FC Bayern München: Absage von Florian Wirtz öffnet die Augen - FCB braucht in Abwehr und Mittelfeld ein Umdenken

Der FC Bayern München hat mit der Absage von Florian Wirtz eine Pleite auf dem Transfermarkt kassiert. Den Traum von "Wusiala" in den eigenen Reihen muss der deutsche Rekordmeister begraben - doch der Rückschlag bietet den Verantwortlichen an der Säbener Straße zahlreiche Möglichkeiten. Unter anderem auch die Chance, um jene Baustellen anzugehen, die im Wechsel-Theater um Wirtz völlig untergingen.

Beeindruckende Zahlen: Florian Wirtz im Video-Profil

Quelle: Perform

Eine Niederlage fernab des Rasens inmitten der Planungen für die nächste Saison - darin hat der FC Bayern mittlerweile Erfahrung.
Die Wunden aus dem Trainer-Theater im Sommer 2024 sind nur allzu frisch, in der Nachfolgefrage von Thomas Tuchel holte sich der deutsche Rekordmeister einen Korb nach dem anderen ab.
Letzten Endes kam Vincent Kompany zum Handkuss. Es sollte eine Erfolgsgeschichte daraus entstehen.
Rund zehn Monate später wiederholt sich das Szenario. Die Absage von Florian Wirtz, der beim FCB eine neue Ära hätte einläuten sollen, muss aber keinen Genickbruch bedeuten, sondern stellt vielmehr eine Chance dar.

FC Bayern: Und plötzlich ist das Geld da

Für Wirtz setzte der FC Bayern alle Hebel in Bewegung. Angesichts der finanziellen Dimension eines möglichen Transfers musste der Gürtel enger geschnallt werden, ein Aderlass im Kader sollte für noch mehr Spielraum sorgen. Sogar Sportartikelhersteller adidas, mit 8,33 Prozent Anteilseigner an der Säbener Straße, wollte sich am Deal beteiligen.
Jetzt ist der Wechsel futsch. Die Gedankenspiele waren aber keineswegs umsonst - denn plötzlich ist das Geld da. Ein Vertrag bis 2030 hätte - samt Ablöse und Gehalt - insgesamt nämlich ein Kapital von über 200 Millionen Euro gebunden.
Wirtz, Musiala, Systemwechsel: Gewissermaßen waren die Bayern in den zurückliegenden Wochen und Monaten geblendet. Die eigentlichen Baustellen, die den frischgebackenen Meister auf europäischer Ebene erneut früh an seine Grenzen stoßen ließen, gerieten in den Hintergrund.

Wirtz-Absage öffnet Bayern die Augen

Mit offenen Augen kann sich der FCB nun dem dringendsten seiner Probleme widmen: der Defensive.
Mit Eric Dier gaben die Bayern nämlich einen verlässlichen Stützpfeiler der beiden zurückliegenden Saisons ab, Min-jae Kim und Dayot Upamecano bildeten indes alles andere als ein überzeugendes Abwehrgespann. Bei Kim sind die Münchner ab 50 Millionen Euro gesprächsbereit. Und dann?
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Minjae Kim stand beim Aus des FC Bayern gegen Inter neben seinen Abwehrkollegen im Fokus

Fotocredit: Getty Images

Jonathan Tah wird sich aller Voraussicht nach dem Rekordmeister anschließen, mindestens einen weiteren Abwehrspieler brauchen die Bayern aber noch, um einen personellen Engpass wie in der zurückliegenden Saison zu verhindern.
Anfang Mai berichtete die "Bild" vom bayerischen Interesse an Malick Thiaw von der AC Mailand, der ehemalige Schalker wäre für eine Ablöse zwischen 25 und 30 Millionen Euro zu haben.
Darüber hinaus verfolgt der FCB laut der "Kronen Zeitung" die Entwicklung des französischen Top-Talents Joane Gadou von Red Bull Salzburg ganz genau. Ein vielversprechendes Duo für die Zukunft, das durchaus finanzierbar wäre.

Wer macht den zweiten Olise?

Etwas weiter vorne steht ein kompletter Umbruch im Raum. Harry Kane und Michael Olise waren in der abgelaufenen Saison abwechselnd Alleinunterhalter, von Serge Gnabry, Kingsley Coman und Leroy Sané war in den entscheidenden Momenten kaum etwas zu sehen.
Die Wunschvorstellung der Verantwortlichen wäre ein Olise 2.0 - mit dem freigewordenen Kapital und möglichen Abschieden von Gnabry und Coman könnte dieser Wunsch neben den angestrebten Lösungen für die Abwehr verwirklicht werden.
Laut "Sky" streckt der FC Bayern seine Fühler nach Kaoru Mitoma aus. Der Japaner steuerte bei Brighton & Hove Albion unter Coach Fabian Hürzeler in 41 Pflichtspieeln elf Tore und vier Vorlagen bei und wäre für 50 Millionen Euro zu haben.
Neben Mitoma hat in der Premier League ein weiterer Flügelstar das Interesse der Münchner geweckt. Ein Transfer von Eberechi Eze von Crystal Palace, dem Ex-Klub von Olise, würde sich auf 70 Millionen Euro belaufen. Der 26-jährige Engländer, dessen Vertrag bis 2027 läuft, brachte es in 43 Pflichtspielen auf 14 Tore und elf Assists.
Weitaus prominenter wäre die Lösung namens Rafael Leão. Der Stern des portugiesischen Flügelstürmers ging bei Milan auf, nach 132 Scorerpunkten in 260 Spielen für die Rossoneri stehen die Zeichen beim 25-Jährigen nun auf Abschied. Der italienische Traditionsverein fordert 80 Millionen Euro.

Sané nach Wirtz-Absage wieder ein Thema?

Wie die "Sport Bild" am Dienstag berichtete, scheint beim FC Bayern nach der Wirtz-Absage selbst in der Causa Leroy Sané das letzte Wort nicht gesprochen zu sein.
Offenbar kann sich der Verein vorstellen, sein letztes Angebot anzupassen und das Grundgehalt des deutschen Nationalspielers von zehn auf zwölf Millionen Euro anzuheben. Die Bonuszahlungen würden dafür jedoch verringert werden.
Sollte es doch noch zur Wende im Sané-Poker kommen, stünde einer weiteren Aufrüstung mit Leão oder Mitoma dennoch nichts im Wege. Die nicht ausgegebenen Wirtz-Millionen machen es möglich.
Aus einem Wunschspieler wird bei den Bayern plötzlich eine Vielzahl - und das ist mit Blick auf die Nachhaltigkeit von enormem Vorteil.
Die aktuelle Situation erinnert nur zu sehr an die verzweifelte Suche nach dem Tuchel-Nachfolger. Der Wunschkandidat sprang ab, am Ende spazierte das fehlende Puzzleteil trotzdem unverhofft durch die Tür.
Die Kunst des Siegens lernt man in der Niederlage. Ein Szenario, auf das man auch in München hofft.
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Real-Boss Perez adelt Alonso: "Einer der besten Trainer der Welt"

Quelle: Eurosport


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