Marco Reus beim BVB: Andere Rolle, gleichbleibende Qualität - Reus bleibt überlebenswichtig
Marco Reus verlängerte seinen Vertrag bei Borussia Dortmund vor der Saison nach einem wochenlangen Für und Wider um ein weiteres Jahr. Ohne Kapitänsbinde und mit kleinerer Rolle als gewohnt macht der gebürtige Dortmunder aktuell mehr als deutlich, dass er in bestimmten Phasen weiterhin überlebenswichtig für den BVB ist - und straft damit einen seiner größten Kritiker Lügen.
Terzic: "Wissen um Wichtigkeit der Heimspiele"
Quelle: Perform
Es gibt sie einfach - diese Spieler mit dem gewissen Etwas.
Spieler, die Partien mit einer Aktion entscheiden können. Spieler, denen eine besondere Aura anhaftet.
Im Bezug auf den BVB ist ein solcher Spieler seit mehr als zehn Jahren Marco Reus. Der gebürtige Dortmunder ist aktuell der Hauptgrund dafür, dass sein Heimatverein trotz erheblicher spielerischer Defizite nach sechs Spieltagen punktgleich mit dem FC Bayern der Führungsgruppe in der Bundesliga angehört (14 Punkte, Platz 4).
An den vergangenen drei Spieltagen traf der langjährige Kapitän jeweils und führte die Mannschaft von Trainer Edin Terzic damit zu drei Siegen in Freiburg (4:2), gegen Wolfsburg (1:0) und in Hoffenheim (3:1).
Reus ist für die Borussia zwar nicht mehr der unverzichtbare Immerspieler, der er auf seinem Karrierehoch war. Auch im fortgeschrittenen Fußballeralter von 34 Jahren ist er in Phasen aber weiterhin überlebenswichtig.
Marco Reus zieht mit Jupp Heynckes gleich
Was Reus seit jeher auszeichnet: Er schießt die wichtigen Tore.
Am 5. Spieltag traf er gegen den VfL Wolfsburg zum 62. Mal in der Bundesliga zum 1:0 und zog damit mit Jupp Heynckes gleich. Nur vier Spieler - Manni Burgsmüller (71), Robert Lewandowski (75), Klaus Fischer und Gerd Müller (je 86) - erzielten in der Bundesliga-Historie öfter das erste Tor eines Spiels.
Zudem kann er sich nach wie vor auf seine herausragende Technik verlassen, eine Fähigkeit, die im Profifußball im Gegensatz zu Athletik und Geschwindigkeit ohnehin gut altert. Ausgerechnet Dauerkritiker Dietmar Hamann hob bei seinem Tor gegen die Wölfe hervor, wie kompliziert dieses auf den zweiten Blick war. "Den machen keine fünf Spieler in der Liga", sagte der "Sky"-Experte. Reus hatte eine flache Hereingabe von Julian Brandt im Strafraum mit dem rechten Fuß aus vollem Lauf "hinter seinem Standbein genommen".
Ein Treffer, ein Kunstwerk.
Reus straft Dauerkritiker Hamann Lügen
Noch im Januar, während der zähen Verhandlungen zwischen den Westfalen und ihrem damaligen Kapitän, hatte sich Hamann stets für eine Trennung beider Parteien ausgesprochen. "Ich würde nicht mit ihm verlängern", sagte der ehemalige Nationalspieler im Februar bei "Sky90". Reus habe "große Verdienste, nur hat man es mit ihm nicht geschafft, Meister zu werden", so Hamann, der mit diesem Fakt auch über die vergangene Saison hinweg recht behalten sollte.
Eine andere These des ehemaligen Liverpool-Profis widerlegt der BVB aktuell jedoch eindrucksvoll. Der "Sky"-Experte sieht Brandt als Profiteur von einer Borussia ohne Reus: "Warum spielt Julian Brandt so gut? Er hatte immer seine beste Phase, als Reus nicht da war. Reus war über einen längeren Zeitraum nicht da, Brandt hat sich voll etabliert."
In der laufenden Spielzeit sind die beiden Nationalspieler jedoch zwei der wenigen BVB-Spieler in Normalform. Das Miteinander funktionierte in den vergangenen Spielen hervorragend.
Totgesagte leben eben länger.
Marco Reus: Neue Rolle, gleiche Qualität
Reus wirkt dieser Tage wie befreit. Befreit vom großen Scheinwerferlicht, in dem er über Jahre stand, befreit von der "Bürde" Kapitänsamt, das er im Sommer niederlegte. In der Vergangenheit wirkte die Binde für den Offensivstar oft wie eine Last, der er mal mehr, mal weniger gewachsen war.
Seit diesem Sommer ist Emre Can erster Kapitän der Borussia, Reus' Rolle ist nun eine andere. Der 34-Jährige ist nicht mehr als unangefochtener Stammspieler vorgesehen, kam am 2. und 3. Spieltag gegen den VfL Bochum (1:1) und Heidenheim (2:2) gar nicht zum Einsatz. Passenderweise genau die Spiele, in denen der BVB in dieser Saison Punkte liegen ließ.
Heißt im Umkehrschluss: Spielt Reus, gewinnt der BVB.
Auch gegen die AC Milan am kommenden Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker)?
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Quelle: Perform
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