FC Bayern in der Torwart-Falle: Neuer, Sommer und Nübel kämpfen um die Nummer eins - es droht ein großes Problem

Die Torwart-Frage hält den FC Bayern in Atem. Yann Sommer, der als Ersatz für den verletzten Stammkeeper Manuel Neuer verpflichtet wurde, feierte gegen Leipzig (1:1) sein Debüt im Bayern-Tor und verdiente sich gar ein Sonderlob von Julian Nagelsmann. Doch wie geht es in sechs Monaten weiter? Während hinter Neuers Zukunft ein Fragzeichen steht, drängt ein Dritter im Bunde auf die Stammposition.

Manuel Neuer, Yann Sommer und Alexander Nübel (von links) - FC Bayern

Fotocredit: Imago

Uli Hoeneß ist kein Mann der leisen Töne.
Äußert sich Bayern Münchens Ehrenpräsident zu seinem Herzensverein, hinterlässt er in der Regel ein mediales Echo - so auch im Fall Manuel Neuer.
"Ich finde diesen Abgesang auf Neuer sehr seltsam und unglaublich. Bis vor ein paar Monaten war er für mich der beste Torwart der Welt, jetzt wird er von allen in Frage gestellt", polterte der 71-Jährige im "Sport1-Doppelpass" und erinnerte in diesem Zusammenhang an Neuers Verdienste: "Man darf nicht vergessen, was er für Bayern geleistet hat."
Dass sich Hoeneß für den Kapitän "seines" FC Bayern, der sich Anfang Dezember bei einem Ski-Ausflug eine schwerwiegende Verletzung (Unterschenkelbruch) zugezogen hatte, die ihn mindestens für den Rest der laufenden Saison außer Gefecht setzen wird, leidenschaftlich einsetzt, ist bei Leibe kein neues Phänomen.
So forderte die Münchner Galionsfigur einst vom DFB, Marc-André ter Stegen "in die Ecke zu stellen", da dieser öffentlich Ansprüche auf die Nummer eins im deutschen Tor erhob und damit nach Ansicht von Hoeneß das Ansehen von Neuer beschädige.
Dieses Mal geht es jedoch bei Weitem nicht nur um sportliche Angelegenheiten. Vielmehr steht die Frage im Raum, ob Neuer aufgrund der Schwere seiner Verletzung physisch in der Lage sein wird, das Tor des Rekordmeisters zu hüten wie davor. Immerhin wurden ihm ein Marknagel und Schrauben im rechten Unterschenkel eingesetzt, wie es heißt. Des Weiteren dürfe er das verletzte Bein in den ersten sechs Wochen nach der Operation nicht belasten.

Nagelsmann schwärmt von Neuer-Ersatz Sommer

Davon will Hoeneß zunächst einmal aber nichts wissen. Er sei sich sicher, dass die Diskussion über ein mögliches Karriereende von Neuer dazu führen werde, "dass Manuel noch heftiger, noch heißer an seinem Comeback arbeitet. Dann sehen wir, wer im Herbst im Tor stehen wird."
Genauer ins Detail gehen über Neuers Verletzung wollte Hoeneß indes nicht. "Es gibt auch bei Fußballspielern immer noch ein Arztgeheimnis. Ich glaube, es reicht aus, was gesagt wurde", meinte er lapidar. Die "Bild"-Zeitung spekulierte zuletzt, dass es sich gar um einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch handeln solle. Kommentiert wurden jene Gerüchte bislang nicht.
Nichtsdestotrotz ist die Situation für Neuer beim FC Bayern spätestens seit der Verpflichtung von Yann Sommer als legitimer Ersatz um ein ganzes Stück komplizierter geworden. Der 34-Jährige wechselte jüngst von Borussia Mönchengladbach für rund acht Millionen Euro an die Säbener Straße, wo er einen Vertrag bis 2025 unterzeichnete.
Am Freitag feierte Sommer beim 1:1-Remis zum Auftakt der Bundesliga-Rückserie bei RB Leipzig bereits sein Debüt für die Münchner und wusste dabei durchaus zu überzeugen. "Er hat das sehr gut gemacht von der Präsenz und Ausstrahlung her", schwärmte Trainer Julian Nagelsmann seinen Schützling bei "Sat.1".
Und auch Hoeneß fand ausschließlich lobende Worte für den Transfer des Schweizer Nationalkeepers: "Es ist eine Win-Win-Situation für alle Seiten."
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Yann Sommer

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Hoeneß: Torwart-Frage "seltsam" und "unmöglich"

Fest steht, dass Sommer bis zum Ende der Saison die ehrgeizigen Ziele in Liga, DFB-Pokal und insbesondere der Champions League absichern soll. Doch was passiert, falls der verletzte Platzhirsch Neuer, der in München Heldenstatus genießt, in rund einem halben Jahr wieder zurückkehren sollte?
"Wir werden im Sommer alles bewerten und das dann managen", versuchte Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Debatte bei "Bild-TV" im Keim zu ersticken. Hoeneß dagegen bezeichnete jene Diskussion als "seltsam" und "unmöglich". Mit Sommer habe der Verein "eine optimale Lösung" für die Situation gefunden. Für alles Weitere "würde ich etwas mehr Geduld anmahnen."
Zumal es nach einer Operation, wie Neuer sie hatte, bis zu zwölf Wochen dauere, ehe man wieder normal gehen könne, wie der Sportmediziner Thorsten Dolla der "tz" verriet.
Früher oder später muss sich der FC Bayern jedoch mit der Torhüterfrage auseinandersetzen. Schließlich gibt es sogar noch einen dritten Torhüter im Bunde, der nach dem Ende der Saison voraussichtlich in die bayerische Landeshauptstadt zurückkehren wird. Die Rede ist selbstverständlich von Alexander Nübel.
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Alexander Nübel im Trikot der AS Monaco

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Neuer torpediert Bayerns Plan mit Nübel

Nach Bekanntgabe der Neuer-Verletzung wurde über mehrere Wochen hinweg über eine Rückkehr des gegenwärtig an die AS Monaco ausgeliehenen Schlussmanns nach München diskutiert. Letztlich verkündete Nübels Berater Stefan Backs jedoch den Verbleib des ehemaligen Schalkers im Fürstentum ("Ein Wechsel ist vom Tisch.").
Dennoch sehe sein Karriereplan vor, dass er "irgendwann beim FC Bayern spiele", sagte Nübel jüngst im "Aktuellen Sportstudio" des "ZDF". Die Frage ist nur, wann.
Der 26-Jährige steht bereits seit 2020 beim deutschen Rekordmeister unter Vertrag, absolvierte jedoch gerade einmal vier Partien für die Isarstädter (einmal Bundesliga, einmal DFB-Pokal, zweimal Champions League). Dies lag vor allem daran, dass Neuer in der Vergangenheit immer wieder betont hatte, nicht freiwillig auf Einsätze verzichten zu wollen. Eine Einstellung, die durchaus Fragen aufwirft, zumal Neuer in seiner glanzvollen Karriere alles gewonnen hat und Nübel mit seiner Erfahrung hätte helfen können.
Anstatt Nübel somit als Kronprinzen aufzubauen, wie es der ursprüngliche Plan war, und ihm zumindest im Pokal oder möglicherweise auch in der Liga hin und wieder Spielzeit zu geben, verliehen die Bayern ihn nach Monaco. Die Zukunftsplanung wurde dadurch ein Stück weit torpediert - nicht zuletzt von Neuer.
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Alexander Nübel (v.) und Manuel Neuer

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Hamann: Neuer nur noch Herausforderer von Sommer

Obwohl es nach wie noch offen ist, wer zu Beginn der kommenden Spielzeit im Kasten der Münchner stehen wird, deutet alles darauf hin, als mache dies der FC Bayern voll und ganz von der Personalie Neuer abhängig - zum Leidwesen von Sommer und Nübel.
"Wir werden ihm alle Zeit der Welt geben und jeden Support geben, um wieder fit zu werden", erklärte Salihamidzic und führte aus: "Das Wichtigste für uns und Manuel ist, dass er seine Verletzung auskuriert und dass er genauso stark zurückkommt, wie er vorher war."
Der ehemalige Nationalspieler Dietmar Hamann sieht Neuer im Hinblick auf die neue Saison jedoch nur noch in der Rolle des Herausforderers. "Wenn er wiederkommt, müssen wir schauen, wie er wiederkommt. Ich gehe davon aus, dass Sommer die Nummer eins sein wird bis zum Sommer. Und wenn die Vorbereitung anfängt, auch als Nummer eins beginnt. Neuer muss sich das Jersey zurückerarbeiten", prophezeite er bei "Sky90".
Am Montagabend gaben die Bayern darüber hinaus die Trennung von Torwarttrainer Filip Tapalovic, der zu Neuers engsten Vertrauten zählt, bekannt. Grund dafür seien "Differenzen über die Art und Weise der Zusammenarbeit", wie Salihamidzic betonte. Ein erster Fingerzeiig, der eine Entmachtung Neuers bei seiner Rückkehr im kommenden Sommer andeudet?
Fest steht, dass das letzte Wort in der Torwart-Frage noch lange nicht gesprochen sein dürfte.
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Terzic hadert mit den Gegentoren: "Haben uns alleine gelassen"

Quelle: Perform

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