Mario Götze rät jüngerem Selbst von Wechsel zum FC Bayern 2013 ab: "Bleibe noch ein bisschen länger in Dortmund"

Es war einer der einschneidenden Punkte der Rivalität zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund: Der Rekordmeister schnappte dem BVB im Jahr 2013 sein größtes Talent weg - Mario Götze machte von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und wechselte für 37 Millionen nach München. Heute bereut der Weltmeister von 2014 seine Entscheidung, wie er in einem Brief an sein 17-jähriges Selbst erklärte.

Mario Götze spielt seit 2022 für Eintracht Frankfurt.

Fotocredit: Getty Images

"Ich weiß, du gibst nicht viel darauf, wenn ich dir sage: Bleibe noch ein bisschen länger in Dortmund. Es wird dir und deiner Entwicklung guttun", schrieb Götze, dessen Worte im Rahmen der Porträtsammlung "Stimmen der Eintracht" entstanden sind und nun von der "Zeit" veröffentlicht wurden.
Als Götze die Entscheidung vor gut elf Jahren traf, war er 20 Jahre alt und ließ sich von Ratschlägen dieser Art nicht überzeugen. "Ich habe auf diesen Rat auch nicht gehört. Ich war verbohrt. Ich war ehrgeizig", schreibt der heutige Profi von Eintracht Frankfurt.
Die Reaktionen aus dem Dortmunder Umfeld waren deutlich, der Wechsel ihres größten Juwels nicht eingeplant. Gerade die Auswirkungen, die sein Wechsel auf die Menschen vor Ort hatte, beschäftigen Götze offenbar: "Was du noch nicht ahnst: Die Entscheidungen, die du für dich triffst, werden anderen Menschen wehtun. Viel mehr, als du dir vorstellen kannst. Du siehst dich selbst. Deinen eigenen Weg. Deine Karriere."
Zu diesem Zeitpunkt seiner Laufbahn habe ihm schlicht die Erfahrung und die Weitsicht gefehlt, wie der 32-Jährige erklärte: "Bisher hast du noch keine Widerstände und Schmerzen erlebt. Alles ist super gelaufen, immer nur super. Hatten wir schon. Aber die entscheidende Tatsache ist, dass dir der Überblick fehlt. Woher soll er auch kommen? Du hast nur deine Überzeugungen."

Wechsel zu Pep, spätes Wiedererstarken

"Ich konnte nicht anders", betonte Götze, der vor allem wegen der Verpflichtung von Trainer Pep Guardiola so stark auf seinen Wechsel pochte: "Ich habe den Barça-Fußball geliebt. Diesen Fußball wollte ich auch spielen. Mit Pep. Und auch die Erinnerungen an meine frühe Kindheit haben eine Rolle gespielt, mein Aufwachsen im Allgäu, meine Nähe zum FC Bayern, meinem damaligen Lieblingsklub", schrieb der 66-fache deutsche Nationalspieler.
Was danach folgte, ist bekannt: Götze fügte seinen bis dahin zwei deutschen Meisterschaften in München nochmal drei weitere hinzu, lieferte in 114 Spielen für den deutschen Rekordmeister immerhin 36 Tore und 24 Assists und schoss Deutschland mit seinem Tor im WM-Finale gegen Argentinien 2014 zum Weltmeister - und trotzdem geriet seine Karriere ins Stocken.
2016 kehrte der Offensivspieler zu Borussia Dortmund zurück, konnte allerdings nicht an seine früheren Leistungen anknüpfen und wurde durch gesundheitliche Probleme immer wieder zurückgeworfen.
2020 nahm Götze beim PSV Eindhoven in einem ruhigeren Umfeld einen neuen Anlauf und kehrte 2022 zu Eintracht Frankfurt in die Bundesliga zurück. Als gereifter Spieler und in etwas defensiverer Rolle - und ganz offensichtlich auch als gereifter Charakter.
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Quelle: Perform


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