Sebastian Kehl weiß genau, wie sich das anfühlt.
Im Januar 2002 wechselte der damals 21 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund und blieb dort bis zu seinem Karriereende. 20 Jahre später transferierte er nun in seiner ersten Saison als Sportdirektor ebenfalls einen 21-jährigen Freiburger in den Ruhrpott.
Genau wie Kehl, der im Mai 2001 unter Rudi Völler in der Nationalmannschaft debütierte, reifte auch Schlotterbeck im Breisgau bereits zum Nationalspieler und gilt als eines der herausragendsten Defensivtalente des Landes.
Bundesliga
BVB ohne Reus ins Duell mit Bayern - Hoffnung auf Hummels
VOR 7 STUNDEN
Dass er die Erwartungen beim BVB erfüllen wird, daran zweifelt nach seinem Liga-Debüt in Schwarz-Gelb gegen Bayer Leverkusen (1:0) niemand.

Schlotterbeck bringt Mentalität

Schlotterbeck stand neben Mats Hummels in der Startelf und avancierte neben Keeper Gregor Kobel, der den Sieg durch zwei herausragende Paraden gegen Patrik Schick letztlich festhielt, zum Matchwinner.
Nicht nur aufgrund seiner herausragenden statistischen Werte (86 Prozent angekommene Pässe, 66 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fünf klärende Aktionen) wurde der Jungnationalspieler nach dem Spiel mit Sprechchören von der Südtribüne bedacht, es war vor allem die Art und Weise, die das Publikum im Stadion beeindruckte und spürbar mitriss.

Nico Schlotterbeck und Gregor Kobel freuen sich über drei Punkte für den BVB gegen Bayer Leverkusen

Fotocredit: Getty Images

Schlotterbeck ballte Fäuste, gab Kommandos, pushte das Publikum und wurde damit zum emotionalen Anführer der Borussia. Wer die vergangenen Jahre rund um den BVB genauer verfolgt hat, weiß, dass diese Tugenden den Westfalen mitunter gefehlt haben - Stichwort: Mentalitätsdebatte.
"Schlotterbeck hat Mentalität nicht nur in die Mannschaft, sondern ins ganze Stadion gebracht", lobte "Sky"-Experte Lothar Matthäus und bescheinigte dem 22-Jährigen ein "Traum-Debüt".

Nico Schlotterbeck: Plötzlich Königstransfer

Im Abwehrdreikampf mit Niklas Süle (derzeit verletzt) und Mats Hummels hat der Ex-Freiburger einen ersten Punktsieg eingefahren und nach den Ausfällen von Sébastien Haller (Krebserkrankung) und Süle darf sich der Innenverteidiger plötzlich als Königstransfer fühlen.
20 Millionen Euro ließen sich die Westfalen die Dienste des gebürtigen Waiblingers kosten - die Summe scheint gut angelegt zu sein. Schlotterbeck bringt neben Mentalität auch Zweikampfhärte und Qualitäten im Spielaufbau mit. Er ist groß gewachsen und hat über den Sommer noch einmal deutlich an Muskelmasse zugelegt.
In der Abwehrreihe bietet sich Trainer Edin Terzic mit drei Top-Innenverteidigern eine komfortable Situation. Der BVB ist variabel aufgestellt, kann sowohl mit Viererkette (Meunier, Schlotterbeck, Hummels, Guerreiro) wie gegen Leverkusen, als auch mit Dreierkette (Schlotterbeck, Süle, Hummels) auflaufen, ohne Qualitätsverluste in Kauf nehmen zu müssen.

Nico Schlotterbeck (r.) im Zweikampf mit Jeremie Frimpong

Fotocredit: Getty Images

Süle und Schlotterbeck spielten bereits im Pokal bei 1860 München (3:0) eine Halbzeit lang zusammen, kennen sich zudem aus der Nationalmannschaft. Es dürfte also auch Bundestrainer Hansi Flick im Hinblick auf die Winter-WM in Katar freuen, wenn die beiden BVB-Neuzugänge möglichst viele Spiele gemeinsam in der Innenverteidigung machen.
Wenn alle fit sind, scheint dies auch die wahrscheinlichste Variante - zumindest im Falle einer Viererkette. Sowohl Schlotterbeck als auch Süle haben gegenüber Hummels Vorteile in Sachen Geschwindigkeit und sind gleichzeitig ähnlich talentiert im Spielaufbau.
Hummels hingegen überzeugt mit Erfahrung, Ruhe am Ball und einer Übersicht, die ihresgleichen sucht.

Schlotterbeck: Wiedersehen mit den alten Kollegen

Am Freitagabend geht es für Nico Schlotterbeck schon am zweiten Bundesligaspieltag zurück an die alte Wirkungsstätte. Dann empfängt der SC Freiburg den BVB zu seinem ersten Heimspiel der neuen Saison (ab 20:30 Uhr im Liveticker).
In Freiburg, das weiß man spätestens seit der vergangenen Spielzeit, wird es ähnlich schwer wie gegen Bayer Leverkusen. Am 21. August 2021 musste der BVB ebenfalls nach grandiosem Saisonstart am zweiten Spieltag in den Breisgau - und verlor prompt mit 1:2.
Damals machte Schlotterbeck ein überragendes Spiel für den Sportclub.
Und dieses Mal?
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