BVB - Trainer Nuri Sahin nach Bundesliga-Fehlstart in der Kritik: Borussia Dortmunds 77 Millionen-Euro-Problem

Ein Punkt aus drei Auswärtsspielen, Platz sieben in der Tabelle - der Bundesligastart entspricht nicht den Erwartungen von Borussia Dortmund. Nach zahlreichen teuren Transfers und dem Wechsel von Edin Terzic zu Nuri Sahin auf der Trainerbank sollte der BVB wieder oben mitspielen, die letzten Ergebnisse im Liga-Alltag waren enttäuschend. Das sind die Probleme der Schwarz-Gelben.

Sahin: "Das kriegen wir im Moment noch nicht hin"

Quelle: Perform

Zu "zaghaft" (Kicker), "Meister des Wankelmuts" (Tagesspiegel) und sogar "unterirdisch" (Welt) wurde der Auftritt des BVB an der Alten Försterei gegen Union Berlin (1:2) vor allem in der ersten Halbzeit in der Presse bezeichnet.
TV-Experten wie Didi Hamann und Stefan Effenberg stießen ins gleiche Horn und gaben Trainer Nuri Sahin zumindest eine "Mitschuld" (Effenberg) an der schwachen Leistung der Dortmunder. Vor allem auswärts geht wenig zusammen, nach der 1:5-Klatsche gegen Stuttgart gab es auch in Berlin keinen Punkt - nur beim 0:0 bei Werder Bremen nahm die Borussia Zählbares mit.
"Wir wissen, dass wir auswärts anders auftreten müssen", sagte auch Sahin nach der Pleite gegen Union. Es ist der schlechteste Saisonstart seit der letzten Saison unter Jürgen Klopp vor zehn Jahren. Auf begeisternde Auftritte in der Champions League folgen ernüchternde in der Bundesliga.
Das Skript beim BVB ist fast analog zu jenem der vergangenen Saison. Mit zahlreichen, auch teuren Transfers und einem Wechsel auf der Trainerbank sollte sich das eigentlich ändern. Nun geht es mit den gleichen Problemen weiter, die Sahin in der Länderspielpause eingehend analysieren möchte.
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Der Saisonstart ist bei Borussia Dortmund nicht ideal verlaufen.

Fotocredit: Getty Images

Ist Sahin Terzic 2.0?

In Dortmund grüßt in dieser Saison das Murmeltier - die Spielzeiten ähneln sich. Auch unter Terzic gab es gewisse Muster: Schwankende Leistungen, ein sehr genauer Blick der Öffentlichkeit auf jedes schwächere Ergebnis - und eine schwache Hinrunde, die durch eine stärkere Rückrunde "gerettet" wurde.
Die Hinserie ist nun erst zu einem Drittel gespielt, der Start aber eben sogar noch schwächer. Und Terzic wurde nicht nur wegen Kritik von Seiten einzelner Spieler durch Sahin ersetzt, sondern auch weil die spielerische Entwicklung den Verantwortlichen nicht passte.
Diese Entwicklung ist nach den ersten sechs Spieltagen unter Sahin immer noch nicht erkennbar. Flow und Leichtigkeit fehlen - oder sind nur sporadisch erkennbar, wie beim 7:1-Spektakel gegen ein klar überfordertes Celtic Glasgow.
Insbesondere die Defensive bereitet beim BVB Sorgen - elf Gegentore gab es schon in der Liga, viele Tore fallen zu leicht. Experten wie Hamann und Effenberg beklagen den fehlenden Einsatz und Willen bei den Dortmundern - gegen Union war man schwächer im Zweikampf und bei der Laufleistung. Statistiken, die gerne bemüht werden, um die "Mentalitätsfrage" zu stellen.

Die Transfers funktionieren (noch) nicht

Sahin soll als junger Trainer Zeit bekommen, um die Mannschaft nach seinem Willen zu gestalten. "Aber du musst auch eine Entwicklung sehen. Wenn du das nicht siehst, wirst du intern Gespräche führen", mahnte Hamann.
Die Kritik am BVB erreicht auch eine Etage über Sahin. Die Verantwortlichen gaben im Sommer rund 80 Millionen Euro (77 Mio. Euro) für neue Spieler aus, die Sahin bei seiner Vision helfen sollten. Richtig eingeschlagen ist von den Neuzugängen allerdings nur Serhou Guirassy, der das Offensivspiel der Schwarz-Gelben zweifellos auf ein höheres Level hebt.
Dies gilt allerdings nicht für alle Neuankömmlinge, was spätestens nach der Verletzung von Karim Adeyemi, seines Zeichens bis dato Top-Scorer der Dortmunder, deutlich wurde.

Von Beier, Anton und Co. muss mehr kommen

Maximilian Beier bekam vom Trainer bisher selten das Vertrauen und konnte seine Kurzeinsätze nicht nutzen, um für mehr Spielzeit zu werben.
Waldemar Anton sollte der neue Abwehrchef werden und legte einen vernünftigen Start hin. Zuletzt präsentierte er sich jedoch extrem limitiert im Aufbauspiel und wurde so mitunter zu einem der Gesichter der wackligen BVB-Defensive.
Linksverteidiger Yan Couto, der in den vergangen Spielen vermehrt zum Einsatz kam, versuchte in der Offensive viel - es gelang ihm aber bis dato nur wenig. Dafür wirkte er gegen den Ball häufig alles andere als sattelfest.
Pascal Groß lenkt und leitet die Dortmunder Offensive, auch seine Leistungen sind aber noch nicht auf einem konstant hohen Niveau. Somit muss sich auch die Führungsriege um Sebastian Kehl und Lars Ricken Kritik gefallen lassen.
In Panik verfallen dürfte beim BVB aktuell jedoch noch niemand. Schließlich folgte bei den Schwarz-Gelben in der jüngeren Vergangenheit auf einen schwächeren Start meist eine starke Restsaison.
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Sahin hadert mit Defensive: "Thema, das wir angehen müssen"

Quelle: Perform


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