FC Schalke trotzt Borussia Dortmund bei spektakulärem Revierderby ein Unentschieden ab

Der FC Schalke 04 hat Borussia Dortmund im Bundesliga-Revierderby ein 2:2 (0:1) abgetrotzt. BVB-Innenverteidiger Nico Schlotterbeck brachte die Gäste nach 38 Minuten in Führung, ehe Marius Bülter zu Beginn der zweiten Halbzeit (50.) ausglich. Raphaël Guerreiro schoss Dortmund mit einem sehenswerten Treffer (60.) wieder in Front, doch Kenan Kamaran (79.) sicherte Königsblau den Punktgewinn.

Hummels (BVB) im Revierderby gegen Schalkes Frey

Fotocredit: Imago

Nach dem Ausscheiden in der Königsklasse gegen Chelsea, veränderte BVB-Trainer Edin Terzic seine Startelf auf insgesamt vier Positionen. Julian Brandt (Muskelfaserriss) und Marco Reus (krank) standen nicht im Kader, Niklas Süle und Salih Özcan saßen zunächst auf der Bank. Unter anderem startete Youngster Jamie Bynoe-Gittens auf dem Flügel.
Die Königsblauen, die bis zum Revierderby keine Niederlage in der Rückrunde kassierten, wechselten im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen den VfL Bochum auf einer Position. Mehmet Aydin startete im Mittelfeld für Éder Balanta. Taktisch setzte S04-Coach Thomas Reis auf mannorientierte Defensivarbeit und Umschaltmomente.
Borussia Dortmund setzte auf Geduld und Ruhe im eigenen Aufbauspiel, ließ Ball und Gegner viel laufen. So dauerte es zwar, bis der BVB erste gute Torchancen herausspielte, dafür hatte Schwarz-Gelb viel Ball- und Spielkontrolle. Schalke investierte viel Lauf- und Zweikampfarbeit, musste hierfür jedoch viel Kraft opfern.
In der Folge spielten sich die Dortmunder ab der 30. Minute regelmäßig gute Torchancen heraus. In der 38. Minute erzielte der aufgerückte Innenverteidiger Nico Schlotterbeck schließlich die verdiente Führung. Aus 18 Metern kam er zum Abschluss und setzte den Ball unhaltbar für den starken Ralf Fährmann ins rechte Eck.
Abgesehen von einer Großchance von Rodrigo Zalazar, der in der 25. Minute allein vor dem Tor zu hoch zielte, kam von den Knappen offensiv nur sehr wenig. Auch defensiv änderte sich das Bild: Reis wurde mit zunehmender Spieldauer unzufriedener mit dem Auftritt seiner Elf - viele der direkten Duelle gewannen die Dortmunder für sich.
Die Ansage des Trainers fruchtete im zweiten Durchgang. Nur fünf Minuten nach Wiederbeginn waren die Schalker in der Offensive zur Stelle. Zalazar spielte den Ball auf die rechte Seite auf Michael Frey, der die Kugel überlegt querlegte. Emre Can rutschte im Zentrum vorbei, Marius Bülter stand richtig und schob den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (50.).
Nur zehn Minuten später antwortete der BVB auf den guten Schalker Start in der zweiten Halbzeit. Can spielte einen starken Pass aus dem Zentrum in die linke Strafraumhälfte auf den startenden Raphaël Guerreiro, der aus zwölf Metern zum Abschluss kam und sehenswert in den rechten Torwinkel vollendete (60.).
Dortmund übernahm wieder die Spielkontrolle, entschied die Partie allerdings nicht für sich und so kämpften sich die Schalker ein zweites Mal erfolgreich zurück. Bülter flankte den Ball von der linken Seite in die Mitte, Julian Ryerson verlor die Orientierung und so kam der eingewechselte Kenan Karaman aus elf Metern zum Kopfball und erzielte den 2:2-Ausgleichstreffer (79.).

Die Stimmen zum Spiel:

Marius Bülter (FC Schalke 04): "Wenn man zweimal zurückliegt und so wieder zurückkommt, dann fühlt sich das schon gut an. Die Stimmung war brutal, das hat uns unfassbar gepusht, aber auch das Selbstvertrauen, das wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben, hat uns den Glauben gegeben, dass wir immer wieder zurückkommen können und das haben wir auch eindrucksvoll bewiesen."
Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben es vor dem Spiel schon erwähnt, dass es zwei Möglichkeiten für dieses Spiel gibt. Das Erste ist, wir lassen uns auf das emotionale und leidenschaftliche Spiel der Schalker ein, dann wird es eng. Oder aber, wir bleiben klar und versuchen fußballerisch dieses Spiel zu gewinnen und das haben wir in der ersten Halbzeit richtig gut gezeigt. In der zweiten Halbzeit haben wir damit aufgehört und dann wurde es wild, genauso wie Schalke es haben wollte. Am Ende haben wir den Sieg aus der Hand gegeben."
Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund): "Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit schon zwei, drei Durchbrüche vor allem über rechts haben – da vielleicht nicht entschlossen genug das Tor suchen. Nach dem 2:1 hat Jamie das Riesending vorne, wenn du da das 3:1 machst, ist es vielleicht vorbei. Trotzdem darfst du dir keine zwei Gegentore fangen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Richtungsweisendes Remis

Nach dem Ausscheiden in der Champions League wollte der BVB den Positivtrend in der Bundesliga fortsetzen - letztlich ohne Erfolg. Schalke erkämpfte sich ein wichtiges Unentschieden im Kampf um den Klassenerhalt. Ein Remis, zwei Richtungen: Zwar bleiben beide Mannschaften in der Rückrunde der Bundesliga ungeschlagen, der Punkt der Schalker ist dabei aufgrund der gegebenen Tabellensituation deutlich positiver zu bewerten. Für Dortmund ist es der zweite Rückschlag binnen weniger Tage und nun eine große Rehabilitationsaufgabe für die kommenden Wochen: Am nächsten Wochenende geht es gegen den 1. FC Köln, ehe es am 1. April zum großen Duell gegen den FC Bayern München kommt.

Die Statistik: 100

Zum 100. Mal fand das Revierderby in zwischen Schalke und Dortmund in der Bundesliga statt. In der Statistik liegt der BVB mit 37 Siegen vorne, Schalke gewann 32 Duelle, 31 Mal endete das Derby unentschieden.
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