Jean-Mattéo Bahoya exklusiv bei Eurosport über seine Ziele mit Eintracht Franfurt: "Wollen den Europapokal holen"
Update 10/01/2025 um 13:25 GMT+1 Uhr
Jean-Mattéo Bahoya gehört zu den aufstrebenden Spielern in einer mit Talenten gespickten Mannschaft bei Eintracht Frankfurt. Der junge Franzose wechselte vor einem Jahr von seinem Jugendverein Angers an den Main und fühlt sich bei der SGE sehr wohl, auch wenn er sich erst an das Niveau in der Bundesliga habe gewöhnen müssen. Das verriet Bahoya im exklusiven Interview mit Eurosport.
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Quelle: Perform
"Hier geht alles viel schneller, es wird viel genauer gespielt, die Spieler laufen mehr", sagte der U20-Nationalspieler über den Vergleich der Bundesliga mit der französischen Ligue 1.
Dass ihm die Umstellung dennoch einigermaßen problemfrei gelang, lag auch an seinen französischsprachigen Mitspielern bei den Frankfurtern.
Von seinem Landsmann Hugo Ekitiké und Sturm-Juwel Omar Marmoush habe er nicht nur abseits des Platzes viel lernen können: "Wenn man mit den beiden trainiert, lässt man sich von ihnen inspirieren."
Mit den Frankfurtern habe er noch große Ziele, so Bahoya: "Wir wollen den Europapokal gewinnen."
Was hat Sie in fußballerischer Hinsicht in Deutschland am meisten überrascht?
Jean-Mattéo Bahoya: Eigentlich hat sich alles verändert. Ich erlebe einen ganz neuen Fußball. Ich habe ich einige Spiele in der Ligue 1 absolviert (Anm. d. Red.: 10 in der Saison 2022-23) und da sehr gute Spieler gesehen. Aber als ich nach Frankfurt kam, dachte ich mir: 'Oh, da muss ich mich erst einmal reinspielen'. Hier geht alles schneller, alles ist präziser, die Spieler laufen mehr. Ich finde auch, dass es in der Bundesliga viel mehr Intensität gibt, es ist sehr offensiv und man ist die ganze Zeit in Bewegung. Das ist ideal für einen Spieler wie mich, der die Tiefe des Raums liebt. Aber Achtung, ich kritisiere die Ligue 1 nicht. Es ist eine sehr starke Liga mit Spielern von hoher Qualität.
Hat die Tatsache, dass mehrere französische Spieler mit demselben Profil wie Sie, wie z. B. Kingsley Coman, in Deutschland erfolgreich waren, Sie noch mehr dazu bewogen, in die Bundesliga zu wechseln?
Bahoya: Ja, wenn es konkrete Vorbilder gibt, ist es leichter, sich etwas vorzustellen. Wenn man Spieler wie Kingsley Coman, Randal Kolo Muani, Michael Olise oder Hugo Ekitiké sieht, die in der Bundesliga so erfolgreich sind, ist das natürlich eine Inspiration. Aber es sind nicht nur die französischen Spieler. In Deutschland ist die Liga wie geschaffen für Offensivspieler. Für mich war das ein Argument, das in die Waagschale geworfen wurde.
In welchen Bereichen haben Sie sich seit Ihrer Ankunft am meisten verbessert?
Bahoya: Vielleicht im körperlichen Bereich. Ich musste mich erst an die neue Liga gewöhnen. Aber eigentlich denke ich, dass ich mich in allen Bereichen verbessert habe, seit ich hier bin, weil ich im Training mit überragenden Spielern zusammen spiele und mich daher zwangsläufig verbessere. Wenn du mit einem Omar Marmoush oder Hugo Ekitiké trainierst, versuchst du, dich von ihnen inspirieren zu lassen. Das sind die Spieler, die Leistung bringen. Ich versuche, alles "abzuschauen", was ich kann, um es dann auf dem Spielfeld umzusetzen.
In welchen Punkten inspirieren Sie diese Spieler besonders?
Bahoya: In Bezug auf die Effektivität. Es ist gar nicht so einfach, effizient zu sein. Viele Spieler schaffen es, jemanden aussteigen zu lassen, aber machst du dann einen entscheidenden Pass oder ein Tor? Da gibt es viel weniger, die die richtige Entscheidung treffen. Omar zum Beispiel ist wirklich beeindruckend, weil er ein atypisches Profil hat. Er ist sehr vielseitig. Er kann als Neuner, auf den Flügeln oder sogar als Zehner spielen. Überall, wo er spielt, bringt er seine Leistung.
Sie sind einer der schnellsten Spieler in der Bundesliga. Im Spiel gegen Augsburg erreichten Sie in der Spitze 35,68 km/h...
Bahoya: Zwischen der U12 und der U16, als ich noch einen Wachstumsrückstand hatte, war ich sehr schnell und explosiv. Aber als ich dann älter wurde, musste ich mich anpassen und meinen Spielstil ändern. Ich spielte häufiger als Nummer 10, da ich weniger Kraft hatte und nicht so schnell war. Als ich dann aber zu den Profis wechselte, haben wir mit den Fitnesstrainern viel an meiner Körperspannung gearbeitet, weil sie gesehen haben, dass ich Potenzial habe. Ich weiß jetzt, dass ich diese Qualität maximal ausnutzen muss, vor allem, wenn ich im Strafraum stehe und ein Tor schießen will.
Gab es in jüngeren Jahren einen schnellen Spieler, an dem Sie sich orientiert haben?
Bahoya: Nein, ich habe mir vor allem die Dribblings angesehen, insbesondere die von Neymar. Er ist ein Spieler, der mich inspiriert hat. Er ist natürlich eine Referenz für jeden Linksaußen. Er war so komplett. Er konnte mit dem rechten Fuß, mit dem linken Fuß oder mit Geschwindigkeit jeden Gegner kaltstellen. Kylian Mbappé? Er ist genauso inspirierend wie Neymar.
Seit Beginn der Saison 2024-25 haben Sie einmal von Beginn an in der Bundesliga gespielt. Wurden Ihnen Versprechungen bezüglich Ihrer Spielzeit in der Zukunft gemacht?
Bahoya: Nein, man kann mir aber auch nichts versprechen. Es liegt an mir, mir die Spielzeit zu verdienen, indem ich im Training die bestmögliche Leistung bringe. Ich weiß nur, dass der Trainer mir vertraut, weil er mir das oft sagt.
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Jean-Mattéo Bahoya genießt das Vertrauen von Frankfurt-Trainer Dino Toppmöller
Fotocredit: Getty Images
Sind Sie mit Ihrer Einsatzzeit sowie mit Ihrem Saisonstart zufrieden?
Bahoya: Als Fußballer und Leistungssportler kann man nicht mit ein paar Einsätzen zufrieden sein, also nein. Wenn mir der Trainer jetzt nicht mehr Einsatzzeit gibt, bedeutet das, dass ich noch mehr tun muss. Ich muss also weiterarbeiten. Was meinen Saisonstart angeht, weiß ich, dass ich viel besser spielen kann, und ich hoffe, dass dies in der zweiten Saisonhälfte der Fall sein wird. Aber nein, ich bin nicht zufrieden, weil ich nicht entscheidend genug war.
Welche Ziele haben Sie sich auf kollektiver Ebene mit Eintracht Frankfurt gesetzt?
Bahoya: Ehrlich gesagt, setzen wir uns keine Grenzen. Wir wollen den Europapokal holen. Und in der Bundesliga wollen wir so weit wie möglich kommen (Anm. d. Red.: Frankfurt ist derzeit Dritter mit neun Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus München). Wir haben Qualität und müssen sie zeigen.
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Quelle: Eurosport
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