FC Bayern: Joshua Kimmich enttäuscht über Nagelsmann-Aus - "Wir haben versagt"

Joshua Kimmich hat sich nach dem 2:0 im Test-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Peru enttäuscht über den Trainer-Wechsel beim FC Bayern München gezeigt. Der Mittelfeldspieler gab im Interview mit dem "ZDF" an, dass eine solche Maßnahme auch mit Fehlleistungen der Spieler zu tun habe. Die Situation, bei der Nationalmannschaft vom neuen Coach erfahren zu haben, sei "kurios" gewesen.

Joshua Kimmich spielt seit 2015 für den FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Joshua Kimmich weilte am Samstag in Mainz beim Testländerspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Peru (2:0). Für das DFB-Team ging es darum, das Unternehmen EM 2024 in Deutschland erfolgreich zu starten.
Der Kapitän der Nationalmannschaft war am Samstag mit den Gedanken aber auch ein bisschen in München, wo am Mittag bei seinem Klub FC Bayern München Thomas Tuchel als Nachfolger von Julian Nagelsmann vorgestellt wurde.
Nach dem Länderspiel auf den Trainer-Wechsel angesprochen, offenbarte Kimmich eine klare Meinung zu den Vorgängen in München.
"Wenig Liebe, wenig Herz", so seine Einschätzung zum Nagelsmann-Aus nach nicht mal zwei Jahren in München: "Wir müssen lernen, damit umzugehen."

Kimmich widerspricht Bayern-Bossen

Das, so Kimmich, sei eben das Fußball-Geschäft. Am Freitagmittag bei der DFB-Pressekonferenz, noch vor Nagelsmanns offizieller Demission, hatte der Mittelfeldspieler dem 35-Jährigen bescheinigt, "locker" zur "Top drei" seiner Trainer zu gehören.
Am Samstag machte der 28-Jährige keinen Hehl daraus, dass ihn die Nagelsmann-Entlassung getroffen hat. "Ein solcher Trainerwechsel ist immer enttäuschend, weil es bedeutet, dass wir Spieler versagt haben", sagte Kimmich klar.
In der Interview-Zone legte er nach: "Der Trainer hat nicht die Kabine verloren. Ich habe schon ein paar Trainerwechsel mitgemacht und es war nicht so, dass sich das intern angedeutet hat oder Spieler unzufrieden waren", sagte er :"Wir waren überrascht."
Über den neuen Bayern-Trainer Tuchel könne er indes wenig sagen. "Ich kenne ihn noch nicht", so Kimmich.

Goretzka reagiert emotional

Ähnlich wie Kimmich äußerte sich auch Leon Goretzka nach dem Peru-Spiel. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass uns die letzten Tage nicht auch betroffen gemacht hätten", sagte der Bayern-Spieler. Die letzten Tage seien auch an ihm "nicht spurlos vorübergegangen".
"Wir haben eine enge Beziehung zu Julian gepflegt", bestätigte der 28-Jährige am Samstagabend im "ZDF": "Wahrscheinlich habe ich ihn öfter gesehen als meine Familie. Wenn so jemand dann plötzlich nicht mehr da ist, ist das erstmal ein Schock. Dann wird es auch mal emotional."

Goretzka: "Ich wäre ja doof, wenn ..."

Dass es angeblich Risse in der Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft gegeben habe, wollte Goretzka nicht kommentieren.
Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic hatte sich dahingehend geäußert. "Ich wäre ja doof, wenn ich meinem Chef widersprechen würde", sagte Goretzka. Man müsse "auf die Klubverantwortlichen vertrauen".
Zwischen ihm und Nagelsmann habe es allerdings "keine Risse" gegeben, sagte der Mittelfeldspieler: "Ich weiß nicht, wie das bei anderen Spielern war."
Der FC Bayern hatte Nagelsmann 2021 für 25 Millionen Euro Ablöse vom Ligarivalen RB Leipzig geholt und den Oberbayern mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet. Noch kurz vor der Entlassung stellten sich die Bayern-Verantwortlichen demonstrativ vor den Trainer, die Rede war von einem "Langzeitprojekt".
Nagelsmanns Nachfolger Thomas Tuchel wurde am Samstag in München vorgestellt, der 49-Jährige unterzeichnete einen Vertrag bis 2025.
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