Sein erster Weg führte Sadio Mané zu den "Barmherzigen Brüdern". Nicht zu Hasan Salihamidzic oder Oliver Kahn, die mit ihrem Superstar-Transfer für den FC Bayern überglücklich sein werden, nein: Die neue Attraktion der Bundesliga betrat samt Entourage das gleichnamige Krankenhaus im Münchner Stadtteil Nymphenburg für den Medizincheck.
Im blauen Langarm-Shirt hob Mané den Daumen und schüttelte die Hand eines erfreuten Arztes - dann ging er zum Belastungstest.
30 Kilometer nordöstlich jubelte ein künftiger Mitspieler schon. "Ich freue mich, dass er gelandet ist", sagte Thomas Müller am Rande des Golfturniers "BMW International Open" in München-Eichenried. Der Transfer sei toll - er erhoffe sich, scherzte Müller, von Sadio Mané "viele Birdies".
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Der Frage, ob er beim FCB gerne mit Robert Lewandowski zusammenspielen wolle, sich einen Verbleib des Goalgetters wünsche, wich Mané clever aus. "Ich bin kein Spieler, der sich auf solche Dinge konzentriert. Ich bin hier für den FC Bayern. Und: Ich werde alles dafür tun, damit ich mit meinen Team-Kollegen Titel gewinne", so der Angreifer gegenüber der "Bild".
Sportchef Salihamidzic platzte indes fast vor Stolz. "Sadio kommt auf dem Höhepunkt seiner Karriere, in einem Top-Alter, ist topfit und er hat die Gier nach Titeln - da ist er genau beim richtigen Verein", sagte er der "Bild"-Zeitung: "Wir sind alle stolz und glücklich, dass so ein Weltstar zum FC Bayern kommt."

Mané: Gemeinsames Essen mit Kahn in München

Das gelte ganz besonders deshalb, weil Mané "von der ersten Minute an Feuer und Flamme für den FC Bayern war. Das bedeutet uns allen sehr viel - mir, dem Trainer-Team, dem ganzen Klub. Es ist wunderbar, dass wir so einen Spieler für unsere Mannschaft gewinnen konnten."
Mané unterstrich dies ebenfalls: "Mein Berater sagte mir, dass es auch Anfragen von anderen Klubs gab. Aber für mich hat gleich das Gefühl gestimmt, als Bayern mir den Plan mit mir vorgestellt hat", sagte der 30-Jährige der "Bild". Er habe sich dort "mehr wiedergefunden", ergänzte der Neuzugang
Vor dem zweiten Teil des Medizinchecks samt Vertragsunterschrift an der Säbener Straße weilte Mané im Luxushotel Mandarin Oriental in der Innenstadt. Dort speiste er mit Klubchef Kahn und Salihamidzic, für die der Coup einem Befreiungsschlag gleichkommt.
Am Mittwoch wollen die Bayern ihrem neuen Starspieler die große Bühne bereiten. Der Königstransfer soll, dem Anlass entsprechend, in der Allianz Arena vorgestellt werden - nach Unterschrift des 30-Jährigen unter einen Dreijahresvertrag. Bis zu 41 Millionen Euro (32 Millionen fix plus Boni) kostet der Offensivmann vom FC Liverpool, den der Rekordmeister am Dienstagmittag mit einem roten Audi vom Flughafen abholen ließ.

Mané: Riesige Erwartungen an Bayerns Königstransfer

Die Erwartungen sind riesig. "Mané ist ein Ausnahme- und Unterschied-Spieler", betonte "Sky"-Experte Lothar Matthäus. "Er kann jeder Mannschaft der Welt helfen", ergänzte Roger Schmidt bei "Bild". Er hatte den Senegalesen einst bei RB Salzburg trainiert. Für ihn sei Mané "eine Offenbarung", betonte zudem die Liverpool-Legende Alan Kennedy in der "SZ": Er mache die Spieler "um sich herum besser".
Für den zuletzt kritisierten Salihamidzic ist die Verpflichtung Manés ein Coup - doch vor dem Trainingsstart am 4. Juli muss der Sportvorstand einige Probleme lösen. Auch auf Trainer Julian Nagelsmann, dessen Wunschspieler der vielseitig einsetzbare Mané ist, warten Konflikte im Kader.
Nach wie vor ist die Zukunft von Torgarant Robert Lewandowski, aber auch von Serge Gnabry offen. Lewandowski will unbedingt zum FC Barcelona, Gnabry seinen 2023 auslaufenden Vertrag bisher nicht verlängern. Der Mané-Transfer könnte ein Fingerzeig für Nationalspieler Gnabry sein, beide spielen auf der Außenbahn.

Nagelsmann vor der Qual der Wahl

Überhaupt hat Nagelsmann in der Offensive die Qual der Wahl. Neben Mané beanspruchen dort Müller, Kingsley Coman, Leroy Sané, Jamal Musiala und eventuell Lewandowski und Gnabry einen festen Platz. Einer von beiden wird wohl bleiben (müssen), dass die Bayern Lewandowski und Gnabry abgeben, erscheint wenig wahrscheinlich.
Fest verpflichtet hat der FC Bayern bislang Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui und Mittelfeldspieler Ryan Gravenberch, beide von Ajax Amsterdam. Auf der Wunschliste steht Konrad Laimer von RB Leipzig.
Vom Lewandowski-Poker sind wiederum weitere Planungen abhängig. Die Gespräche mit Stuttgarts Angreifer Sasa Kalajdzic stocken, er wäre nur ein Kandidat, wenn der Pole den Klub verlässt. Auch Joshua Zirkzee, zuletzt an den RSC Anderlecht ausgeliehen, hängt in der Luft. Am Stürmer soll wiederum der VfB Interesse haben - als Kalajdzic-Ersatz.

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Einige Spieler auf der Verkaufsliste

Immerhin konnte Salihamidzic den Ersatzspieler Marc Roca für stolze 17 Millionen Euro an Leeds United veräußern. Laut "Bild" will der Rekordmeister auch Marcel Sabitzer verkaufen, um rund zehn Millionen Gehalt einzusparen. Rund 15 Millionen soll der Österreicher kosten, die AS Rom zeigt wohl Interesse.
Noch auf der Münchner Verkaufsliste: Bouna Sarr und Omar Richards. Bereits weg sind Niklas Süle (Borussia Dortmund) und Corentin Tolisso (Ziel unbekannt).
Die Stars beobachten die Aktivität der Bosse gelassen. "Der Verein hat immer einen guten Kader in den letzten Jahren zusammengestellt", sagte Kapitän Manuel Neuer: "Wir hatten immer eine Top-Mannschaft. Daher bin ich mir sicher, dass man die richtigen Entscheidungen für den FC Bayern treffen wird."
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(SID)

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