FC Bayern München: Trainer-Kandidat Ralf Rangnick lehnt Tuchel-Nachfolge ab - ein Versagen auf mehreren Ebenen

Der FC Bayern München hat bei seiner Trainersuche nach den Absagen von Xabi Alonso und Julian Nagelsmann den nächsten Korb kassiert. Auch die 1C-Lösung Ralf Rangnick lehnt einen Job beim deutschen Rekordmeister ab. Die Fahndung nach einem Nachfolger für den im Sommer scheidenden Thomas Tuchel wird immer mehr zur Farce. Das haben sich die Bayern mitunter selbst zuzuschreiben.

Tuchel lächelt Hoeneß-Kritik weg: "Dazu sage ich nichts"

Quelle: Eurosport

Zwei Sätze reichten aus, um dem FC Bayern den nächsten Nackenschlag zu verpassen.
"Ich bin mit vollem Herzen österreichischer Teamchef. Diese Aufgabe macht mir unglaublich viel Freude und ich bin fest entschlossen, unseren eingeschlagenen Weg erfolgreich weiterzugehen", betonte Ralf Rangnick am Mittwoch in einer Pressemitteilung des Österreichischen Fußball-Bundes.
Nach den Absagen von Xabi Alonso und Julian Nagelsmann hat sich nun auch Rangnick, der offenkundig zur neuen Wunschlösung in München aufgestiegen war, gegen einen Trainerjob beim deutschen Rekordmeister entschieden.
Auch wenn das "keine Absage an den FC Bayern" sei, wie Rangnick ausdrücklich betonte, sondern eine "Eintscheidung für meine Mannschaft und unsere gemeinsamen Ziele", ist seit Donnerstag klar, dass die leidige Suche des FC Bayern nach einem Nachfolger für den im Sommer scheidenden Thomas Tuchel in die nächste Runde geht.
Zur Farce ist sie jedoch schon jetzt verkommen.
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Ralf Rangnick erteilt dem FC Bayern eine Absage

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Causa Rangnick: Bayern-Bosse zwischen Optimismus und kryptischen Äußerungen

Dabei hatten sich die Verantwortlichen am Dienstag im Anschluss an das 2:2 (0:1)-Remis im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid noch optimistisch gezeigt.
Obwohl man keine Entscheidung in der Causa Rangnick vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch bekannt geben wolle, wie Sportvorstand Max Eberl erklärte, sei man "mit Ralf in guten Gesprächen", bestätigte Präsident Herbert Hainer bei "Sky".
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen äußerte sich dagegen angesprochen auf den Zeitpunkt einer möglichen Bekanntgabe kryptisch: "Das ist wie mit der Wettervorhersage: Manchmal kommen die Schauer im April, wo man sie nicht erwartet, manchmal kommt die Sonne im Mai."
Und manchmal eben auch gar nicht. Stattdessen halten sich die Gewitterwolken - jüngst von Wettergott Uli Hoeneß höchstselbst heraufbeschworen - hartnäckig an der Säbener Straße.

Hoeneß erweist Bayern bei Trainersuche einen Bärendienst

Der Bayern-Patron hatte vor wenigen Tagen bestätigt, dass Rangnick hinter Alonso und Nagelsmann lediglich die dritte Wahl beim Rekordmeister sei.
Von "Wunschtrainer" kann in diesem Zusammenhang daher kaum noch die Rede sein. Genauso wenig wie von einer guten Grundlage für ein Engagement bei einem Weltklub wie dem FC Bayern. Kein Wunder, dass Rangnick dem Vernehmen nach nicht gerade begeistert auf jene Aussagen Hoeneß' reagiert habe.
Letzlich soll dies nicht der Grund für die Absage des 65-Jährigen gewesen sein, sondern laut "Sport Bild" vielmehr die Tatsache, dass er sein Leben nicht umstellen wolle und außerdem direkt nach der EM in die Saisonvorbereitung in München hätte einsteigen müssen.
Einen Bärendienst mit seinen öffentlichen Äußerungen hat Hoeneß dem FC Bayern bei der Trainersuche dennoch erwiesen.
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Uli Hoeneß

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Matthäus sieht Strukturprblem beim FC Bayern

Gleichermaßen wie mit seinen Attacken gegen Noch-Trainer Tuchel, wodurch man weitere mögliche Interessenten ein Stück weit abgeschreckt haben dürfte.
"Ein Trainer braucht, und das sollte man bei Bayern München jetzt auch gemerkt haben, die volle Rückendeckung der handelnden Personen", appellierte Lothar Matthäus bei einem "Interwetten"-Pressetermin und stellte richtigerweise fest, dass das "in den letzten Jahren nicht unbedingt der Fall war."
Seine Schlussfolgerung: Der FC Bayern habe "ein Strukturproblem. Man sieht, dass sich Verantwortliche verstecken. Sie stellen sich, wenn die Sonne scheint. Ansonsten bleiben sie weg", so der Rekord-Nationalspieler weiter.
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Max Eberl und Herbert Hainer (FC Bayern München)

Fotocredit: Getty Images

Ex-Bayern-Profis und Fans contra Rangnick

Auch wenn Präsident Hainer ("Er ist ein exzellenter Kenner der Fußballszene") und Führungsspieler Joshua Kimmich ("Er war für mich extrem wichtig") zuletzt in den höchsten Tönen von Rangnick schwärmten, änderte dies wenig an der Tatsache, dass der ehemalige Leipzig-Coach außerhalb der Geschäftsstelle durchaus kritisch beäugt wurde.
Sepp Maier etwa sei "nicht ganz überzeugt" von Rangnick, wie er gegenüber "Sport1" verriet. "Dass Rangnick seine Qualitäten hat, ist unbestritten. Ob er zum FC Bayern passt, stelle ich aber infrage", ergänzte Ex-Profi Dietmar Hamann im Interview mit dem "Münchner Merkur".
Ein großer Teil der Bayern-Anhänger sieht dies ähnlich und startete daher eine Petition für den für den Verbleib von Tuchel in München. Mittlerweile sind bereits mehr als 18.500 Unterschriften (Stand Donnerstagmittag) zusammengekommen. "Wir wollen Tuchel und keinen Rangnick", lautet das Motto jene Aktion.
Die Initiatoren dürften das "Nein" des österreichischen Teamchefs zumindest als Teilerfolg betrachten, ein "Weiter so" unter dem jetzigen Übungsleiter wird es trotz der Aussicht auf das erste Champions-League-Finale seit 2013 aller Voraussicht nach (auch oder gerade wegen dem Zoff mit Hoeneß) aber nicht geben.
Stattdessen müssen sich die Münchner bei ihrer Trainersuche nun also mit Plan D zufriedengeben. Eine verzwickte Lage, in die sich der Rekordmeister selbst gebracht hat.
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Tuchel kritisiert Kim: "Er hat zu aggressiv spekuliert"

Quelle: Perform

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