Bayer 04 Leverkussen - BVB: Borussia Dortmund zeigt im Topspiel Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Publiziert 04/12/2023 um 11:16 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund unterbricht mit dem 1:1 bei Bayer 04 Leverkusen eine Serie von 14 Pflichtspielsiegen der Rheinländer. Zum Punktgewinn kommt der BVB mit einer extrem defensiven Taktik - für die Cheftrainer Edin Terzic einige Erklärungen parat hat, für die sich der Beinahe-Meister vom Frühjahr aber auch einen süffisanten Kommentar von Bayers Mittelfeldlenker Granit Xhaka anhören muss.
"Klar benachteiligt!" Terzic wütet wegen Elfer-Entscheidung
Quelle: SID
Bis zur Winterpause sind es noch zweieinhalb Wochen und drei Bundesliga-Spieltage hin, doch aus gegebenem Anlass warf Edin Terzic gerade schon mal einen Blick ins neue Jahr.
Am 13. Januar beginnt dann der Afrika-Cup, einen Monat dauert das Turnier in der Elfenbeinküste - und Dortmunds Cheftrainer mutmaßte nun mit einem wissenden Lächeln: "Ich glaube, Leverkusen hat im Januar eine spannende Phase."
Hinter diesem Hinweis auf den internationalen Terminkalender steckt die Hoffnung, den Rückstand auf die Werkself dann eben in den ersten Wochen des Jahres 2024 verringern zu können. Denn am frühen Sonntagabend war dies den Schwarz-Gelben beim 1:1 in der BayArena nicht gelungen.
Terzic hofft auf Afrika Cup
Die Lücke zu den Rheinländern ist mit zehn Punkten Rückstand in der Tabelle weiterhin klaffend und am späten Ausgleich der Leverkusener, elf Minuten vor Schluss, waren unter anderem zwei afrikanische Nationalspieler und wichtige Stammkräfte in den Reihen der Leverkusener maßgeblich beteiligt: Der ivorische Innenverteidiger Odilon Kossounou, der den 40 Sekunden zuvor eingewechselten Patrik Schick in Szene setzte. Der Tscheche wiederum passte den Ball quer vors Tor vor die Füße seines Sturmkollegen Victor Boniface - sodass der wuchtige Nigerianer problemlos zum Punktgewinn für den Spitzenreiter vollenden konnte.
Kossounou, Boniface, dazu die wichtige Abwehrfachkraft Edmond Tapsoba (Burkina Faso) sowie die Offensivspieler Amine Adli (Marokko) und Nathan Tella (Nigeria) - sie alle werden den Leverkusenern im Januar wegen des Afrika-Cups fehlen. Das wiederum wird für Bayer-Coach Xabi Alonso, der in der Hinrunde fast immer auf dieselbe Startelf setzte, einige personelle Veränderungen erforderlich machen. Und entsprechend gespannt ist sein Dortmunder Kollege Terzic schon jetzt, wie dem Spanier das gelingen wird.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/12/03/3837916.jpg)
Bayer Leverkusen gelingt kein Heimsieg gegen den BVB
Fotocredit: SID
Dortmund ungewohnt defensiv
Bei der Punkteleitung am Wochenende gelang es den Rheinländern auf alle Fälle schon mal, sich durch die frühe BVB-Führung durch Julian Ryerson (5.) nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. In aller Seelenruhe praktizierten sie ihr bekannt dominantes Spiel, häuften bis zum Abpfiff eine Bilanz von 23:6 Torschüssen, 31:6 Flanken, 16:1 Ecken und mehr als doppelt so viel gespielten Pässen wie die extrem defensiv agierenden Dortmunder an. Ein ungewöhnlicher Spielstil für die Westfalen, die nach eingehender Analyse des Gegners diesmal völlig auf ihr hohes Pressing verzichteten - was Granit Xhaka zu einem kleinen Seitenhieb veranlasste.
"Wenn man sieht, dass Dortmund zu uns kommt und 90 Minuten lang nur verteidigt und lange Bälle spielt, dann können wir stolz sein", betonte Bayers Mann aus dem defensiven Mittelfeld - und schob hinterher: "Dortmund hat den Anspruch, vorne mitzuspielen. Und wenn die schon hierher kommen und nur hinten drinstehen, dann zeigt das, was für einen Respekt sie vor uns haben." Und bei dieser Diskrepanz zwischen dem eigentlichen Anspruch des BVB und der aktuellen Fußball-Wirklichkeit in Deutschland, die der Schweizer Rekordnationalspieler da formulierte, wollte Terzic auch gar nicht widersprechen.
Leverkusen weiter unbesiegt - das stört den BVB am meisten
"Leverkusen spielt eine außergewöhnliche Saison, das muss man neidlos anerkennen", erklärte der 41-Jährige - nachdem es seiner Mannschaft immerhin gelungen war, Bayers pralle Serie von zuletzt 14 Pflichtspielsiegen zu stoppen. "Xabi Alonso und sein Team haben in den letzten Wochen und Monaten sehr viel richtig gemacht. Und sie sind immer noch unbesiegt - das ist das, was uns am meisten stört", führte Terzic seinen Gedanken weiter aus. Ehe er sich schließlich für seine ausgesprochen vorsichtige Taktik rechtfertigte.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/12/03/3838095-77994828-2560-1440.jpg)
Terzic nach Spitzenspiel: "Das stört mich am meisten"
Quelle: Perform
"Die letzten Spiele gegen Leverkusen waren oft sehr torreich und spektakulär. Deshalb wollten wir diesmal anders rangehen und schauen, dass ein, zwei Tore für den Sieg reichen. Das hat nicht ganz geklappt", räumte Borussias Chefübungsleiter ein und bekannte: "Es gibt Kompromisse, die man gegen eine so dominante, so schnelle, so physisch starke Mannschaft eingehen muss." Was Edin Terzic fürs Erste bleibt, sind zwei Erkenntnisse. Erstens: "Unser Rückstand auf Leverkusen ist weiterhin groß." Und zweitens: "Da ist noch so viel, was auf uns zukommt. Auf uns - und auch auf Leverkusen."
Zum Beispiel der Afrika-Cup Anfang nächsten Jahres.
Das könnte Dich auch interessieren: Drei Dinge, die auffielen: Das Kaninchen entkommt der Schlange
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/12/03/3838094-77994808-2560-1440.jpg)
Alonso hadert mit Remis: "Genug gemacht, um zu gewinnen"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung