Hasan Salihamidzic befindet sich stets unter einem medialen Brennglas, das bringt seine Rolle als Sportvorstand und Entscheidungsträger beim FC Bayern automatisch mit sich. Transfers, Vertragsverlängerungen, Trainerverpflichtungen - Salihamidzic muss sich für alles rechtfertigen, was beim deutschen Rekordmeister von Belang ist.
In den vergangenen Monaten sah sich der 45-Jährige regelmäßig mit Kritik konfrontiert. Der ablösefreie Abgang von Niklas Süle, die Posse um Robert Lewandowski, die verpasste Verpflichtung Nico Schlotterbecks (wechselt stattdessen zum BVB) und das Verfehlen der sportlichen Saisonziele wurden unter anderem ihm negativ ausgelegt.
Doch die jüngsten Transfer-Entwicklungen rund um den FCB bringen Salihamidzic derzeit Anerkennung. Der Bosnier war federführend dabei, Sadio Mané von einem Wechsel in die bayrische Landeshauptstadt zu überzeugen. Salihamidzic ist es gelungen, einen Spieler von absolutem Weltklasse-Format nach Deutschland zu lotsen.
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"Ja, er kommt", frohlockte der ehemalige Profi mit Blick auf Mané nach seiner Rückkehr aus Liverpool letzten Freitag bei "Sky". Insgesamt rund 40 Millionen Euro machen die Münchner für den Senegalesen locker, Mané soll bei den Bayern einen Dreijahresvertrag unterschreiben und noch in dieser Woche offiziell vorgestellt werden.
Der Deal brachte sogar Dauer-Kritiker Lothar Matthäus ins Schwärmen: "Mané ist ein Ausnahme- und Unterschied-Spieler. Er hat mit Liverpool Tore und Assists in einer Art und Weise und in einer Regelmäßigkeit geliefert, wie dies nur wenig andere Spieler auf der Welt in den vergangenen Jahren geschafft haben", schrieb der Rekordnationalspieler in seiner "Sky"-Kolumne.
Mit der spektakulären Verpflichtung Manés werden die Karten beim deutschen Dauer-Champion neu gemischt. Besonders auf den Außenbahnen, die bisher von Kingsley Coman, Leroy Sané und Serge Gnabry dominiert wurden, dürfte sich etwas tun.
Mané ist allerdings nicht nur ein Kandidat für die Flügel - der 30-Jährige kann auch als Mittelstürmer agieren. Zumindest, wenn Lewandowski die Bayern tatsächlich im Sommer noch in Richtung Barcelona verlässt.
Vier mögliche Startelf-Szenarien.

1.) Viererkette mit Mané und Lewandowski

Der FC Barcelona buhlt nach wie vor intensiv um Lewandowski, angeblich bereiten die Katalanen ein weiteres Angebot für den Polen vor, der noch bis 2023 bei den Bayern unter Vertrag steht.
Derzeit scheinen Salihamidzic, Präsident Herbert Hainer und Vorstandschef Oliver Kahn aber weiter an ihrem Wechsel-Basta festzuhalten. Stand jetzt wird Lewandowski auch in der kommenden Spielzeit in München stürmen.
Lewandowski wäre an vorderster Front freilich gesetzt, hinter ihm würde der Konkurrenzkampf um drei vakante Startelf-Plätze entbrennen. Neben Top-Neuzugang Mané, der seine Klasse beim FC Liverpool über etliche Jahre hinterlegt hat und Urgestein Thomas Müller, dürfte Kingsley Coman die besten Aussichten auf einen Platz in der Startelf haben.
Der Franzose, der vornehmlich auf der linken Seite zum Einsatz kam, aber auch rechts spielen kann, war der Außenbahnspieler, der in der vergangenen Spielzeit die konstanteste Leistung zeigte, während Gnabry und Sané vor allem in der zweiten Saisonhälfte mit Schwächeperioden zu kämpfen hatten. Zudem scheint Gnabrys Zukunft an der Isar noch längst nicht in Stein gemeißelt. Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung über 2023 hinaus liefen bislang ins Leere.
Setzt Trainer Nagelsmann fortan in einer Viererkette, würde sich folgende Aufstellung ergeben:
Neuer - Mazraoui, Pavard (Upamecano), Hernández, Davies - Kimmich, Goretzka (Gravenberch) - Coman (Gnabry/Sané), Müller (Musiala), Mané - Lewandowski

2.) Dreierkette mit Mané und Lewandowski

Nagelsmann ließ seine Mannschaft in der vergangenen Saison ein ums andere Mal in einem 3-4-2-1-System auflaufen. Hierbei bildeten Benjamin Pavard, Dayot Upamecano und Lucas Hernández normalerweise die Innenverteidigung, auf der linken Seite agierte Alphonso Davies als Schienenspieler, sein Pendant auf rechts hieß dann Gnabry oder Sané.
Mit Noussair Mazraoui (kam von Ajax Amsterdam) hat Nagelsmann nun den idealen Schienenspieler für ein derartiges System. Der gelernte Rechtsverteidiger ist schnell und mit reichlich Offensivdrang ausgestattet, um die rechte Seite vollumfänglich zu beackern. Der Marokkaner könnte Gnabry, Sané und Coman in diesem Fall einen Platz streitig machen.

Sadio Mané

Fotocredit: Getty Images

Mané, der nicht nur auf dem Flügel, sondern auch zentrumslastiger spielen kann, würde die Außenbahn quasi räumen und gemeinsam mit Müller den Freigeist hinter der einzigen Spitze geben.
Entscheidet Nagelsmann sich für eine Dreierkette, würde sich folgende Startelf ergeben:
Neuer - Pavard, Upamecano, Hernández - Mazraoui (Gnabry/Sané), Kimmich, Goretzka (Gravenberch), Davies (Coman) - Müller (Musiala), Mané (Sabitzer) - Lewandowski

3.) Vierkette mit Mané, ohne Lewandowski

Nachdem bei Mané nun Klarheit herrscht, treibt die Personalie Lewandowski den Verein weiter um. Der Knipser vom Dienst will unbedingt weg, Barcelona zieht nun offenbar alle finanziellen Register, um den 33-Jährigen nach Katalonien zu holen.
Wie viel die zahlreichen Machtwörter der Bayern-Bosse in der jüngeren Vergangenheit wert sind, wird sich schon bald zeigen. Klar ist allerdings: Sollte Lewandowski den Klub verlassen, steht aktuell kein adäquater Neuner-Ersatz bereit.
Mané hieße im Falle eines Lewy-Abschieds die Lösung für die Spitze, bereits unter Coach Jürgen Klopp nahm der amtierende Afrikameister die Rolle der falschen Neun ein. Zuletzt im Champions-League-Finale gegen Real Madrid (0:1).
Kehrt Lewandowski den Bayern den Rücken und baut Nagelsmann auf eine Viererkette, könnte die Startelf der Bayern künftig so aussehen:
Neuer - Mazraoui, Pavard (Upamecano), Hernández, Davies - Kimmich, Goretzka (Gravenberch) - Gnabry (Sané), Müller (Musiala), Coman - Mané

4.) Dreierkette mit Mané, ohne Lewandowski

Der Vollständigkeit halber - so könnte sich Bayerns Startelf zusammensetzen, sollte Lewandowski das Weite suchen und Nagelsmann auf Dreierkette stellen.
Neuer - Pavard, Upamecano, Hernández - Mazraoui (Gnabry/Sané), Kimmich, Goretzka (Gravenberch), Davies (Coman) - Müller (Musiala), Gnabry (Sané) - Mané
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