Borussia Dortmund im Krisenmodus nach Pleite gegen Holstein Kiel: Nuri Sahin und Lars Ricken mit schonungsloser Kritik

Borussia Dortmund befindet sich nach dem 2:4 zum Hinrunden-Abschluss der Bundesliga gegen Holstein Kiel am Tiefpunkt. Die Qualifikation für die Champions League war das ursprüngliche Mindestziel der Saison, aktuell liegt das Team um Trainer Nuri Sahin auf Platz neun. Mittlerweile möchte Geschäftsführer Lars Ricken nicht einmal mehr vom europäischen Wettbewerb sprechen.

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Quelle: Perform

Die Stimmung beim BVB dürfte noch immer am Boden sein. Doch es bleibt nicht viel Zeit, um das 2:4 (0:3) in Kiel zu verarbeiten. Die Mannschaft befindet sich in Frankfurt, um sich auf das Auswärtsspiel am Freitagabend bei der Eintracht vorzubereiten.
Die Blamage beim Aufsteiger dürfte noch immer nachwirken. Nuri Sahin wird mit seiner Mannschaft aufarbeiten müssen, wie eine solch desolate Leistung mit drei Gegentreffern in der ersten Halbzeit möglich war. 
Was es dazu braucht? "Ehrlichkeit", sagte Sahin und meinte damit: "Ehrlichkeit, wenn man in den Spiegel schaut, Ehrlichkeit gegenüber der Mannschaft, Ehrlichkeit im Verein. Wir müssen uns dieser Situation stellen, ich als Cheftrainer dieser Mannschaft vorneweg. Ich trage die gesamte Verantwortung dafür." Es sei der Zeitpunkt gekommen, "dass wir uns innerhalb der Mannschaft die Wahrheit sagen."

Sahin lässt keine Ausreden gelten

Die Wahrheit ist, dass Dortmund den eigenen Ansprüchen weit hinterherhinkt. Die Wahrheit ist auch, dass sich in Kiel der Tiefpunkt der ohnehin schon enttäuschenden Saison ereignete.
"Man hat von der ersten bis zur letzten Minute gesehen, dass wir überhaupt nicht angenommen haben, was hier auf uns gewartet hat", sagte Sahin und stellte der Mannschaft somit ein schlechtes Zeugnis aus. 
Ausreden ließ er nicht gelten. Dass die Mannschaft von einer Grippewelle betroffen war, dürfe kein Alibi sein. "Auch wenn wir mit elf kranken Spielern spielen würden, können wir so eine Leistung nicht bringen."
Der BVB verlor nach der 2:3-Pleite gegen Bayer Leverkusen - die aufgrund der vielen Ausfälle eher nachvollziehbar war - nun erstmals in dieser Saison zwei Bundesliga-Spiele in Folge. Zwei Siege hintereinander gelangen bislang nicht.
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Quelle: Perform

Ricken kritisiert Fehleranfälligkeit

Der Grund für die bislang enttäuschende Saison? "Das ist schwer zu erklären", gab Vereinsboss Lars Ricken zu. "Klar gibt es den einen oder anderen Anhaltspunkt. Wir haben ja auch die Hinrunde analysiert. Es ist bitter, wenn ähnliche Verhaltensweisen dazu geführt haben, dass wir bisher keine gute Saison gespielt haben."
Die hohe Fehleranfälligkeit und die mangelnde Leistungsbereitschaft, die von den Verantwortlichen beklagt wurden, dürften damit gemeint sein.
Von den anvisierten Zielen ist der BVB weit entfernt. "Wir müssten ein topp halbes Jahr spielen, um überhaupt in die Champions-League-Ränge zu kommen", sagte Ricken. "Darüber brauchen wir gerade nicht zu reden, prinzipiell über den europäischen Wettbewerb reden wir gerade nicht. Es geht jetzt darum, dass nächste Spiel gegen Frankfurt zu gewinnen."

Tabellenplatz ist laut Ricken "verdient"

Dortmund steht auf Tabellenplatz neun und würde am Mittwochabend sogar auf Rang zehn abrutschen, falls Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim zumindest ein Unentschieden holt. Mit nur 25 Punkten spielt Dortmund die schlechteste Hinrunde seit zehn Jahren.
Die bittere Erkenntnis von Ricken: "Der Tabellenplatz, auf dem wir gerade stehen, ist verdient. Den haben wir nicht aufgrund von unglücklichen Umständen oder Zufällen oder Verletzten, sondern aufgrund der Leistung, die wir bislang gezeigt haben."
An der grundsätzlichen Qualität des Kaders habe er keinen Zweifel: "Wenn ich die Mannschaft sehe, die vom Beginn auf dem Platz gestanden hat, war das mit unser Top-Team. Die Spieler, die wir eingewechselt haben, sind alle Nationalspieler."
Der Trainer steht laut Ricken nicht zur Diskussion. Stattdessen müsse man "die gesamte Mannschaft in die Verantwortung nehmen, um dem Trainer zu helfen, der sich viele Gedanken macht, die Mannschaft taktisch hervorragend einstellt und auch emotional wird."
Die Frage ist, ob die verunsicherte Mannschaft in Frankfurt dazu in der Lage sein wird.  
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Quelle: Eurosport


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