Union Berlin schlägt Werder Bremen und ist wieder erster Bayern-Verfolger - Jubiläumssieg für Urs Fischer
Publiziert 25/01/2023 um 22:37 GMT+1 Uhr
Jubiläumssieg und Punkterekord für Urs Fischer: Der Trainer marschiert mit Union Berlin weiter durch die Bundesliga und hat Werder Bremen endgültig in die Krise gestürzt. Der Bayern-Jäger Nummer eins gewann zum Abschluss der Hinrunde 2:1 (1:1) gegen die Hanseaten, Janik Haberer (18.) und Kevin Behrens (46.) drehten die Partie und sorgten für Fischers 50. Bundesliga-Sieg im 119. Spiel.
"Wird ein kleines Bier geben": Fischer feiert Unions Höhenflug
Quelle: Perform
Werder war nach der 1:7-Blamage am Wochenende gegen Köln auf Wiedergutmachungskurs. Trainer Ole Werner baute seine Startformation entsprechend um, brachte mit Niklas Schmidt für Christian Groß und Amos Pieper für Milos Veljkovic zwei neue Kräfte in die Aufstellung.
Vor allem Pieper stand in der ersten Halbzeit dann auch gleich im Fokus. Eine Freistoß-Flanke von Marvin Ducksch von der linken Seite beförderte der Innenverteidiger aus sechs Metern durch die Beine von Union-Schlussmann Frederik Rönnow zum 1:0 per Kopf ins Tor (14.).
Nur Minuten später war es erneut Pieper, der mit einem katastrophalen Rückpass zu Keeper Jiri Pavlenka den Ausgleich einleitete. Kevin Behrens, gebürtiger Bremer, spritzte dazwischen, die Kugel landete bei Janik Haberer. Der traf aus 16 Metern direkt ins leere Tor (18.).
Überhaupt wirkte die Bremer Defensive wie schon in den letzten drei Partien mit unglaublichen 15 Gegentoren alles andere als sattelfest. Noch in der Anfangsphase hatte Pavlenka bei einem missglückten Dribbling im Strafraum gegen Behrens Glück, dass der Berliner Angreifer den Ball nicht im Tor unterbrachte (6.).
Nach dem Ausgleich aber blieb Bremen am Drücker, Leonardo Bittencourt scheiterte nach Vorarbeit von Niclas Füllkrug am linken Pfosten (22.).
Kurz vor der Halbzeit aber hatte Werder dann erneut mehr Glück als Verstand. Wieder brauchte Pavlenka bei einem Befreiungsschlag zu lange, Behrens ging einmal mehr dazwischen. Diesmal kam Sheraldo Becker an den Ball und traf sehenswert in den rechten Knick (42.). Schiedsrichter Bastian Dankert nahm den Treffer nach Videobeweis aber wieder zurück, Behrens war zuvor mit der Hand am Ball gewesen.
Kurz nach Wiederanpfiff durfte Behrens dann aber direkt jubeln. Eine Ecke von Neuzugang Josip Juranović brachte der Stürmer aus sechs Metern per Kopf im Tor unter (46.).
Der Spielstand spielte den Gästen in die Karten, so konnte sich Union aufs Konterspiel verlegen. Werder hingegen war um den Ausgleich bemüht, kam aber gegen die disziplinierte Berliner Defensive einfach nicht gefährlich vors Tor.
Stattdessen hätte Behrens nach Vorarbeit von Becker sein zweites Tor erzielen können, wurde aber im letzten Moment von Mitchell Weiser bedrängt (65.).
Werder wurde erst in der Schlussphase noch einmal gefährlich. Ein Freistoß von Bittencourt wurde von Unions Schlussmann Rönnow über die Latte gelenkt (80.). In der Nachspielzeit war es Füllkrug, der aus 18 Metern einen knappen Meter links vorbei zielte (90.+5).
Die Stimmen:
Leonardo Bittencourt (SV Werder Bremen): "Es war das erwartete Spiel. Union Berlin ist eine sehr disziplinierte Mannschaft, die nicht viel zulässt. Dennoch kommen wir gut ins Spiel, gehen auch in Führung. Dann kriegen wir das 1:1, das so einfach nicht fallen darf. Das ist einfach kacke. Wir müssen einfach schneller sein, schneller im Kopf sein. Deswegen nehmen wir heute nichts mit, denn ich denke, das wäre heute eindeutig drin gewesen."
Amos Pieper (SV Werder Bremen): "Irgendwas zwischen Himmel und Hölle. Es ist ein fantastisches Gefühl, hier vor den unglaublichen Fans ein Tor zu erzielen. Und dann ist es natürlich ein schreckliches Gefühl, mit diesem Rückpass beim Gegentor beteiligt zu sein. Das war ein technischer Fehler, das war einfach schlecht gespielt."
Kevin Behrens (1. FC Union Berlin): "Ich bin super happy, dass wir hier gewonnen haben. Es hätte sogar ein Tor mehr sein können. Ich hatte viele Freunde und Familie hier, das hat viel Spaß gemacht. Ich habe hier nie auflaufen dürfen."
Rani Khedira (1. FC Union Berlin): "In der ersten Halbzeit waren wir die bessere, die aktivere Mannschaft. In der zweiten Halbzeit war es dann nicht mehr so ansehnlich. Aber wir haben früh das Tor gemacht nach einem Standard und es dann gut wegverteidigt. Ich kann mich an keine große Chance für Bremen erinnern."
Frederik Rönnow (1. FC Union Berlin): "Wir sind sehr froh, wir haben viel gearbeitet über die Winterpause. Nach zwei schweren Spielen haben wir sechs Punkte. Wir fokussieren uns auf die nächste Aufgabe. Wir haben es bis jetzt super gemacht, aber das ist jetzt unsere Arbeit."
Ole Werner (Trainer Werder Bremen): "Der Sieg für Union geht unter den Strich in Ordnung, wir stehen mit leeren Händen da. Insgesamt haben wir für einen Aufsteiger eine vernünftige Hinrunde gespielt. Wir müssen uns aber wieder steigern."
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Es war ein wirklich sehr hartes und umkämpftes Spiel. Nach dem frühen Gegentreffer brauchte die Mannschaft etwas, um sich zu erholen - Werder hat das wirklich gut gemacht. In der zweiten Hälfte haben wir souverän und clever gespielt. 33 Punkte nach der Hinrunde - das ist außergewöhnlich. Am Samstag steht das Derby an, da müssen wir wieder bereit sein."
Der Tweet zum Spiel:
Werder Bremen startete als Aufsteiger stark in die Saison, zum Ende der Hinrunde ging es dann deutlich bergab.
Das fiel auf: Ausgerechnet Behrens
Für Kevin Behrens war die Partie gegen Werder eine ganz besondere. Schließlich ist der Angreifer in Bremen geboren, von 2008 bis 2011 durchlief er mehrere Jugendmannschaften des SVW, für seinen ersten Auftritt im Weserstadion musste er aber erst mit Union Berlin anreisen. Gegen Bremen brachte ihn Trainer Urs Fischer etwas überraschend von Beginn an. Und dieses Vertrauen zahlte Behrens zurück. Schon in der ersten Halbzeit war er ein steter Unruheherd, setzte Werders Defensive und Torwart Jiri Pavlenka immer wieder unter Druck (siehe die Szene vor dem nicht gegebenen Tor). Mit seinem Tor kurz nach Wiederanpfiff wurde der 31-Jährige dann endgültig zum Matchwinner.
Die Statistik: 4
Erstmals unter Trainer Ole Werner muss Werder Bremen vier Niederlagen hintereinander einstecken und steckt mitten in einem Negativlauf.
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Quelle: Perform
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