FC Bayern München: Eric Maxim Choupo-Moting, Mathys Tel oder Harry Kane? So geht es beim Rekordmeister weiter

Eric Maxim Choupo-Moting gilt als Sinnbild des wiedererstarkten FC Bayern München. Seit der deutsche Rekordmeister wieder auf die Qualitäten eines echten Neuners zurückgreift, fackelt der FCB ein Offensiv-Feuerwerk nach dem anderen ab. Angesichts des auslaufenden Vertrags des 33-Jährigen stellt sich aber die Frage nach der Zukunft: Choupo-Moting, Mega-Talent Mathys Tel oder doch ein Superstar?

Eric Maxim Choupo-Moting und Mathys Tel

Fotocredit: Getty Images

Kein anderes Thema hat den FC Bayern München derart beschäftigt wie die Frage nach dem rechtmäßigen Erben von Robert Lewandowski. Das Vakuum, welches die 344 Pflichtspieltore des zweimaligen Weltfußballers hinterlassen haben, war anfangs schlichtweg zu groß.
Neuzugang Sadio Mané konnte die großen Fußstapfen seines indirekten Vorgängers aufgrund eines komplett verschiedenen Spielertypusses nicht ausfüllen. Die Rotation in der Offensive, die Trainer Julian Nagelsmann implementieren wollte, fruchtete ebenso nicht wie erhofft.
Mit Eric Maxim Choupo-Moting haben die Bayern seit Anfang Oktober einen potenziellen Nachfolger im eigenen Kader gefunden. Sieben Tore in sieben Spielen lassen vermuten, dass sich die Neuner-Debatte an der Säbener Straße erledigt hat.
Der im Juni 2023 auslaufende Kontrakt des Kameruners bringt die Münchner aber ungewollt in Bedrängnis - und in eine unverhoffte Luxus-Position. Setzt man weiter auf den Trend? Was ist mit dem verheißungsvollen Mega-Talent Mathys Tel? Und was hat es eigentlich mit den Gerüchten um Superstar Harry Kane auf sich?

Lobeshymnen und ein vergessener Zwist

"Wir werden Gespräche führen. Da spricht nichts dagegen." Für Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist die Situation klar. Choupo-Moting soll möglichst auch nach der laufenden Saison für den FC Bayern spielen. "Er ist einfach jemand, der - wie ich finde - hierher gehört. Wir hoffen, dass er hier bleibt", verlieh er seinem Wunsch Nachdruck.
Choupo-Motings zehn Scorerpunkte haben wohl auch die letzten Zweifler im Verein von seinen Qualitäten überzeugt. Wie in den vergangenen Tagen bekannt wurde, soll es nämlich zwischen Salihamidzic und Oliver Kahn im Rahmen der Verpflichtung des ehemaligen Mainzers dicke Luft gegeben haben.
Angeblich wollte Kahn Choupo-Moting lediglich einen Einjahresvertrag anbieten, Salihamidzic soll ihm jedoch mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet haben, ohne den früheren Nationaltorwart zu informieren.
Ein Zwist, der mittlerweile nicht mehr von Relevanz zu sein scheint. Immerhin stellte auch Kahn eine mögliche Verlängerung mit Choupo-Moting in Aussicht: "Wir sind mitten in der Saison und konzentrieren uns jetzt voll auf die sechs Spiele, dann ist erstmal WM. Wenn der Zeitpunkt kommt, setzen wir uns zusammen", trat der 53-Jährige aber auf die Bremse.

Vorsicht vor dem Choupo-Trend

Trotz des anhaltenden Choupo-Trends sind Kahn und die Bayern tatsächlich gut damit beraten, keine voreilige Entscheidung zu treffen. Immerhin hängt von einer möglichen Verlängerung die Zukunftsplanung in der Münchner Offensive ab.
Aufgrund des Höhenflugs von Choupo-Moting, der einst als Ersatzspieler von Paris Saint-Germain an die Säbener Straße gewechselt war, muss sich stets ein Spieler aus der ohnehin mit Hochkarätern besetzten Offensivreihe hintanstellen. Sadio Mané, Kingsley Coman, Serge Gnabry, Leroy Sané - einen Starspieler trifft es angesichts der nun fehlenden Rotation auf dem Feld eben immer.
Daher müssen die Bayern-Verantwortlichen abwägen: Setzen wir weiter auf Choupo-Moting, der bisher die personifizierte Backup-Lösung hinter Lewandowski verkörperte, und verlängern mit einem (alternden) Neuner? Oder ist die zu Saisonbeginn angestrebte Variabilität im Sturm doch noch einen weiteren Versuch wert?
Sollten sich Nagelsmann und Co. tatsächlich für die zurzeit sichere Variante des Neuners entscheiden, droht den Bayern ein weiteres (Luxus)-Problem, welches ebenso im eigenen Kader lauert.

Top-Talent Tel drängt sich auf

"Er hat wieder bewiesen, dass er gut schießen kann. Er hat alles, was ein richtig guter Offensivspieler braucht. Es macht Spaß ihm zuzuschauen."
Was nach einer vergangenen Lobeshymne auf Lewandowski klingt, beschreibt in Wahrheit die Zukunft des FC Bayern. Nach dem furiosen 6:2-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 überschüttete Salihamidzic den aufstrebenden Mathys Tel mit Lob.
"Es macht Spaß, ihm zuzuschauen. Auch im Training entwickelt er sich immer weiter", so Salihamidzic über seinen hochveranlagten Neuzugang. "Reinzukommen, auch mal von Anfang an zu spielen, das ist für so einen Jungen in so einer Mannschaft richtig gut. Er zahlt es auch mit Toren zurück."
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Mathys Tel vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Und darin liegt der Knackpunkt. Um das Potenzial von Tel vollends entfalten zu können, benötigt der 17-jährige Franzose regelmäßig Spielzeit. Die Frage ist nur, ob sich diese hinter einem florierenden und mit neuem Vertrag ausgestatteten (samt höherem Gehalt) Choupo-Moting überhaupt ergibt.
Denn der deutsche Rekordmeister benötigt Spieler, die auf Knopfdruck da sind. Tel müsste wohl wie einst Joshua Kimmich, Alphonso Davies oder Jamal Musiala ins kalte Wasser geworfen werden, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Aber dieser Ansatz birgt verständlicherweise ein Risiko.

"Choupo" kann große Spiele

Letzten Endes misst sich der FC Bayern nämlich am Abschneiden in der Champions League. Nach dem blamablen Aus gegen Villarreal in der vergangenen Spielzeit ist die europäische Bühne in der laufenden Saison noch deutlicher im Fokus.
Und dort profitiert Choupo-Moting im Gegensatz zu Tel natürlich von seiner Erfahrung und seinen bisherigen Leistungen in der Königsklasse. Ob bei PSG in der Saison 2019/20 oder ein Jahr später beim FC Bayern, als er Lewandowski in der entscheidenden Phase ersetzen musste - "Choupo" war da.
Daher ist davon auszugehen, dass Nagelsmann in Europa kein Risiko eingehen wird und in den großen Spielen auf seinen Routinier setzen wird. "Ab und zu belohnt dich das Leben", erklärte der Bayern-Coach jüngst hinsichtlich des Erfolgslaufs seines Schützlings. "Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben."
Die Aussagen von Nagelsmann bestätigen: Choupo-Moting ist für Bayern zurzeit Gold wert. Das September-Loch, aus dem sich die Münchner mühevoll rausgekämpft haben, konnte nur aufgrund der neu gewonnenen Stabilität und Konstanz hinter sich gelassen werden, die der Kameruner in die Formation brachte.
Aber Vorsicht! Ein Trend bleibt eben ein Trend. Choupo-Moting kommt in seinen bisherigen Auftritten in dieser Saison auf 0,39xG (expected Goals) pro Spiel, bewegt sich mit 0,94 Treffern pro Partie statistisch gesehen weit über seinen Möglichkeiten. Ein Einbruch seiner Quote ist jederzeit möglich.

Was geht eigentlich mit Harry Kane?

Das Stichwort "Quote" bringt uns zur nächsten Variante der bajuwarischen Zukunftsplanungen. Mit Harry Kane bereits ein routinierter und auf Top-Level bewährter Stürmer bei den Bayern ins Rampenlicht gerückt sein. 259 Tore für Tottenham Hotspur sind ein gewichtiger Arbeitsnachweis.
Und im Gegensatz zu Choupo-Moting erzielte Kane jede Saison - mit Ausnahme von 2021/22 - mehr Tore als die Auswertung der Expected Goals vermuten ließe.
Ein Engagement des Engländers, dessen Marktwert von "Transfermarkt.de" auf 90 Millionen Euro geschätzt wird, wäre im kommenden Sommer durchaus lukrativ. Der 29-Jährige ist nämlich nur noch bis Juni 2024 an die Spurs gebunden und könnte daher nahezu als "Schnäppchen" an die Säbener Straße wechseln. Hoffnung macht ein Bericht des "Evening Standard". Kane soll dem Vernehmen nach die Vertragsgespräche mit Tottenham vorerst abgebrochen haben.
So oder so - die Neuner-Debatte ist beim FC Bayern immer noch nicht gänzlich vom Tisch. Für Choupo-Moting spricht der Trend, für Tel das große Potential trotz seines jungen Alters, für Kane der Charme eines Wunderstürmers. Letzten Endes müssen sich die Verantwortlichen im kommenden Winter entscheiden, welche Option die Ertragreichste ist.
Oder um es in Kahns Worten auszudrücken: "Das ist doch alles Zukunftsmusik."
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Quelle: Perform

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