Robert Hartmann sorgt als VAR erneut für Diskussionen: Kritik von Lothar Matthäus und Manuel Gräfe
VonThomas Gaber
Publiziert 29/04/2023 um 21:31 GMT+2 Uhr
Einen Tag nach dem 1:1 zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund war Robert Hartmann wieder als Videoschiedsrichter im Einsatz - und sorgte mit einer Entscheidung erneut für Diskussionen. Beim Zweitligaspiel zwischen dem FC Magdeburg und dem Hamburger SV wies Hartmann Schiedsrichter Harm Osmers auf eine mögliche Fehlentscheidung hin, nachdem dieser einen Elfmeter für den HSV gegeben hatte.
Robert Hartmann
Fotocredit: Getty Images
Osmers revidierte seine Entscheidung nach Sicht der Videobilder, da der Magdeburger Jamie Lawrence im Duell mit HSV-Stürmer Robert Glatzel auch den Ball berührt hatte.
Für Lothar Matthäus hätte der VAR in dieser Situation jedoch nicht eingreifen müssen. Zudem bezeichnete der "Sky"-Experte die Einteilung mit Hartmann als VAR als problematisch.
"Den nehme ich nach dem Spiel am Freitag erstmal raus! Er ist ja nach dieser Diskussion psychisch auch angekratzt. Aber heute wird er wieder eingesetzt und trifft wieder eine Entscheidung, die für mich nicht hundertprozentig nachvollziehbar ist, da es für mich keine klare Fehlentscheidung war", sagte Matthäus.
Diese hatte es jedoch am Freitagabend in Bochum gegeben, als Schiedsrichter Sascha Stegemann nach einer Attacke von Danilo Soares gegen Karim Adeyemi weiterspielen ließ, Hartmann in seiner Funktion als VAR jedoch nicht einschritt.
Kemme und Gräfe kritisieren VAR-Besetzung
Für "Sky"-Expertin Tabea Kemme ist es zudem ein Unding, dass Hartmann als Vertreter des Bayerischen Fußballverbandes bei einem Spiel vom Meisterschaftskonkurrenten des FC Bayern München eingesetzt wurde.
"Dass er aus dem Allgäu kommt, lässt eine ganz große Angriffsfläche zu. Mal wieder. Da müssen wir die Leine ein bisschen enger führen", meinte die Champions-League-Siegerin von 2010: "Da müssen wir uns alle an einen Tisch setzen und mit offenen Karten spielen, auch was das Einsetzen angeht."
Auch der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe wies auf die regionalen Hintergründe hin, die nicht beachtet worden seien. "Als Schiedsrichter muss man vorbereitet, darf aber nicht voreingenommen sein. Wenn der Schiedsrichter aus Nordrhein-Westfalen und der VAR aus Bayern kommt, schafft die Ansetzung unnötige Drucksituationen", schrieb Gräfe auf Twitter.
Unterdessen bekräftigte Schiedsrichter Stegemann bei "Sky" sein Bedauern über die Fehlentscheidung in Bochum. "Das hat mich sehr beschäftigt, auch in der Nacht. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Emotionen bei den Dortmundern hochgekocht sind. Sie haben seit vielen Jahren wieder gute Chancen, Deutscher Meister zu werden", sagte er.
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