VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt in Lauerstellung: Warum sich das Machtgefüge der Bayern-Jäger ändert
Update 19/08/2025 um 11:11 GMT+2 Uhr
Im Supercup zeigte der VfB Stuttgart, dass er das Potenzial hat, dem FC Bayern Paroli zu bieten. Mit Nick Woltemade und neuen Hoffnungsträgern streben die Schwaben wieder die Champions League an. Auch Eintracht Frankfurt hat noch nicht genug Höhenluft geschnuppert. Während sich etablierte Top-Klubs erst noch finden müssen, etabliert sich eine neue Riege an Bayern-Jägern.
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Quelle: Perform
Der Anschlusstreffer kam einfach zu spät. Mit hängenden Gesichtern trotten die VfB-Spieler am Samstagabend vom Rasen ihres eigenen Stadions, während die FC-Bayern-Profis die Supercup-Trophäe in den Nachthimmel stemmten.
Zwar war der FC Bayern die überlegene Mannschaft - und doch dürfte sich Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß gefragt haben, ob nicht mehr drin war. Denn immer wieder blitzten Spielwitz und Torgefahr auf. Der VfB verzeichnete auch mehr Torschüsse als der Gegner (17:14).
Der Supercup dürfte zumindest ein kleiner Vorgeschmack darauf sein, wer in dieser neuen Bundesliga-Saison um Rang zwei kämpfen wird.
Nicht nur der VfB, auch Eintracht Frankfurt zeigt sich mit erstaunlichem Potenzial, währen die etablierten Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen noch nach ihrer Form suchen. Sind in diesem Jahr andere Klubs die Bayern-Jäger der ersten Reihe?
BVB, Leipzig, Leverkusen: Top-Klubs müssen sich erst finden
Zweifelsohne geht der Rekordmeister als Favorit auf den Meistertitel ins Rennen. Zu groß sind die Qualitätsunterschiede zwischen dem FC Bayern und dem Rest der Liga.
13 Punkte zwischen Meister und dem Tabellenzweiten Leverkusen am 34. Spieltag sprechen Bände. Einzig schwerwiegende Ausfälle könnten dieses Gebilde zum Wackeln bringen.
Dass die etablierten Top-Klubs diese Dominanz zum Wackeln bringen, ist eher unwahrscheinlich: Unter Trainer Niko Kovac sucht Borussia Dortmund weiter seinen Stil. Immerhin gelang dem BVB eine grandiose Aufholjagd im letzten Saisondrittel, der mit einem Platz in der Champions League belohnt wurde.
Großer Hoffnungsträger in dieser Saison ist Jobe Bellingham. Jamie Gittens hat den Klub in Richtung Chelsea verlassen, Niklas Süle und Kapitän Emre Can fallen vorerst aus, Yan Couto nach dem brutalen Foul im DFB-Pokalspiel bei Rot-Weiss Essen möglicherweise auch. Wenige Tage vor Bundesligastart hakt es noch an einigen Stellen im Kader.
Bei Bayer Leverkusen und RB Leipzig, den beiden anderen Bundesliga-Schwergewichten, waren Ausverkauf und Trainerwechsel angesagt. Erik Ten Hag (Leverkusen) und Ole Werner (Leipzig) haben mittelmäßige Vorbereitungen hinter sich und müssen die Mannschaft auf vielen Positionen umbauen.
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Auf ten Hag (r.) wartet noch Arbeit
Fotocredit: SID
Die Eintracht ist heiß auf mehr
Während der BVB, Leverkusen und Leipzig noch an vielen Stellen Optimierungsbedarf haben, dürfte Eintracht Frankfurt ein heißer Anwärter auf einen Spitzenplatz in der kommenden Spielzeit sein.
Denn Trainer Dino Toppmöller nutzte bereits die Saisonvorbereitung zu eben jener Optimierung. Das 5:0 gegen den Oberligisten FV Engers in der ersten Runde des DFB-Pokals dürfte kaum aussagekräftig sein. Eher vielleicht die Tests gegen Fulham, von denen sie eines 3:1 gewannen, eines 0:1 verloren.
Zwar hat die Eintracht Starspieler Hugo Ekitiké an den FC Liverpool verloren und auch Kevin Trapp könnte den Klub noch Richtung Paris verlassen, doch die bisherigen Neuzugänge machen schon jetzt Lust auf mehr.
Ritsu Doan zeigte gegen Engers bereits, wie gut er in der Offensive mit Rasmus Kristensen harmoniert. Auch Neuzugang Jonathan Burkardt, der von Mainz 05 kommt, soll sich in dieses neue SGE-Offensivgespann einreihen.
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Ritsu Doan trifft für Eintracht Frankfurt gegen Engers
Fotocredit: Getty Images
Ein stabiler VfB dank X-Faktor Hoeneß
Der Supercup hat aufzeigt, dass der VfB Stuttgart dem Rekordmeister Paroli bieten kann und infolgedessen auch langfristig in der Bundesliga-Spitzengruppe mitmischen kann.
Die Schwaben behalten ihren klaren Wachstumskurs bei, ohne dabei abzuheben. Vieles liegt an klugen Transferentscheidungen, vor allem von Sportdirektor Fabian Wohlgemuth.
Entscheidend könnte der Verbleib von Offensivspieler Nick Woltemade werden. Vom VfL Wolfsburg holte der Pokalsieger Tiago Tomas zurück, den sie 2022/23 bereits ausgeliehen hatten.
Von Luca Jaquez, der im Supercup gegen Bayern patzte, verspricht sich Hoeneß eine Menge, ebenso von Rechtsverteidiger Lorenz Assignon, der im Winter von Stade Rennes kam, und Youngster Noah Darvich vom FC Barcelona.
Sie ergänzen eine ohnehin eingespielte, leidenschaftliche Truppe, die sich in dieser Saison auf die Champions-League-Plätze spielen könnte.
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