Joshua Kimmich: Sündenbock für Bayern Münchens Chaos-Saison - die Lösung des Problems liegt auf der Hand
Der FC Bayern steht vor der ersten titellosen Spielzeit seit mehr als einem Jahrzehnt. Entsprechend groß ist die Kritik, die gegenwärtig sowohl auf die Spieler, als auch die Verantwortlichen in München einprasselt. Als einen der Hauptschuldigen für die verkorkste Saison haben die Experten der Branche Joshua Kimmich ausgemacht. Allerdings ist die Kritik am 28-Jährigen nur bedingt berechtigt.
Tuchel versteht Kritik an Bayern: "Uns fehlen die Argumente"
Quelle: Perform
Große Hoffnung versprühte Thomas Tuchel vor dem großen Meister-Finale nicht mehr.
"Das wird keine Saison mehr, mit der wir zufrieden sind - egal, wie es morgen ausgeht", erklärte der Trainer des FC Bayern auf der Pressekonferenz vor dem abschließenden Saisonspiel am Samstag beim 1. FC Köln (15:30 Uhr im Liveticker).
Keine Frage, die Chancen auf den elften Meistertitel in Folge für die Münchner stehen denkbar schlecht. Einzig ein Ausrutscher von Titelkonkurrent und Spitzenreiter Borussia Dortmund im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (15:30 Uhr im Liveticker) würde die Dominanz der vergangenen Jahre aufrecht erhalten.
Grundvoraussetzung ist allerdings ein Auswärtssieg beim formstarken 1. FC Köln, wie auch Tuchel nochmal hervorhob: "Für uns ist es sonnenklar: Wir müssen gewinnen, dann können wir schauen."
Dass dies alles andere als ein Selbstläufer wird, stellten die Domstädter im Hinspiel vor rund vier Monaten unter Beweis. Einzig ein Treffer der Marke Weltklasse von Joshua Kimmich in der Schlussminute bewahrte die Bayern damals vor einer Pleite (1:1).
Die Rolle des Retters hat der 28-Jährige mittlerweile jedoch längst nicht mehr inne. Stattdessen ist Kimmich zum Sündenbock für die aus Sicht der Münchner verkorkste Saison verkommen.
Basler und Lehmann attackieren Kimmich
Insbesondere von Ex-Bayern-Profi Mario Basler hagelte es für den Nationalspieler nach der im Meisterrennen wohl vorentscheidenden 1:3-Pleite des FC Bayern am vergangenen Wochenende gegen RB Leipzig heftige Kritik.
"Wenn ich sein Interview sehe, wie er da nach dem Spiel steht, wie ein kleines Kind", schimpfte er in seinem Podcast "Basler ballert" und ergänzte: "Dieser große Spieler, wie er von sich sagt, dass er es ist, ist er einfach nicht. Er ist ein hervorragender Spieler, aber für mich ist er völlig überbewertet."
In eine ähnliche Kerbe hatte jüngst auch der ehemalige Nationalkeeper Jens Lehmann geschlagen. "Kimmich kann auf dem Platz nicht organisieren, das hat er nie gelernt", erklärte der 53-Jährige gegenüber "Bild TV".
Eine durchaus gewagte Aussage, hält Kimmich doch gemeinsam mit Nebenmann Leon Goretzka seit nun mehr drei Jahren die Fäden im bajuwarischen Mittelfeld in den Händen.
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Joshua Kimmich vom FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
Kaum Konkurrenz für Goretzka und Kimmich
Zuletzt wuchsen jedoch die Zweifel am DFB-Duo.
"Amazon"-Experte und BVB-Berater Matthias Sammer wollte die Formschwankungen der beiden Mittelfeldregisseure in der laufenden Spielzeit jedoch nicht zu hoch hängen. Die Achse um Kimmich, Goretzka und Müller sei im Moment zwar ein bisschen instabil, allerdings funktioniere ein Generationswechsel selten reibungslos, sagte Sammer jüngst.
Wirkliche Alternativen in der Zentrale hat Tuchel aktuell jedoch nicht. Ryan Gravenberch konnte sich bislang nicht nachhaltig empfehlen, Marcel Sabitzer wurde im Winter mangels Perspektive an Manchester United ausgeliehen. Ob der Österreicher überhaupt noch einmal das Bayern-Trikot tragen wird, darf zumindest bezweifelt werden.
Es ist daher kein Zufall, dass Konrad Laimer von RB Leipzig aller Voraussicht nach im Sommer den Weg in die bayerische Landeshauptstadt finden wird. "Seine Fähigkeiten sind einzigartig. Dieses Pressing, die Zweikämpfe und das Tempo nach vorn - solche Stärken hat kein anderer", schwärmte Benjamin Henrichs jüngst von seinem Teamkollegen.
Rice die perfekte Ergänzung zu Kimmich?
Allerdings ist auch Laimer kein Abräumer, wie ihn der FC Bayern eigentlich benötigt.
Schließlich liegen die Stärken von Kimmich, der essentiell für den Aufbau der Münchner ist, als auch von Goretzka eher im Spiel nach vorne. Abhilfe schaffen könnte hierbei ein klassischer Sechser, Typ Javi Martínez, der insbesondere Kimmich im Mittelfeld den Rücken freihält.
An dieser Stelle kommt Declan Rice ins Spiel. Der 24-Jährige, der Medienberichten zufolge vor einem Wechsel an die Säbener Straße steht, besticht bei West Ham United mit seiner Zweikampfstärke (gewinnt 62 Prozent seiner direkten Duelle) und seiner Ballsicherheit. Attribute, die auch dem FC Bayern gut zu Gesicht stehen würden.
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Declan Rice
Fotocredit: Getty Images
Kimmich gibt Hoffnung im Meisterkampf nicht auf
Knackpunkte im Transfer-Poker könnten allerdings sowohl das große Interesse am englischen Nationalspieler sowie die hohe Ablösesumme (rund 100 Millionen Euro) werden.
Bevor sich die Münchner den Planungen für die kommende Saison widmen können, gilt es jedoch, die aktuelle Spielzeit zu einem guten Ende zu bringen.
"Wir gucken uns das an und werden unabhängig davon das letzte Spiel gewinnen", kündigte Kimmich im Hinblick auf das Fernduell um die Meisterschaft mit dem BVB an.
Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.
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#SotipptderBoss: Borussia Dortmund im Meisterrausch
Quelle: Eurosport
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