Borussia Dortmund: Sascha Stegemann räumt Fehler ein, Schiedsrichter-Leitung gibt BVB recht

Nach dem Ausrutscher im Titelrennen führte der erste Weg zum Schiedsrichter. Noch auf dem Platz redeten die BVB-Spieler lautstark auf Sascha Stegemann ein, dann fanden Trainer Edin Terzic und Sportdirektor Sebastian Kehl deutliche Worte. Die Sportliche Leitung der DFB-Schiedsrichter gab der Sichtweise der Borussen recht: Es hätte Elfmeter geben müssen. Stegemann selbst räumte seinen Fehler ein.

Terzic hadert mit Schiedsrichter: "Ich finde es sehr ungerecht"

Quelle: Perform

"Ich ärgere mich ungemein, fühle mich beschissen. Es war eine sehr, sehr kurze Nacht, es geht mir nicht gut damit", sagte Sascha Stegemann der "Bild".
Den Video-Assistenten Robert Hartmann nahm er in Schutz. Der habe sich die Szene zwar angeschaut, aber habe keine offensichtliche Fehlentscheidung wahrgenommen.
"Als Schiedsrichter habe ich den Anspruch, die Szene auf dem Spielfeld zu lösen, ohne den Video-Assistenten unnötig in Gebrauch zu nehmen", sagte Stegemann.
Zuvor hatten sich die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund massiv über die Fehlentscheidung aufgeregt.

Kehl stinksauer: "Fahrlässig, feige und komplett falsch"

"Heute hat der Schiedsrichter das Spiel entschieden", meinte Sebastian Kehl nach dem 1:1 (1:1) der Borussia im kleinen Revierderby beim Abstiegskandidaten VfL Bochum.
Mit einem Sieg am Sonntag gegen das Schlusslicht Hertha BSC (ab 15:30 Uhr im Ticker) könnte Rekordmeister Bayern München im Fernduell wieder vorbeiziehen und die Tabellenführung zurückerobern.
Dreimal fühlten sich die Dortmunder von Stegemann benachteiligt: Zunächst hatten sie vor dem Bochumer Führungstor durch Anthony Losilla (5.) ein Foul an Emre Can gesehen, dann forderten sie zwei Elfmeter - wegen eines Handspiels in der Schlussphase, vor allem aber wegen der Attacke von Danilo Soares gegen Karim Adeyemi (65.), bei der der VAR nicht eingriff.
"Das war ein klarer Elfmeter", befand Kehl, "ich finde es frech, dass man mit den Mitteln, die man heutzutage zur Verfügung hat, fünf Spieltage vor Schluss, wenn es um die deutsche Meisterschaft geht, sich diese Situation nicht anschaut." Den Videobeweis in dieser Szene nicht zu nutzen, halte er "für absolut fahrlässig, feige und komplett falsch".

Leitung der DFB-Schiedsrichter gibt dem BVB recht

Das sieht auch die Sportliche Leitung der DFB-Schiedsrichter so. In einer Stellungnahme am Samstag hieß es: "Der Abwehrspieler springt seitlich von hinten mit beiden Beinen in einen Zweikampf um den Ball. Er spielt den Ball nicht, trifft stattdessen ausschließlich den Gegner und bringt ihn zu Fall. Das ist ein Foul und somit ein Strafstoß, wie es auch die TV-Bilder belegen. Die Erwartungshaltung muss bleiben, dass solche Vorgänge vom Schiedsrichter auf dem Platz richtig entschieden werden, ohne dass eine Unterstützung durch den Video-Assistenten notwendig wird."
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Terzic nach Remis in Bochum kämpferisch: "Alles dafür tun"

Quelle: Perform

Ruhig und sachlich hatte Ex-Nationalspieler Kehl seine Ausführungen in den Katakomben des Ruhrstadions begonnen, doch von Satz zu Satz wurde er demonstrativ lauter. Man sei "unglaublich erbost", habe bei Stegemann in der Kabine "unseren Unmut klar zu verstehen gegeben".
Wie der Schiedsrichter reagierte? "Er hat gesagt, er hat sich die Szene noch nicht angeschaut", berichtete Kehl und unterdrückte ein freudloses Lachen, "und daher wollte er sich noch nicht dazu äußern".

Terzic: "Sehr ungerecht, das tut weh"

Das Foul habe "ja fast jeder gesehen im Stadion", meinte der BVB-Sportdirektor und forderte: "Der Videoschiedsrichter muss sagen, es ist diskutabel, und dann muss er rausgehen und es sich anschauen." Sein Fazit: "Heute ist es nicht mit rechten Dingen zugegangen."
Auch Trainer Edin Terzic, der schon während des Spiels für seine Kritik die Gelbe Karte gesehen hatte, ärgerte sich: "Das war nicht nur ein klarer Elfmeter, sondern auch Gelb-Rot für den Bochumer Spieler. Dass nicht alles dafür getan wird, in dieser Phase der Saison keine Fehlentscheidung zu treffen, finde ich sehr ungerecht, das tut weh."
Vor allem weil die Dortmunder eine Vielzahl von Chancen nach dem Ausgleich durch Adeyemi (7.) nicht zum Siegtreffer nutzten. Nach dem sechsten Pflichtspiel in Folge auswärts ohne Sieg - nach dem 1:1 bei Schalke 04 und dem 3:3 beim VfB Stuttgart zum dritten Mal bei einem Abstiegskandidaten - könnte der BVB die unverhoffte Gelegenheit auf den ersten Meistertitel seit elf Jahren schon wieder verspielt haben.
"Es ist für uns eine einmalige Chance, es ist vielleicht für mich eine einmalige Chance in meinem Leben so nah an die Meisterschale zu kommen", sagte Terzic.
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(SID)
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Terzic: Top-Stürmer? "Regeln das gerade alles als Mannschaft"

Quelle: Perform

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