Raphaël Guerreiro wechselt zum FC Bayern München: Was der Deal für den Rekordmeister bedeutet
Der Deal ist perfekt. Raphaël Guerreiro wechselt von Borussia Dortmund zum FC Bayern. Trainer Thomas Tuchel hat eine Sorge weniger und bekommt einen Spieler, den er bestens kennt und vielseitig einsetzen kann. Bleibt Alphonso Davies an Bord, haben die Bayern auf der linken Verteidigerposition ab sofort zwei Asse im Ärmel. Guerreiro selbst zögerte keine Sekunde, das Angebot aus München anzunehmen.
Bayerns Zugang Guerreiro: Assist-Garant auf vielen Positionen
Quelle: Perform
Es ist nicht so, dass die Bayern mit der ablösefreien Verpflichtung von Raphaël Guerreiro die größte Baustelle der Kaderplanung geschlossen hätten, der Transfer des 29-Jährigen ist aber eine enorme Erleichterung für Thomas Tuchel.
Über die linke Abwehrseite muss sich der 49-Jährige keine Gedanken mehr machen, hat der Meister doch mit Guerreiro und Alphonso Davies eine Art Sorglospaket geschnürt. Zumal der Neuzugang variabel einsetzbar ist, wie Tuchel aus gemeinsamen Zeiten bei Borussia Dortmund weiß.
Guerreiro ist auf drei Positionen zuhause. Neben seiner Paraderolle als linker Verteidiger war der portugiesische Europameister von 2016 immer wieder im linken und sogar zentralen Mittelfeld unterwegs.
Die Bayern haben Klasse, Erfahrung, Erfolg und brillante Technik eingekauft. Dazu spielt Guerreiro seit sieben Jahren in der Bundesliga, Anpassungsschwierigkeiten sind also ausgeschlossen. Man habe einen der "besten und konstantesten Spieler der Bundesliga" verpflichtet, jubiliert der FCB-Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen.
Guerreiro: "Als der Anruf vom FC Bayern kam ..."
"Vielseitig einsetzbar und international erfahren" sei Guerreiro, "er passt sowohl charakterlich als auch sportlich ausgezeichnet ins Team". Während man sich an der Säbener Straße selbst beglückwünscht, muss der BVB damit klarkommen, dass ihm der Rivale aus dem Süden der Republik mal wieder einen Hochkaräter weggeschnappt hat.
Guerreiro fällt der Schritt von schwarz-gelb zu rot indes leicht. "Als der Anruf vom FC Bayern kam, war meine Entscheidung schnell getroffen", berichtet der Portugiese. Es sei "eine Ehre", für den FC Bayern aufzulaufen. Die Tatsache, dass er in der Saison 2016/2017 bei der Borussia schon einmal unter Tuchel arbeitete, sei hilfreich.
Guerreiro auf links im Duell mit Davies
Einen Bonus wird Guerreiro freilich nicht bekommen, er muss sich durchsetzen im Duell mit Davies, insofern ihn der Coach als Linksverteidiger einplant.
Der 22-jährige Kanadier hat Vorteile in der Geschwindigkeit, der Portugiese ist technisch versierter und spielstärker. Allerdings gibt es seit geraumer Zeit Gerüchte, wonach Davies drauf und dran sein könnte, seine Zelte in München abzubrechen.
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Raphael Guerreiro
Fotocredit: Getty Images
Berater Nick Huoseh bestätigte Gespräche mit anderen Vereinen und ließ etwas kryptisch wissen, dass der "Fokus im Moment darauf liegt, die Dinge mit Bayern zu klären". Ob dies für einen Abgang oder einen Verbleib spricht, ist Interpretationssache.
Guerreiro wird sich darüber eher weniger Gedanken machen. Der Nationalspieler beschäftigt sich mit seinen eigenen Zielen. Er sei "ein Spieler, der immer gerne den Ball" habe. "Es geht darum, das Spiel zu dominieren, und ich möchte Chancen kreieren", so Guerreiro.
Bayerns Personalplanung: Mit wem spielt Guerreiro zusammen?
Aussagen, die gut zu Tuchels Philosophie passen. Unklar ist hingegen, wer in der Offensive von den Möglichkeiten profitieren wird, die der Mittelfeldspieler herauszuspielen gedenkt.
Die Bayern suchen noch händeringend nach einem Neuner von Weltklasseformat, wollen sich nicht auf Routinier Eric Maxim Choupo-Moting (34) und Toptalent Mathys Tel (18) verlassen. Und auch im Abwehrverbund ist ziemlich offen, mit wem Guerreiro zusammenspielen wird.
In der Innenverteidigung wird Dayot Upamecano und Lucas Hernández Wechselwilligkeit nachgesagt, auf rechts gilt Benjamin Pavard als Wackelkandidat. Darüber hinaus werden die Münchner beim von Manchester City ausgeliehenen João Cancelo die Kaufoption aller Voraussicht nach nicht ziehen.
Umso beruhigender ist es für die Verantwortlichen, dass die Personalie Guerreiro in trockenen Tüchern ist - auch wenn es bedeutend größere Baustellen gab und gibt.
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