutsche Nummer 1 zum Zuschauen verdammt - wie neuerdings auch wieder Thomas Müller.
Das DFB-Duo entwickelt sich immer mehr zu den Sorgenkindern des Rekordmeisters. Müller, der vier der vergangenen sieben Pflichtspiele verpasste und dreimal nur für einen Kurzeinsatz auf dem Rasen stand, wird dem FC Bayern München auch am Samstag gegen den FSV Mainz 05 (15:30 Uhr im Liveticker) fehlen.
"Er hat wieder die Irritation im Hüft- und Beckenbereich", begründete Julian Nagelsmann die neuerliche Zwangspause. Wegen dieser Verletzung wurde Müller bereits im Champions-League-Spiel Mitte Oktober in Pilsen (4:2) ausgewechselt, fehlte daraufhin auch gegen Freiburg (5:0). Zudem hatte Müller mit einer Corona-Infektion und später einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen.
"Ich stopsle halt gerade so rum", sagte der 33-Jährige jüngst selbst zu der ungewohnten Situation. Er sei es gewohnt, dass sein Körper funktioniert: "Das tut er die letzten Wochen nur im Stop-and-Go-Modus, das ist natürlich nicht zufriedenstellend."
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Bayern auch ohne Müller und Neuer im Flow

Aufgrund der Hüfte mache es aktuell "keinen Sinn, wir müssen ihn mal rausnehmen", so Nagelsmann: "Mit Schmerzmitteln geht es auch nicht weg, das ist für den Kopf nicht so leicht."
Auch drei Tage später im sportlich bedeutungslosen Duell mit Inter Mailand in der Champions League (21:00 Uhr im Liveticker) wird der Routinier passen müssen. Genau wie Neuer, der den Münchnern mittlerweile seit fünf Partien mit einer Schultereckgelenksprellung fehlt. Ziel für das Comeback des Duos ist die Partie bei Hertha BSC am 5. November. Sicher ist das jedoch keineswegs.
Nagelsmann und die Bayern können den Ausfall von Neuer und Müller derzeit gut kompensieren. Die Offensive um Jamal Musiala, Sadio Mané und neuerdings auch Eric Maxim Choupo-Moting floriert, die vergangenen fünf Spiele wurden allesamt gewonnen - inklusive eines beeindruckenden 3:0 in Barcelona.
Auch Sven Ulreich macht seine Sache als Neuer-Vertreter bislang sehr ordentlich, hielt in drei der fünf Partien seinen Kasten sauber.

Nagelsmann glaubt an WM-Einsatz von Neuer, aber...

Deutlich größere Sorgenfalten als Nagelsmann dürfte Hansi Flick auf der Stirn haben. Bis zum ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan (23. November) sind es gerade mal noch 26 Tage.
Das Bayern-Duo nimmt in den Planungen des Bundestrainers eine zentrale Rolle ein. Geschäftsführer Oliver Bierhoff betonte zwar, dass die Alarmsirenen beim DFB noch nicht an seien, beunruhigend ist die Situation aber allemal.
Nagelsmann weiß um die Brisanz des Themas für Fußball-Deutschland und versuchte am Freitag die Bedenken der Nation etwas zu zerstreuen. Er glaube nicht, dass die WM für Müller und Neuer in Gefahr sei. Doch während ihm die Aussage bei Ersterem noch recht leicht über die Lippen ging, schickte er im Fall Neuer gleich ein Aber hinterher.
"Ich bin leider kein Hellseher, wenn er die anhaltenden Schmerzen noch in fünf Wochen hat, dann wird er sie nicht spielen", sagte der Bayern-Trainer. Neuer habe keine "strukturelle Verletzung", das Eckgelenk brauche nun "einfach Ruhe".
Vage Aussagen, die viele Fragenzeichen zurücklassen, zumal der Nationalkeeper am Donnerstag nur zehn Minuten, am Freitag gar nicht auf dem Trainingsplatz stand.
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Manuel Neuer (l.) und Thomas Müller

Fotocredit: Getty Images

Schultereckgelenksprellung: Eine schwierige Aufgabe für die Ärzte

Es sei eben "eine blöde Stelle, die Schulter generell ist ein schwieriges und kompliziertes Gelenk", spezifizierte Nagelsmann: "Das braucht Ruhe und wenn du immer wieder in die Belastung und die Tests gehst, dann reizt du die Struktur immer wieder aufs Neue."
Eine Einschätzung, die Dr. Andreas Falarzik, Orthopäde und Sportmediziner, teilt: "Verletzungen am Schultereckgelenk sind speziell für Sportler, die viele Überkopfbewegungen machen, wie Torhüter im Fußball oder Handball, immer schwierig", sagte der ehemalige Mannschaftsarzt von Schalke 04 im Interview mit dem "Sportbuzzer". Es könne immer wieder zu Komplikationen und Rückfällen kommen. Sätze, die Flick nicht gerne lesen wird.
Das medizinische Personal des FC Bayern sei jedoch "ausgezeichnet. Behandlungsfehler werden dort nicht vorkommen. Es ist eben eine Verletzung, an der sich alle Ärzte die Zähne ausbeißen", so der Fachmann.

Neuer: Erinnerungen an 2014 und 2018

Neuer kennt die verzwickte Situation, in der er sich aktuell befindet, nur zu gut. Auch im Vorfeld der vergangenen beiden Weltmeisterschaften hatte der 36-Jährige mit Verletzungen zu kämpfen.
Doch sowohl 2014 (ebenfalls nach einer Schulterverletzung) als auch 2018 (nach einem Mittelfußbruch) schaffte er es rechtzeitig ins Tor zurück.
Zumindest das sollte Flick und der Fußballnation Deutschland Hoffnung machen.
(mit SID)
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Nagelsmann erfreut über "perfektes Spiel" des FC Bayern

Quelle: Perform

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