Bundesliga: Niklas Süle befindet sich in seiner Karriere am Scheideweg - dabei wirkte seine Laufbahn vielversprechend

Gegen Darmstadt 98 durfte Niklas Süle nur zwei Minuten ran. In die Startformation von Dortmund schaffte er es trotz des Ausfalls von Innenverteidiger-Kollege Mats Hummels nicht, stattdessen startete Emre Can auf Süles angestammter Position. Danach machten die BVB-Verantwortlichen deutlich, wie unzufrieden sie mit dem Leistungsstand des Verteidigers sind. Süle steht am Scheideweg seiner Karriere.

Niklas Süle ist unglücklich bei Borussia Dortmund.

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Es war ein deutliches Zeichen, das Cheftrainer Edin Terzic am Samstagabend in Richtung Süle sendete: Er ist derzeit nicht gut genug, um es in die Startelf zu schaffen. Auch nicht gegen den Tabellenletzten der Bundesliga.
"Wir wollten heute Can mit seiner Präsenz, seiner Zweikampfstärke und seinem Tempo auf dem Platz haben", erklärte der Übungsleiter im Anschluss an die Partie bei Darmstadt 98 (3:0) auf der Pressekonferenz. "Dort hat er uns schon letzte Saison sehr viel Stabilität gegeben und sich Rhythmus zurückgeholt, als er auf dieser Position angefangen hat."
Dem eigentlichen Innenverteidiger Süle traut man bei den Schwarz-Gelben diese Rolle momentan offenbar nicht zu. Das machte auch Sportdirektor Sebastian Kehl im Talk bei "Sky90" deutlich: "Er kann mehr, und ich erhoffe und erwarte mir in den nächsten Monaten auch mehr von ihm."
Dazu passt, dass der 1,95-Meter-Mann auch im Trainingslager in Spanien zuletzt nicht die erwünschte Leistung gezeigt hatte: "Der Trainer hat auf die letzten Tage reagiert und war, glaube ich, auch im Trainingslager nicht 100-prozentig zufrieden mit ihm."
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Niklas Süle

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Süle und das leidige Fitness-Thema

Wenn Süle nicht aufpasst, könnte seine so vielversprechende Karriere früher vorüber sein, als gedacht. Der gebürtige Frankfurter wechselte im Sommer 2017 für 25 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim zum Rekordmeister nach München. Fünf Jahre später ließ sich der BVB die Dienste des Abwehrmannes noch einmal zehn Millionen Euro mehr kosten.
Bei seinem Wechsel in den Ruhrpott habe er die Wertschätzung empfunden, die ihm von den Bayern-Verantwortlichen gefehlt hatte, erklärte Süle damals. Das große Ziel, die Meisterschaft, verpasste der Klub bekanntlich im vergangenen Sommer. Einmal mehr musste man dem FC Bayern den Vortritt lassen.
Bereits zum Ende der Spielzeit 22/23 wurde Kritik an Süle laut. Der damalige Bundestrainer Hansi Flick kritisierte vor allem den mangelhaften Fitnesszustand des 28-Jährigen, Süle wurde für die Länderspiele im Juni nicht nominiert. Immer wieder bescheinigen Experten dem Defensiv-Mann fehlende Professionalität.
In dieser Bundesliga-Saison stand Süle bei den Schwarz-Gelben nur vier Mal in der Startelf, ebenfalls vier Mal saß er gar über 90 Minuten auf der Bank. Unter Trainer Terzic ist der Nationalspieler alles andere als gesetzt, die Leistungen in der Hinrunde sind wenig vielversprechend.
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Niklas Süle

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Süle droht den Anschluss zu verlieren

Im Trainingslager habe Süle einem Medienbericht zufolge nach alles andere als fit und austrainiert gewirkt, die Verantwortlichen waren unzufrieden mit seiner Leistung. Dabei hätte der 28-Jährige insbesondere bei den beiden neu installierten Co-Trainern Nuri Sahin und Sven Bender einen unvoreingenommenen Eindruck hinterlassen können.
Um wieder Stammspieler zu werden, wolle er in der Rückrunde an einigen Dingen arbeiten, versprach er gegenüber vereinseigener Medien im Dezember. Das Gegenteil war bislang allerdings der Fall. Auch erste Gespräche zwischen Süle-Berater Volker Struth und BVB-Boss Kehl habe es wegen des Leistungseinbruchs bereits gegeben.
Nun droht der Hüne, der einst als legitimer Nachfolger von Weltmeister Jérôme Boateng gehandelt wurde, auch in der Nationalmannschaft den Anschluss zu verpassen. Bundestrainer Julian Nagelsmann, der Süle noch aus gemeinsamen Münchner Zeiten kennt, ließ ihn bei den vergangenen beiden Testspielen der DFB-Elf gegen die Türkei und in Österreich ohne eine einzige Einsatzminute auf der Bank versauern.
Mit Jonathan Tah und Antonio Rüdiger haben zwei andere Innenverteidiger derzeit klar die Nase vorn, auch Mannschaftskamerad Hummels genießt aktuell mehr Vertrauen als Süle.
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Niklas Süle und Julian Nagelsmann

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Süle muss "Gas geben" - EM in Gefahr

Um bei der Europameisterschaft im kommenden Sommer im eigenen Land dabei zu sein, muss bei Süle selbst ein Umdenken geschehen. "Natürlich werden wir ihn unterstützen, er muss aber auch selber Gas geben", forderte Kehl seinen Schützling auf.
Auch, wenn ein Wechsel im Winter unwahrscheinlich ist, dürfte das kommende Halbjahr entscheidend sein für den weiteren Verlauf seiner Karriere. Gibt er wie gefordert "Gas" und kämpft sich bei Dortmund zurück, dürfte Süle auch beim DFB gesetzt sein.
Wenn nicht, könnte ein erneuter Vereinswechsel, eventuell sogar ins Ausland, die Konsequenz sein. Fakt ist: Der Marktwert des früheren Bayern-Stars hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als halbiert. Es liegt nun an Süle selbst, seine Karriere zu retten.
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Quelle: Perform

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