FC Bayern: Suche nach dem Thomas-Tuchel-Nachfolger - diese Trainerkandidaten bleiben nach der Rangnick-Absage
Kein Xabi Alonso, kein Julian Nagelsmann - und jetzt auch kein Ralf Rangnick: Der FC Bayern kann nach der Absage des österreichischen Teamchefs am Donnerstag einen weiteren Kandidaten von der Liste möglicher Nachfolger von Thomas Tuchel streichen. Dagegen rücken andere prominente Namen wieder in den Fokus. Welche Trainerkandidaten bleiben den Münchnern noch für die kommende Saison? Ein Überblick.
Rose süffisant zur Tuchel-Nachfolge: "Urlaub am Tegernsee?"
Quelle: Perform
Auf den Tag genau 71 Tage ist es her, dass der FC Bayern die Trennung von Cheftrainer Thomas Tuchel im Sommer verkündete. Ein Nachfolger für das wahrscheinlich höchste Amt im deutschen Klubfußball ist allerdings noch immer nicht in Sicht.
Stattdessen kassierten die Verantwortlichen bei ihrer Trainersuche die nächste Abfuhr: Nachdem bereits Xabi Alonso und Julian Nagelsmann den Job beim Rekordmeister abgelehnt hatten, gab auch Ralf Rangnick den Bayern am Donnerstagvormittag einen Korb.
Wenige Stunden später betonte Sebastian Hoeneß zum wiederholten Male, dass die jüngsten Absagen nichts an seinen Plänen geändert hätten, beim VfB Stuttgart zu bleiben. Die Liste der möglichen Trainerkandidaten wird damit immer kürzer.
Sicher ist bislang nur: Tuchel ist im Sommer weg. Daran wird sich laut Vorstandschef Jan-Christian Dreesen auch nichts ändern, selbst wenn die eigentlich verkorkste Saison doch noch mit dem Triumph in der Champions League enden sollte.
"Ich glaube, wir alle sind uns im Klaren, dass es jetzt nur um ein Ziel geht, nämlich ins Finale zu kommen. Und wenn wir dann so weit sind, kümmern wir uns hoffentlich auch ums Gewinnen. Dann sind wir gemeinsam glücklich und gehen getrennte Wege", erklärte er jüngst nochmal in aller Deutlichkeit.
Doch welche Trainerkandidaten bleiben den Münchnern überhaupt noch für die kommende Saison?
Ein Überblick über die möglichen Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern:
Roberto De Zerbi (44/Brighton & Hove Albion):
Der Italiener war stets eine Art Dark Horse in diesem Rennen, nun klingt sein Name relevanter denn je.
De Zerbi gilt als Revoluzzer, seine unkonventionelle Taktik mit den Kernelementen Locken und Zuschnappen fasziniert nicht nur die englischen Fußballkenner - auch Bayern-Sportvorstand Max Eberl ist ein Fan, obwohl De Zerbi kein Deutsch spricht.
Doch stünde dieser aufstrebende, begehrte Trainer überhaupt zur Verfügung, nachdem der FC Bayern bereits öffentlich mit drei anderen Anfragen scheiterte? Eigentlich, sagte De Zerbi kürzlich, wolle er sowieso in Brighton bleiben.
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Roberto De Zerbi von Brighton & Hove Albion
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Antonio Conte (54/vereinslos):
Die Vita des 54-Jährigen liest sich beeindruckend: Viermal italienischer Meister mit Juventus Turin und Inter Mailand, einmal Premier-League-Sieger mit dem FC Chelsea sowie eine EM-Viertelfinalteilnahme mit der italienischen Nationalmannschaft.
Bei seiner letzten Trainerstation in Tottenham, wo er nach rund 17 Monaten im März 2023 gehen musste, war er nicht mehr ganz so erfolgreich, konnte allerdings immer noch einen passablen Punkteschnitt (1,86 Zähler pro Spiel) vorweisen.
In der jüngeren Vergangenheit kursierten Gerüchte, wonach der Italiener ein heißer Kandidat auf die Tuchel-Nachfolge sei und sogar schon eine Liste mit Spielervorschlägen an den FC Bayern geschickt haben soll.
"Da sehe ich immer, wie pervers, wie kurios unsere Trainersuche ist - wer da alles zugesagt und abgesagt hat", wies Eberl jene Spekulationen ins Reich der Fabeln. Lange Zeit galt Conte nur als Außenseiter-Kandidat in München.
Nach der Absage von Rangnick könnte er nun wieder etwas mehr in den Fokus rücken, obwohl auch Conte wie De Zerbi kein Deutsch, sondern nur Englisch spricht.
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Antonio Conte
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Zinédine Zidane (51/vereinslos):
Als Spieler einer der Größten der Geschichte, als Trainer dreimaliger Champions-League-Sieger mit Real Madrid. Viel mehr geht nicht.
Es gab auch immer wieder Gerüchte, sogar von einer nahen Einigung war in Spanien bereits die Rede. Das war allerdings vor der Saga um ein Engagement Rangnicks. Und auch bei "Zizou" würde eine Sprachbarriere bestehen.
Englisch solle der neue Coach "zumindest sprechen", sagte Max Eberl zuletzt: "Ich weiß nicht, ob Zidane Englisch spricht." Das klingt nicht nach intensiven Sondierungen.
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Wo findet Zinédine Zidane seinen nächsten Job?
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Hansi Flick (59/vereinslos):
Der Gedanke an den Erfolgstrainer des Sextuple-Jahres 2020 ist naheliegend, zumal Flicks damaliger Gegenspieler Hasan Salihamidzic den Verein verlassen hat. Zuletzt wurde er mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht - jedenfalls so lange, bis sich Trainer Xavi dazu entschloss, den Verein am Saisonende doch nicht zu verlassen.
Doch auch Flick wäre angesichts seines traurigen Intermezzos als Bundestrainer wohl nur eine Ersatz- oder Übergangslösung. Andererseits könnte ihm eine zweite Amtszeit beim deutschen Rekordmeister dabei helfen, seinen Ruf aufzupolieren.
Ein zusätzlicher Anreiz ist außerdem das "Finale dahoam" in der Allianz Arena in der kommenden Champions-League-Saison.
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Hansi Flick
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José Mourinho (61/vereinslos):
"The Special One" beim FC Bayern? Der zweimalige Champions-League-Sieger würde zweifelsohne einen gewissen Glamour-Faktor mit nach München bringen.
Ansonsten spricht jedoch nicht viel für ein Intermezzo von Mourinho beim Rekordmeister. Seine destruktive Spielweise passt so gar nicht zur Vereinsphilosophie, außerdem wären wohl Reibereien zwischen den Vereinsoberen und dem extrovertierten Portugiesen vorprogrammiert.
Allerdings ist er nach seinem Engagement bei der AS Roma, mit der er immerhin 2022 die Conference League gewann und im Vorjahr im Endspiel der Europa League stand, derzeit ohne Verein und hätte wohl auch kein Problem damit, nur die 1D-Lösung beim FC Bayern zu sein.
An ein Karriereende denkt Mourinho ganz offensichtlich noch lange nicht - auch wenn er gegenwärtig keine Pfeile im Köcher hat. "Ich habe kein Projekt in Aussicht. Was passiert, passiert. Aber ich will wieder trainieren. Das ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Ohne Training gibt es für mich kein Glück", sagte er zuletzt gegenüber "A Bola".
Doch wo genau könnte es ihn konkret hinverschlagen? Mourinho: "Zu irgendeinem Klub, der ein gutes Trainingszentrum hat, in dem man gut trainieren kann." Typisch Mourinho!
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Jose Mourinho würde gerne den FC Bayern trainieren
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Roger Schmidt (57/Benfica):
Dem ehemaligen Trainer von Bayer Leverkusen flogen in seinem ersten Jahr bei Benfica Lissabon nach dem Gewinn der Meisterschaft und dem Einzug ins Champions-League-Viertelfinale die Fanherzen nur so zu. Nun, rund zwölf Monate später, halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach er schon wieder vor dem Aus stehen soll.
Der 57-Jährige hat augenscheinlich nach dem vorzeitigen Aus im portugiesischen Pokal, der bitteren Niederlage im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League und fünf Punkten Rückstand in der Liga auf Spitzenreiter und Stadtrivale Sporting jeglichen Kredit bei den Fans und Verantwortlichen verspielt.
Ob er seinen Vertrag bis 2026 in Lissabon erfüllen wird, erscheint aktuell mehr als fraglich.
Seine offensive Spielphilosophie würde grundsätzlich zum FC Bayern passen. Außerdem kennt er die Bundesliga von seiner Zeit als Chefcoach in Leverkusen bestens (2014-2017). Auch Lothar Matthäus brachte Schmidt jüngst als Alternative in München ins Gespräch.
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Roger Schmidt
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Marco Rose (47/RB Leipzig):
Die Sachsen sind unter der Leitung des ehemaligen Dortmund-Trainers so etwas wie das Team der Stunde in der Bundesliga: Der amtierende DFB-Pokalsieger gewann sieben der vergangenen acht Partien (bei einem Unentschieden) und überzeugte dabei mit erfrischendem Offensivfußball.
Kein Wunder also, dass auch Rose in den Kreis der potentiellen Tuchel-Nachfolger-Kandidaten aufgenommen wurde. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Gastspiel bei der TSG Hoffenheim (Freitag, 20:30 Uhr im Liveticker) machte sich Rose einen Scherz aus den Spekulationen rund um seine Person.
"Wenn Max Eberl anruft, gehe ich immer ran", sagte Rose über Bayerns Sportdirektor, mit dem er bei RB Leipzig bereits zusammengearbeitet hatte. Dabei gehe es dann allerdings eher um einen Urlaub am Tegernsee.
"Ich glaube, der FC Bayern kommt ganz gut ohne Marco Rose zurecht", fügte er an. Der Vertrag des 47-Jährigen in Leipzig läuft nur noch bis Ende Juni 2025. Allerdings wird erwartet, dass er sein Arbeitspapier in naher Zukunft verlängern wird.
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Marco Rose (l.) und Max Eberl
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Martin Demichelis (43/River Plate):
Einer, der das "Mia san mia" als Spieler, U19- und Reserve-Trainer jahrelang gelebt hat.
In seiner argentinischen Heimat hat sich Demichelis in Windeseile seine Sporen verdient, feierte mit River Plate gleich in seiner Debütsaison die Meisterschaft. Schon nach Bekanntwerden der Tuchel-Trennung zum Saisonende wurde ihm die unvermeidliche Frage gestellt.
"Ich bin bei River - und ich liebe es, hier zu sein", stellte Demichelis unmissverständlich klar, ließ sich dann aber doch noch eine kleine Hintertür offen: "Jeder weiß, wie sehr ich mich Bayern München verbunden fühle."
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Martín Demichelis
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Mister X
Davon bleiben nicht mehr viel übrig. Unai Emery, der auch immer wieder mit einem Engagement in München in Verbindung gebracht wurde, hat jüngst seinen Vertrag bei Aston Villa bis 2027 verlängert.
Auch über Eberls langjährigen Weggefährten Lucien Favre sollen die Verantwortlichen Gerüchten zufolge als Übergangslösung für eine Saison nachdenken, ehe sie im kommenden Jahr erneut auf die Suche nach einem vermeintlich dicken Fisch im Trainerteich (Alonso?) begeben.
Eine spannende Personalie ist zweifelsohne auch Fabian Hürzeler von Zweitligist FC St. Pauli, ein Trainerjob beim Rekordmeister könnte für den 31-Jährigen aber noch etwas früh kommen. Außerdem hat der ehemalige U19-Spieler des FC Bayern seinen Vertrag in Hamburg ebenfalls kürzlich verlängert.
Im Achtelfinale der Champions League ärgerte Matthias Jaissle in der Saison 2021/22 mit Red Bull Salzburg die Bayern - zumindest im Hinspiel beim 1:1 (Rückspiel 7:1). Der Ex-Hoffenheimer wurde in Österreich zweimal Meister, ehe er im vergangenen Sommer zu Al-Ahli nach Saudi-Arabien wechselte. FCB-Sportdirektor Christoph Freund kennt den 36-Jährigen, dessen Kontrakt noch bis 2026 datiert ist, gut aus seiner Zeit in Salzburg.
Bereit für einen neuen Trainerjob ist auch Miroslav Klose, wie er zuletzt mehrmals öffentlich betonte. "Ich nehme alles. Man kann sich das ja eh nicht aussuchen", erklärte er jüngst. Unter Flick war der WM-Rekordtorschütze für eine Spielzeit (2020/21) sogar Assistent an der Säbener Straße. Kurz darauf bei seiner ersten Trainerstation in Altach (Österreich) musste er bereits nach 24 Spielen seinen Hut nehmen. Seit jeher ist Klose vereinslos.
Aufgrund der Vertragsverlängerung von Nagelsmann scheint der DFB zumindest für den Moment den Gedanken verworfen haben, Jürgen Klopp als Bundestrainer zu installieren. Der Ex-BVB-Coach könnte, wenn er nach seinem Sabbatical wieder Lust und Kraft hat, im Sommer 2025 verfügbar sein - auch für den FC Bayern.
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(mit SID)
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Tuchel lächelt Hoeneß-Kritik weg: "Dazu sage ich nichts"
Quelle: Eurosport
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