FC Bayern startet gegen TSG 1899 Hoffenheim ins Fußballjahr 2024: Die Sterne stehen günstig wie selten
VonThomas Gaber
Publiziert 12/01/2024 um 11:39 GMT+1 Uhr
Für den FC Bayern München beginnt nach dreieinhalb Wochen Winterpause mit dem Bundesliga-Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim heute die Jagd auf Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen. Trainer Thomas Tuchel betont den Biss seiner Spieler und die Gier nach großen Titeln. Die Voraussetzungen, eine erfolgreiche Rückrunde zu spielen, sind in diesem Jahr besonders gut - aus mehreren Gründen.
#SotipptderBoss: Der Kaiser jubelt im Fußball-Himmel
Quelle: Eurosport
Thomas Müller ließ es sich am Donnerstagabend nicht nehmen, dem Kaiser persönlich zu huldigen. In einem Instagram-Video bedankte sich das Urgestein des FC Bayern beim Urgesteinsten aller Bayernspieler - Franz Beckenbauer.
"Sein Tod überschattet alles - auch das aktuelle Spielgeschehen. Gleichzeitig macht es mich stolz. Warum stolz? Kaiser Franz war der bedeutendste Spieler dieses Vereins und entsprechend froh bin ich, dass ich die Farben des FC Bayern schon so lange tragen darf. Danke für alles, Franz Beckenbauer", sagte Müller.
Am Ende seines Statements versprach Müller dem Kaiser, dass sich die Mannschaft gegen Hoffenheim (20:30 Uhr im Liveticker) am "Riemen reißen werde, um dieses Spiel zu gewinnen". Beckenbauer wird von oben genau hinschauen.
Auf den FC Bayern wartet ein hoch emotionaler Abend - unabhängig vom Ausgang des Spiels. Die besonderen Begleitumstände verursachen bei Müller und Trainer Thomas Tuchel unisono "gemischte Gefühle".
Tuchels Plan: Druck ausüben und Meister werden
Doch die Geschäfte müssen weiterlaufen. Es geht für die Münchner darum, gleich ein Ausrufezeichen zu setzen. "Wir wollen sofort Druck auf Leverkusen ausüben", kündigte Tuchel an. Der Tabellenführer hat vier Punkte mehr auf der Habenseite, die Bayern aber noch das Nachholspiel gegen Union Berlin in der Hinterhand.
Mit 38 Zählern aus 15 Spielen steht der FC Bayern ohnehin gut da. Die Leverkusener mussten schon die Hinserie ihres Lebens spielen, um den Verfolger in Schach zu halten. Gegen Hoffenheim beginnt die Jagd auf die Werkself und auf das, worum es in München stets geht: Titel und Trophäen. "Ganz klar - wir wollen Meister werden", sagte Tuchel.
Die Voraussetzungen dafür könnten besser kaum sein. Auffällig, wie Tuchel die Arbeit mit der Mannschaft in der zurückliegenden Trainingswoche lobte. "Ich spüre, dass wir absolut bereit sind. Ich spüre den Biss, die Anspannung und den enormen Kampf um die Startplätze. Ich bin sehr zufrieden", sagte der Cheftrainer.
Im Gegensatz zur ersten Saisonhälfte, als Tuchel infolge zahlreicher Verletzungen häufig unfreiwilig rotieren und Spieler auf ungewohnten Positionen einsetzen musste, kann er aus dem Vollen schöpfen. Außer Min-jae Kim, der mit Südkorea beim Asien-Cup weilt, hat Tuchel alle Stammkräfte an Bord.
Noussair Mazraoui (Afrika-Cup mit Marokko trotz Muskelverletzung) und Serge Gnabry (Oberschenkelverletzung) werden zwar ebenfalls im Januar fehlen, sind aber ohnehin nicht unbedingt erste Wahl. Dafür ist mit Eric Dier ein variabel einsetzbarer Defensivspieler hinzugekommen.
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Tuchel sieht Dier als "Spezialist in der Innenverteidigung"
Quelle: Perform
Neuer und Müller verspüren große Gier nach Titeln
Vor einem Jahr startete der FC Bayern ohne Manuel Neuer in die Rückrunde, gepaart mit der Ungewissheit, ob die Nummer eins jemals wieder Fußballspielen werde. 2024 ist der fünfmalige Welttorhüter des Jahres wieder topfit und hievte das Niveau im Kasten laut Tuchel schon im Spätherbst "auf ein ganz neues Level".
Die Gier nach weiteren großen Titeln ist bei Neuer nach der langen Leidenszeit besonders ausgeprägt. Gleiches gilt für Thomas Müller, der sich mit seiner Rolle als Teilzeitstammkraft abgefunden und mehrfach bewiesen hat, dass er immer noch enorm wichtig sein kann. Die Aussicht, im Sommer eine EM im eigenen Land spielen zu können, verleiht gerade Neuer und Müller zusätzlichen Antrieb.
Nach einer Saison ohne - im internationalen Vergleich - konkurrenzfähigen Torjäger ist mit Harry Kane ein Stürmer im Kader, um den ganz Europa den FC Bayern beneidet. 25 Tore in seinen ersten 22 Pflichtspielen sind in der Geschichte des Vereins schon jetzt unerreicht.
Zudem starten die Münchner mit drei Heimspielen ins neue Jahr. Nach Hoffenheim kommen Werder Bremen (21. Januar) und Union (24. Januar) in die Allianz Arena. Die neun Punkte sind fest eingeplant. Generell meint es der Spielplan gut mit dem Rekordmeister. Vor dem Showdown in Leverkusen am 10. Februar steht nur ein Auswärtsauftritt in Augsburg auf dem Programm, dazwischen ist Mönchengladbach zu Gast. Lazio Rom sollte im Achtelfinale der Champions League auch keine allzu große Hürde darstellen.
Tuchel kann Showtime in der Champions League
Das peinliche Aus im DFB-Pokal in Saarbrücken (1:2) traf die Bayern ins Mark, könnte sich aber hinsichtlich der körperlichen und mentalen Belastung im Kampf um die Meisterschaft und die Champions-League-Krone als hilfreich erweisen.
Titel sind nicht planbar, erst recht nicht der in der Champions League. Wenn es ab April in die Crunchtime geht, ist der Erfolg unvorhersehbar. Gerade den FC Bayern traf das Verletzungspech im letzten Drittel einer Saison in den letzten Jahren häufiger. Andererseits gibt es in Europa aktuell keine Übermannschaft und keine, der die Münchner nicht auf Augenhöhe begegnen können. Auch das war in der jüngeren Vergangenheit anders.
Hinzu kommt, dass Tuchel in seiner Karriere bereits zweimal bewiesen, dass er seine Mannschaften auf den Punkt zu Höchstleistungen anstacheln kann. 2020 führte er Paris Saint-Germain ins Finale der Königsklasse, ein Jahr später schlug er mit dem FC Chelsea das favorisierte Manchester City 1:0.
Für den FC Bayern München liegt im ersten Halbjahr 2024 enorm viel Potenzial auf der Straße. Er muss es nur noch einsammeln.
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Quelle: Perform
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