Sadio Mané ist da, Robert Lewandowski soll bleiben. So zumindest schwebt es dem FC Bayern München vor.
Es sei denn, der FC Barcelona gibt (endlich) ein vernünftiges Angebot ab und die Bayern finden einen adäquaten Ersatz für ihren abwanderungswilligen Stürmer. Letzteres dürfte unwahrscheinlich sein.
Barça plant derweil fest mit Lewandowski und den Polen steht ohnehin fest, dass er nicht mehr nach München zurückkehren wird.
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UPDATE 28/06/2022 UM 13:25 UHR
Fakt ist, dass eine zufriedenstellende Lösung für alle Parteien nicht in Sicht ist. Eurosport beantwortet die wichtigsten aktuellen Fragen in der Causa Robert Lewandowski.

Wie ist der aktuelle Stand?

Der FC Bayern beharrt auf seinem Standpunkt, dass Lewandowski vertraglich an den Verein gebunden ist.
"Ich beschäftige mich nie mit Sachen, die jetzt in der Luft sind. Ich kann es nur noch mal wiederholen: Er hat einen Arbeitsvertrag bis 2023. Er ist am 12. Juli willkommen in München und er wird auch beim ersten Training da sein. Zumindest erwarte ich ihn", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic kürzlich bei "Sky".
Allerdings, so berichtete "Sky" am Montag, hätten sich die Münchner auf eine finanzielle Schmerzgrenze in Höhe von 60 Millionen Euro festgelegt.
Dem Vernehmen nach soll der FC Barcelona ein verbessertes Angebot über 40 Millionen Euro (plus erfolgsabhängige Boni) vorbereiten. Nach einem Bericht der Barça-nahen Zeitung "Sport" habe der FC Bayern sämtliche bisherige Versuche des FC Barcelona, über einen möglichen Transfer zu verhandeln, zurückgewiesen.
Dennoch seien die Barça-Verantwortlichen nach wie vor optimistisch, den Deal über die Bühne zu bekommen. Trainer Xavi möchte Lewandowski mit auf die USA-Reise nehmen, die der Klub Mitte Juli antritt.

Welcher Spieler könnte Lewandowski ersetzen?

In den Tagen nach dem Ende der abgelaufenen Saison tauchte der Name Saša Kalajdžić immer wieder auf. Doch die Spur zum Österreicher vom VfB Stuttgart ist kalt. Intern gibt es Zweifel, dass Kalajdžić Lewandowski ansatzweise adäquat ersetzen könnte.
Ein ernsthafter Nachfolge-Kandidat ist - zumindest derzeit - nicht in Sicht. Topstürmer wie Harry Kane oder Romelu Lukaku kosten zwischen 70 und 100 Millionen Euro - deutlich zu teuer für den FC Bayern. Und die günstigeren Alternativen (siehe Kalajdžić) sind kein Gewinn für den Kader.
Mit Sadio Mané hat der Rekordmeister zwar einen Spieler verpflichtet, der jahrelang beim FC Liverpool seine Klasse bewiesen hat und auch Mittelstürmer spielen kann. Eine klassische Nummer neun wie Lewandowski ist er aber nicht und wurde dafür auch nicht geholt.
Trainer Nagelsmann, der die System-Variante mit einer echten Neun bevorzugt, plant mit dem Senegalesen hauptsächlich auf den Flügelpositionen.
Aktuell stünde nur Eric Maxim Choupo-Moting als Stoßstürmer zur Verfügung, bei Rückkehrer Joshua Zirkzee ist noch unklar, wie es weitergeht. Der Niederländer spielte zuletzt auf Leihbasis bei RSC Anderlecht. Die Belgier wollen Zirkzee fest verpflichten, auch Ajax Amsterdam ist als möglicher neuer Verein im Gespräch.

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Würden Bayerns Offensivspieler von einem Abgang Lewandowski profitieren?

Sollte der Pole den Verein tatsächlich verlassen, käme auf Kingsley Coman, Leroy Sané, Serge Gnabry und Thomas Müller noch mehr Verantwortung zu. In den letzten Jahren sollte im Idealfall jeder Bayern-Angriff mit einem Torabschluss von Lewandowski enden, was möglicherweise dem einen oder anderen Angreifer die individuelle Freiheit raubte.
Laut "Bild" gibt es auch Entscheider bei Bayern, die einem Abschied Lewandowski in sportlicher Hinsicht Positives abgewinnen können. Ist das Spiel nicht bedingungslos auf Lewandowski zugeschnitten, sei man im eigenen Angriffsspiel flexibler und für die Gegner weniger ausrechenbar. Zudem wolle man Neuzugang Mané nicht gleich in ein Korsett pressen, um Lewandowski weiterhin die Bälle aufzulegen.
Andererseits hat insbesondere Müller jahrelang als hängende Spitze mit Lewandowski sehr gut harmoniert. Und eine Offensive mit Lewandowski, Mané, Coman, Sané, Gnabry und Müller würde in Europa zur absoluten Spitze gehören.

Welche Rolle spielt der bevorstehende Transfer von Frenkie de Jong?

Der Wechsel des Niederländers vom FC Barcelona zu Manchester United nimmt offenbar Formen an. Beide Klubs sollen sich grundsätzlich auf einen Wechsel verständigt haben, berichtet der "Guardian".
Offenbar akzeptiert United die von Barça geforderten 65 Millionen Euro Ablöse. Kommt der Deal zustande, könnte das Bewegung in die Causa Lewandowski bringen.
Bislang blitzten die Spanier beim FC Bayern ab, mit dem de Jong-Erlös hätten sie möglicherweise genügend Geld in der Tasche, um mit einem neuen Angebot zumindest in die Nähe der kolportierten 60 Millionen zu kommen.

Wie geht die Causa Lewandowski weiter?

Die Situation ist für den Moment verfahren. Der FC Bayern hadert mit der Suche nach einem Nachfolger und der FC Barcelona hat bis dato kein Angebot abgegeben, über das die Münchner ernsthaft nachdenken.
Eine Prognose ist derzeit schwer möglich, das Pendel kann in beide Richtungen ausschlagen. Nähert sich der FC Barcelona mit einem Angebot den 60 Millionen an, könnte alles ganz schnell gehen.
Es bliebe aber immer noch die Frage nach dem adäquaten Ersatz. Oder nach einem (gezwungenermaßen) veränderten System ohne echte Nummer neun. Die Transfersaga um Robert Lewandowski im Sommer 2022 - es könnte alles noch ein bisschen länger dauern.
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