FC Bayern München - Alphonso Davies flirtet mit Real Madrid: FCB zwischen Hoffnung und Groll

Alphonso Davies hat sich beim FC Bayern vom jungen No-Name zu einem Weltklasse-Linksverteidiger entwickelt. Nach knapp fünf Jahren im FCB-Dress scheint der Kanadier mit einem Abgang zu liebäugeln. Real Madrid buhlt übereinstimmenden Medienberichten zufolge intensiv um die Dienste des 23-Jährigen, sein Berater befeuerte die Gerüchte. Es droht eine Hängepartie mit ungewissem Ausgang.

Alphonso Davies vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Uli Hoeneß ist bekanntermaßen ein Mann vom alten Schlag, Grantler und Gönner gleichermaßen.
Der Macher des FC Bayern hat den Fußball in sämtlichen Facetten erlebt und keilt regelmäßig gegen einige Entwicklungen in der Branche.
Ganz besonders zuwider ist dem Patriarch vom Tegernsee die steigende Macht der Spielerberater.
"Heute gibt es kaum noch einen Spieler, der selbst verhandelt, der bei diesen Gesprächen überhaupt dabei ist", wird Hoeneß in Felix Neureuthers Buch "Für die Helden von morgen" zitiert: "Als Paul Breitner und ich damals unsere Verträge verhandelt haben, da sind wir selbst am Tisch gesessen, da war kein anderer für uns dabei. Da haben wir uns gefetzt, aber wir haben uns das alles selbst ausgemacht."

Hoeneß vs. Berater: "Fremdgesteuert"

Hoeneß' Vorwurf an die Berater-Szene: "Ich sehe das Problem bei den heutigen Spielern vor allem darin, dass sie durch ihre Berater ein bisschen und immer mehr fremdgesteuert werden." Ihm zufolge hätten die Agenten nicht den Vorteil ihres Klienten, sondern nur den eigenen Nutzen im Auge.
Konkret brachte vor allem ein Berater Hoeneß in jüngerer Vergangenheit auf die Palme: Pini Zahavi, unter anderem Vertreter der Interessen David Alabas. Diesen titulierte der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters vor drei Jahren im "Doppelpass" bei "Sport1" als "geldgierigen Piranha". Nach zähen Verhandlungen fanden die Münchner und die Alaba-Seite keine Übereinkunft für einen neuen Vertrag, der Österreicher wechselte im Sommer 2021 ablösefrei zu Real Madrid.
Nun könnte den Bayern ein ganz ähnliches Szenario drohen. Wieder sind die Spanier involviert, erneut gestaltet sich die Ausarbeitung eines langfristigen Arbeitspapiers für die Bayern schwierig - und abermals sorgte ein Berater bei Hoeneß mutmaßlich für Unmut. Gemeint sind Alphonso Davies und dessen Agent Nick Huoseh.
Huoseh hatte zuletzt kaum eine Möglichkeit ausgelassen, öffentlich über den Stand der Vertragsverhandlungen zwischen Davies und den Bayern sowie das Interesse anderer Vereine zu sprechen. Man sei kurz davor gewesen, sich mit dem FCB zu einigen, aber dann seien Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Vorstandschef Oliver Kahn entlassen - und die Gespräche auf Eis gelegt worden.

Davies-Berater schwärmt von Real: "Bin großer Fan"

"Ich bin aufgewacht und habe die Nachricht erhalten, dass alle weg sind bei Bayern", sagte Huoseh bei "TSN" und klagte über "zu viel Instabilität" im Verein. Er schob nach: "Vielleicht ist es besser, wenn wir mit einem neuen Vertrag bis 2024 warten." Er habe auch schon "mit anderen Klubs gesprochen", gab er zu, allerdings habe es sich lediglich um einen losen ersten Kontakt gehandelt.
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Bald im Trikot der Königlichen? Alphonso Davies

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Später schwärmte Huoseh ganz konkret von den Königlichen, die dem Vernehmen nach intensiv um Davies' Dienste buhlen. "Real ist ein großer Klub, ich bin ein großer Fan. Real ist ein großer Name. Wenn man Gerüchte um seinen Schützling hört, macht das schon stolz", sagte er im Gespräch mit Transfer-Experte Fabrizio Romano.
Störgeräusche, die von den Bayern-Verantwortlichen zähneknirschend zur Kenntnis genommen wurden.

Bayern wirbt für Verlängerung: "Wollen ihn behalten"

An dem Wunsch, Davies zu binden, änderten die Ausführungen dessen Beraters jedoch wenig. "Er ist zu einem der weltbesten Verteidiger bei uns geworden, den wollen wir natürlich behalten und ich hoffe, dass er das auch will", erklärte beispielsweise Präsident Herbert Hainer am Rande der Jahreshauptversammlung.
Auch Neu-Sportdirektor Christoph Freund bezog Stellung zu einem potenziellen Davies-Abgang. "Ich habe mit Phonzys Berater schon gesprochen. Real Madrid ist da nicht mein Thema. Ich spreche mit ihm über unsere Pläne mit Phonzy hier beim FC Bayern", verriet der Österreicher in der "Sport Bild". Grundsätzlich wolle man Davies "möglichst langfristig" halten.
Davies selbst hält sich indes bedeckt. Laut "Sport1" ist das madrilenische Interesse an dem 23-Jährigen aber alles andere als heiße Luft. Demnach stehe ein neuer Linksverteidiger im Sommer ganz oben auf der Transfer-Agenda, Davies sei der Wunschkandidat und tendiere derzeit sogar zu einem Wechsel ins Santiago Bernabéu.
Auch spanische Medien wie die "Marca" und die "as" berichteten unlängst, dass Davies seine Zelte in der bayrischen Landeshauptstadt aller Voraussicht nach abbrechen und nach Madrid kommen werde.

Wechsel zu Real so gut wie fix? Berater dementiert

Meldungen, die Berater Huoseh, derjenige, der das Ganze regelmäßig befeuert hatte, vehement dementierte. "Das stimmt nicht. Im Moment ist Phonzy bei Bayern München, nur da ist sein Fokus", teilte er auf entsprechende Nachfrage der "tz" mit. Er sei darüber hinaus von der Deutlichkeit der Berichte überrascht gewesen.
Dass Davies, dessen aktueller Kontrakt noch bis 2025 Gültigkeit besitzt, ein neues Abenteuer im Ausland wagen könnte, erscheint trotzdem nicht unrealistisch. Der kanadische Nationalspieler hat mit den Bayern seit seinem Wechsel vor knapp fünf Jahren auf nationaler und internationaler Ebene alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Die Aussicht auf ein Engagement beim Weltklub aus Madrid reizt traditionell jeden Spieler.
Die Bayern stehen jedenfalls in der Causa Davies vor einer enormen Herausforderung, im Vergleich zu Alaba damals droht zumindest kein ablösefreier Abgang. Sollte Davies tatsächlich das Weite suchen wollen, winken im Sommer - dann hat Davies noch ein Jahr Restvertrag - immerhin eine satte Summe von kolportierten 50 Millionen Euro.
In den kommenden Wochen, vielleicht sogar Monaten, dürften die Meldungen um Davies nicht abreißen, Sprachrohr Huoseh die Hoeneß'sche Losung vom "Früher, als die Spieler noch selbst verhandelt haben, war alles besser" weiter nähren.
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Quelle: Perform

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