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Der LIGAstheniker: BVB blamiert sich gegen FC Bayern - So kommt die Borussia nicht zum Borsigplatz
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Publiziert 06/11/2023 um 11:04 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund hat am 10. Spieltag der Bundesliga gegen den FC Bayern eine beispiellose Abreibung kassiert. Das 0:4 offenbarte einem Millionenpublikum, dass beim BVB längst nicht alles so rund läuft, wie es zuvor wochenlang gepredigt wurde. Der LIGAstheniker findet: Diese Dortmunder haben keine Eier - und erst recht keine Anspruch auf irgendeinen Titel. Ein Kommentar von Thilo Komma-Pöllath.
Terzic-Abrechnung nach Pleite: "In allen Bereichen verdient"
Quelle: Perform
Liebe FußballfreundInnen,
wenn man sich einen ganzen Sonntag lang Zeit nimmt, um über das vermeintliche Spitzenspiel von Samstagabend nachzudenken, dann fällt einem ganz viel zum FC Bayern ein - aber nichts mehr zum BVB.
Ich entschuldige mich schon jetzt für meine Wortwahl, aber selten hat man ein vermeintliches Spitzenteam gesehen, dass sich vor einem Millionenpublikum so in die Hosen gemacht hat.
Dass die Dortmunder verkappte Hosenscheißer sind, kommt dann aber gar nicht von mir, sondern von Julian Brandt. Der ist ja bekanntlich näher dran. Wobei sein Spruch ("Wenn du Torchancen kreieren willst, dann brauchst du ein bisschen was in der Hose") schon den Hinweis darauf liefert, dass sie in Dortmund andere Maßstäbe haben als an der Säbener Straße in München.
Hier "ein bisschen was in der Hose", dort "Eier, wir brauchen Eier" - der berühmte Oliver Kahn-Aphorismus aus seiner Zeit als Spieler, den er vor einem Jahr als CEO noch einmal wiederholte. Wenn man im Bild bleiben will, so haben die Bayern am Samstag Rührei aus dem BVB gemacht.
Dortmund muss auf die Couch
Doch woher kommt diese "desillusionierende Mutlosigkeit", wie es die "Welt" nannte, just in den Minuten der größtmöglichen Mutprobe? Oder hatten die BVB-Jungens einfach nur mal wieder Prüfungsangst beim denkbar wichtigsten Härtetest?
So wie zuletzt eigentlich immer beim sogenannten "Spitzenspiel". Wichtig: Spitzenspiel in Anführungszeichen! Neun der letzten zehn Duelle mit den Bayern gingen verloren, Torverhältnis 11:33.
Notorische Prüfungsangst wäre zumindest eine Erklärung für das Unverständliche. Aber die Frage, warum man diese Angst nicht in den Griff bekommen kann, wäre dann noch immer nicht beantwortet.
Mich dünkt, man hat sich die höhere Psychologie wieder mal gespart und mit der Küchenpsychologie des sich selbst gut Zuredens vorliebgenommen. Die tut sicher viel weniger weh, ist sogar richtig angenehm erst mal. Ja, wenn sie denn reichen würde.
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Trotz Demütigung gegen Bayern: Terzic zuversichtlich
Quelle: Perform
Hosenlosigkeit wird zum BVB-Standard
"Wir haben enorm an Widerstandsfähigkeit hinzugewonnen", hatte sich Sportdirektor Sebastian Kehl drei Tage zuvor nach dem Pokalerfolg gegen die TSG Hoffenheim Mut zugesprochen, denn mehr war es offensichtlich nicht.
"Wir wollen zum Borsigplatz", hatte Trainer Edin Terzic öffentlich fabuliert und mit dem Zusatz versehen, dass dort genug Platz für alle sei, "um mehr als einen Titel zu feiern". Mehr als einen Titel? Der Mann muss Fantast sein! Eine derartige Öffentlichkeitsarbeit muss man nach dem am Samstag Offenbarten in das Reich der Mythen und Märchen der Gebrüder Grimm verweisen.
Dieser BVB wird auf dem Borsigplatz auf Jahre hinaus nichts zu feiern haben, wenn diese Hosenlosigkeit der Standard ist. Warum haben die keine Eier, diese Dortmunder? Woran liegt das eigentlich?
Wo bleibt Sammer?
Zu gerne würde man mal Mäuschen spielen beim Abschlusstraining des BVB vor einem Duell gegen die Bayern. Man würde hören, wie selbstbewusst - oder eben nicht - sich Reus und Co. auf so ein "Spitzenspiel" vorbereiten.
Denn das ist ja das große Groteske ist, dass man sich in Dortmund einen Moserer, Suppenspucker und Anspruchsfetischisten wie Matthias Sammer leistet, der, als er noch in München weilte, den Bayern zu kritisch war, obwohl ausgerechnet die Bayern ja die größte Anspruchslatte an sich selbst ansetzen. Und dann kommt jetzt so ein windelweiches Gegurke dabei heraus. Und von Sammer? Kein Wort!
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Matthias Sammer beim 0:4-Debakel des BVB gegen die Bayern
Fotocredit: Imago
Aber hatte nicht genau jener Sammer gerade erst mit großer Lust und Laune am Verriss den DFB in seinen Grundfesten abgekanzelt ("Wir sind Weltmeister im Ausredensuchen") und ausgerechnet den Bayern fehlende Champions-League-Tauglichkeit attestiert?
Wo ist dieser Sammer am heutigen Montag mit einer Generalanalyse von Schwarz-Gelb?
BVB: Vorrücken gefährdet
Der BVB ist - anders als der DFB - kein Weltmeister im Ausredensuchen, das muss man ihnen zugestehen. Diese Borussia ist nach dem Spiel nämlich verstummt.
Wäre die Bundesliga eine Schulklasse, dann wären die Tuchel-Bayern der rotzige Klassenbeste und der BVB der picklige, eingeschüchterte Hänfling von der letzten Bank.
Mit der Tabellenspitze wird man so nichts zu tun haben. Und wer weiß, ob das Vorrücken der Dortmunder am Ende der Woche, nach Newcastle und Stuttgart, nicht noch viel stärker gefährdet ist.
Zur Person: Thilo Komma-Pöllath
Der Sportjournalist und Buchautor ("Die Akte Hoeneß") beleuchtet in seinem wöchentlichen Blog als LIGAstheniker das Geschehen in der Fußball-Bundesliga für Eurosport.de. Oft skeptisch, ironisch, kritisch - aber einer muss schließlich den Ball flach halten.
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"Extrem schwer hier!" Tuchel lobt Bayern-Stars
Quelle: Perform
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