Drei Dinge, die bei Schalke 04 – FC Bayern auffielen: Die wertvollsten "Schlangenbeine" Europas
Der FC Bayern München gewann sein letztes Bundesligaspiel des laufenden Jahres souverän 2:0 auf Schalke und festigte damit die Tabellenführung. Beim Arbeitssieg stach – einmal mehr – vor allem Nationalspieler Jamal Musiala aus der Mannschaft von Julian Nagelsmann heraus. Das königsblaue Schlusslicht der deutschen Beletage muss sich allerdings nicht grämen. Drei Dinge, die auffielen.
Schalke-Coach Reis mit Ansage: "Sind ab sofort der Jäger"
Quelle: Perform
Schlusslicht empfängt Klassenprimus. So lauteten die Vorzeichen vor dem Traditionsduell zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern.
Am Ende blieb die Überraschung aus, der FCB siegte standesgemäß 2:0. Dabei sahen sich die Gäste aus München lange mit königsblauem Beton konfrontiert, ehe Serge Gnabry die Mauer in der 38. Minute durchbrach. In der Folge bestimmte die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann das Geschehen souverän, legte in Person von Eric Maxim Choupo-Moting (52.) einen weiteren Treffer nach.
Rein ergebnistechnisch ein schmuckloser Erfolg, wäre aufseiten des FCB nicht Top-Talent Jamal Musiala gewesen. Der Youngster überstrahlte mit zwei Vorlagen und beeindruckenden Dribblings an diesem Samstagabend sämtliche Arena-Fluchtlichter auf Schalke.
Für die Hausherren gab es im Nachgang allerdings keinen Grund, Trübsal zu blasen. Die Gelsenkirchener können aus den letzten Auftritten unter Neu-Trainer Thomas Reis durchaus Hoffnung schöpfen, dass der zweite Bundesliga-Abstieg binnen kürzester Zeit nach der Winterpause doch noch abgewendet wird.
Drei Dinge, die auffielen.
1.) Die wertvollsten "Schlangenbeine" Europas
Als "Sky"-Experte Lothar Matthäus im Anschluss an die Partie über Jamal Musiala sprach, war ein Funkeln in den Augen des deutschen Rekordmeisters auszumachen. Matthäus überschlug sich nahezu mit Lobeshymnen auf den 19-Jährigen, dem er ein "messi-likes" Talent attestierte.
"Das, was Messi bei Barcelona war, sollte Musiala bei Bayern werden", sagte er. Eine hypothetische Ablöse für den gebürtigen Stuttgarter bezifferte Matthäus auf 250 Millionen Euro. Freilich hat bei den Bayern niemand auch nur ansatzweise ein Interesse daran, das aktuell wohl wertvollste Juwel Europas ziehen zu lassen.
Musiala machte gegen Schalke einmal mehr den viel zitierten Unterschied aus. Er war es, der die wenigen Risse im Schalker Beton erkannte und durchbrach. Er war es, der seinen Teamkollegen Gnabry mit einem mustergültigen Hackenpass bediente, sodass dieser nur noch einschieben musste.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/11/12/3489077.jpg)
Jamal Musiala vom FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
Er war es, der Choupo-Moting nach einem Bilderbuch-Konter den entscheidenden Treffer auflegte. Und er war es, der an diesem Abend für die weiteren ganz großen, technisch anspruchsvollen Aktionen verantwortlich zeichnete. Kurz gesagt: Musiala war nicht aufzuhalten, nicht vom Ball zu trennen.
"Er hört gut zu und will sich entwickeln", sagte Nagelsmann bei "Sky" mit Blick auf seinen Ausnahmekönner. Er ergänzte: "Er hat wieder zwei Tore vorbereitet und war nah dran an einem eigenen. Er hat eine herausragende Hinrunde gespielt (20 Scorerpunkte in 21 Pflichtspielen)."
Was Musiala so stark mache? "Er hat lebendige Füße und bewegt sich sehr, sehr schnell. Weil er so schnell ist, landen auch die Abpraller immer wieder vor seinen Schlangenbeinen", so Nagelsmann. Unbezahlbare Schlangenbeine.
2.) Spektakel-Bayern können auch nüchtern
Lässt man besagte Musiala-Szenen einmal außen vor, dann handelte es sich bei dem 2:0 der Münchner um einen klassischen Arbeitssieg.
Hinsichtlich der vergangenen Wochen, in denen der deutsche Rekordmeister zumeist mit spektakulären Schützenfesten wie unter der Woche beim 6:1 gegen Werder Bremen aufwartete, ein ungewohntes Bild.
Beim Tabellenletzten auf Schalke, wo im Vorfeld abermals ein Kantersieg erwartet worden war, lieferten die Bayern eine seriöse Leistung, gaben sich geduldig, clever und effizient. Ganz im Stile einer Spitzenmannschaft eben.
"Es war wichtig, dass wir fokussiert bleiben, wir wollten es nicht mit Schnörkeleien übertreiben", erklärte Kapitän Manuel Neuer später bei "Sky". Eine Marschroute, die schließlich aufging, obwohl in der jüngeren Vergangenheit zweifelsfrei aus spielerischer Sicht schon hochklassigere Partien zu bestaunen waren.
Ein gelungener, nüchterner Abschluss eines aufregenden Jahres.
3.) Reis haucht Schalke wieder Leben ein
Es waren imposante Bilder, die nach Abpfiff über die TV-Bildschirme flimmerten. Trotz der verdienten Niederlage feierten die Schalker Fans ihre Mannschaft bedingungslos, sangen, gaben dem Team Kraft.
Der Grund für die Unterstützung lag auf der Hand: Die Spieler hatten gegen die Bayern reichlich Einsatz und Leidenschaft gezeigt und sich zu keinem Zeitpunkt ihrem Schicksal ergeben. Eine Qualität, die der Anhang in dieser Saison ein ums andere Mal vermisste.
Während die Knappen unter Ex-Trainer Frank Kramer den Beweis für ihre Bundesligatauglichkeit oftmals schuldig blieben, verfügen sie mittlerweile immerhin wieder über die Grundattitüden des Fußballs. Daran hat Kramers Nachfolger Thomas Reis offensichtlich großen Anteil.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/11/12/3489080.jpg)
Schalke-Trainer Thomas Reis
Fotocredit: Getty Images
Ließen sich die Königsblauen zu Beginn der Saison regelmäßig abwatschen, gestalten sie die Begegnungen seit Reis' Amtsübernahme vor rund zwei Wochen deutlich knapper. Zwar ist die Punkteausbeute (drei Punkte aus vier Spielen) weiterhin ausbaufähig, allerdings erscheint der angestrebte Klassenerhalt, der zuvor zwischenzeitlich als utopisch betrachtet wurde, wieder im Bereich des Möglichen zu sein.
Dementsprechend kommt Reis die anstehende Pause auch gelegen. "Jetzt sind wir die Jäger, wir werden im neuen Jahr von Platz 18 starten", sagte Reis am "Sky"-Mikrofon. Er ergänzte: "Natürlich mache ich mir Gedanken, wie wir die Mannschaft verstärken können. Da werden wir uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und schauen, was machbar ist." Zuletzt habe sein Team aber "alles investiert".
Stürmer Simon Terodde gab sich bezüglich der Rückrunde optimistisch: "Wenn man die Tendenz sieht, dann waren wir oft auf Augenhöhe. Ich kann für mich sagen, dass wir ein richtig gutes Gefühl haben. Wir hatten vorher mit Verletzungssorgen zu kämpfen, da kommen noch einige zurück."
Schalke gibt sich nicht auf – derzeit gibt es dafür auch keinen Anlass.
Das könnte Dich auch interessieren:
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/11/12/3488636-71119888-2560-1440.jpg)
Frust bei Guardiola nach City-Pleite gegen Brentford
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/06/image-ea4c9f95-f41e-4a1d-95f7-4af46e7639e1-68-310-310.jpeg)