FC Bayern München gegen Bayer 04 Leverkusen im Topspiel der Bundesliga: Gerechtes Unentschieden mit zwei Siegern?

Der FC Bayern ist vorerst gestoppt, Bayer stabilisiert: Nach dem Liga-Gipfel fühlen sich beide als Sieger. Insgesamt dominieren zwei starke Defensivleistungen die Partie, auch wenn Leverkusen mit seiner Mauertaktik überrascht. Für Michael Olise oder Jamal Musiala gab es kaum Durchkommen. Der Schock nach der Verletzung von Stürmer Harry Kane ist verflogen: Alles "okay", erklärte der Engländer.

Kompany trotz Remis zufrieden: "Sah aus, wie ein Topspiel"

Quelle: Perform

Harry Kane war nach dem "schmerzhaften" Härtetest etwas angeschlagen, doch von einem Kater nach dem Wiesn-Hit war auch beim Münchner Superstar nichts zu spüren.
Alles "okay", verkündete der verhinderte Torjäger - und das galt für seinen dick bandagierten rechten Fuß ebenso wie für die Stimmungslage beider Gipfel-Rivalen. Nach dem wenig berauschenden 1:1 (1:1) im Bundesliga-Kracher fühlten sich der FC Bayern UND Bayer Leverkusen als moralischer Sieger.
"Wenn man mit der Mannschaft gerade gesprochen hat - da waren alle zufrieden", verkündete der Münchner Vorstandschef Jan-Christian Dreesen lächelnd nach seinem Kabinenbesuch.
Coach Vincent Kompany gingen die Lobeshymnen von Meistertrainer Xabi Alonso runter wie eine frisch gezapfte Mass. Und auch Max Eberl war nach dem an Spektakel armen Topspiel samt "Friedensgipfel" mit seinem Leverkusener Kontrahenten Fernando Carro mit sich und der Bayern-Welt im Reinen.

Nur drei Torschüsse von Leverkusen

"Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt in der Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben", sagte der Sportvorstand und schwärmte: "So eine Dominanz - das ist ein ganz, ganz großer Schritt." Tatsächlich hatten es die überlegenen Bayern geschafft, nur drei Leverkusener Torschüsse zuzulassen - so wenige wie kein Team zuvor in 98 Pflichtspielen unter Alonso.
"Die Energie und der Glaube bei Bayern sind anders als in der letzten Saison, das kann man spüren", sagte der Spanier anerkennend, "sie geben Vollgas mit und gegen den Ball." Für seine Double-Gewinner sei es deshalb "sehr hart" gewesen.
Allein: Vor dem Tor war es vorbei mit all der Bayern-Herrlichkeit. Mittelstürmer Kane, von Amine Adli rüde gefoult, blieb erstmals in seiner Zeit beim Rekordmeister ohne einen einzigen Abschluss.
Dennoch: "Dominanz, Positionierung, Selbstverständnis, Aggressivität" - Kapitän Manuel Neuer sah sich sogar an die "Anfangsphase" unter Sextuple-Trainer Hansi Flick erinnert.

Leverkusen stoppt Torlawine

Tatsächlich spielte sich in der Allianz Arena Erstaunliches ab: Leverkusen, etwas verunsichert von den schweren defensiven Problemen beim Saisonstart, sah sich zu einem überraschend destruktiven Ansatz gezwungen, um die Münchner Torlawine zu stoppen.
Das gelang, mehr als der Ausgleich per Traumtor von Aleksandar Pavlovic (39.) wollte dem Rekordmeister nach dem 0:1 von Robert Andrich (31.) nicht mehr gelingen.
Da konnte sich Jamal Musiala im erstaunlich magiefreien Duell der Zauberfüße mit Florian Wirtz noch so mühen. Musiala gelang etwas mehr als seinem DFB-Kumpel - Wirtz, von Alonso zum Abwehrmonsterchen umgeschult, verging nach Ansicht von "Sky"-Experte Lothar Matthäus schnell "die Lust" am Verhinderungsfußball.
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Alonso über neue Bayern-Mentalität: "Die Energie kann man fühlen"

Quelle: Perform

Auch deshalb durfte Kompany zufrieden bilanzieren, seine Elf habe "viel richtig gemacht". Sollte seine Mannschaft diesen Stil beibehalten, "können wir noch viele Spiele gewinnen", prophezeite er.

Schwere Nächste Aufgaben für Bayern

Am Mittwoch wird er bei der Rückkehr auf die Insel in der Champions League beim einstigen Bayern-Schreck Aston Villa auf die Probe gestellt, danach warten in Frankfurt, gegen Stuttgart und beim Wiedersehen mit Flick in Barcelona weitere starke Gegner. Neuer aber ist nicht bange - dank Kompany.
Der Trainer, sagte der Kapitän, habe den nach der vergangenen Chaos-Saison verunsicherten Bayern-Stars das "Vertrauen" in die eigene Stärke zurückgegeben; das zeige sich etwa im mutigen Eins-gegen-eins-Verteidigen in der letzten Linie.
"Das ist ein bisschen was anderes als zuvor. Diese Sicherheit, die er uns gibt, jedem Einzelnen, die merkt man dann als Team auf dem Platz."
Und so hieß der größte Sieger dieses Unentschiedens womöglich Vincent Kompany.
(SID)
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Alonso über Defensiv-Taktik: "Waren bereit, zu leiden"

Quelle: Perform


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