Jobe Bellinghams "Albtraum" beim BVB geht weiter: Borussia Dortmunds Verantwortliche haben ein 80-Millionen-Problem
Update 16/12/2025 um 11:05 GMT+1 Uhr
Jobe Bellingham kommt bei Borussia Dortmund einfach nicht in die Gänge. Der 20-Jährige, vor der Saison als großes Versprechen für die Zukunft gekommen, kann die hohen Erwartungen in ihn bislang nicht erfüllen - sein Platzverweis gegen den SC Freiburg steht sinnbildhaft für seinen "albtraumhaften" Start in Deutschland - und eine misslungene Transferpolitik der Verantwortlichen beim BVB.
Kovac nach Rote Karte gegen Bellingham: "Hat es uns schwer gemacht"
Quelle: Perform
Als Jobe Bellingham im Sommer 2025 von Premier-League-Aufsteiger AFC Sunderland zu Borussia Dortmund wechselte, hofften Fans und Verantwortliche der Schwarz-Gelben gleichermaßen auf einen Transfer, der ähnlich einschlagen würde wie sein Bruder Jude.
Einen Spieltag vor der Winterpause muss man beim BVB konsterniert feststellen: Jobe Bellingham ist zu einem Problemfall geworden.
Der 20-Jährige kam für immerhin 30 Millionen Euro und auch wenn Vergleiche mit seinem Bruder größtenteils unfair sind, steht er doch für das grundlegende Problem der Dortmunder in dieser Saison: Kein Neuzugang hat bisher entscheidend eingeschlagen.
Sportdirektor Sebastian Kehl und Sport-Geschäftsführer Lars Ricken stehen unter Druck.
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Unzufrieden: BVB-Trainer (R) Niko Kovac diskutiert mit Jobe Bellingham nach dem Remis in der Champions League gegen Bodö/Glimt
Fotocredit: Getty Images
Bellingham sorgt für Trubel
"Jobe war auch enttäuscht. Er hat sich Gedanken darüber gemacht, wie er die Situation besser lösen kann", sagte Kehl nach dem 1:1-Unentschieden gegen den SC Freiburg, bei dem Bellingham in der 53. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte sah.
"Es war eine Verkettung, es war vermeidbar. In der Aktion gibt es viele Dinge, die man besser machen kann. Jobe versucht zu retten. Irgendeiner hängt dann immer mit drin - diesmal war es Jobe", fügte Kehl hinzu und fasste die Situation des Unglücksraben damit passend zusammen.
Vermeidbar, unglücklich - Bellinghams Auftritt gegen die Breisgauer reiht sich ein in die zahlreichen durchschnittlichen bis enttäuschenden Leistungen, die der junge Engländer im Trikot der Schwarz-Gelben bislang gezeigt hat.
Begonnen hatte die Misere freilich bereits am ersten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison. Beim FC St. Pauli wurde der 20-Jährige von Trainer Niko Kovac frühzeitig ausgewechselt, anschließend musste sich die sportliche Führung mit dem erbosten Bellingham-Vater Mark herumschlagen.
Es war ein schlechtes Omen für das, was kommen sollte: Bis dato absolvierte Bellingham 23 Pflichtspiele für den BVB, davon lediglich fünf von Beginn an in der Bundesliga. Gegen Freiburg durfte der zentrale Mittelfeldspieler mal wieder starten, umso unglücklicher sein unrühmlicher Rot-Abgang.
Bellinghams "Albtraum bei Borussia Dortmund"
Auch in England bleibt die Situation nicht unentdeckt. Das Boulevardblatt "The Sun" titelte: "Jobe Bellingham vom Platz gestellt - Albtraum bei Borussia Dortmund wird immer schlimmer", das Portal "Goal.com" schrieb von einem "miserablen Start in Deutschland" für den U21-Nationalspieler.
Die "Sun" wusste zudem von Gerüchten über Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung zu berichten, die Bellinghams Start in der Ruhr-Metropole beeinträchtigten.
Für die Verantwortlichen wird er damit mehr und mehr zum Problem. Konnte sich der BVB in der Vergangenheit noch mit großartigen Transfers wie Erling Haaland, Ousmane Dembélé und eben Bellingham, der Ältere, rühmen, konnten die Neuzugänge in dieser Saison noch überhaupt keinen Einfluss nehmen.
Neben Bellingham, dessen Statistiken lediglich zwei Tor-Vorlagen im Champions-League-Spiel gegen Kopenhagen aufweisen, kommen auch Fábio Silva und Aarón Anselmino nicht in die Gänge.
Während der Portugiese Silva mit reichlich Trainingsrückstand von den Wolverhampton Wanderers kam, ist Anselmino lediglich vom FC Chelsea ausgeliehen - und konnte aufgrund von Verletzungen bislang lediglich vier Spiele von Beginn an bestreiten.
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Jobe Bellingham (M) und Fabio Silva kommen bei Borussia Dortmund nicht in Tritt
Fotocredit: Getty Images
Einzig Carney Chukwuemeka, im Sommer ebenfalls von den Blues losgeeist, hat sich bisher zu einer Stammkraft beim BVB entwickelt.
Fakt ist: Die Verantwortlichen gaben vor Beginn der Saison beinahe 100 Millionen Euro aus, rentiert haben sich diese bislang nicht.
BVB-Transferpolitik geht nach hinten los
Auch "Sky"-Experte Didi Hamann kritisierte die Transferstrategie in der Sendung "Triple - der Hagedorn-Fußballtalk" heftig: "Du hast mit Couto (nach Leihe in diesem Sommer fest verpflichtet, Anm. d. Red.), Bellingham und Silva ca. 80 Millionen Euro ausgegeben für Spieler, die kaum eine Rolle spielen. Das ist etwas, was sich die Bayern mal einen Sommer erlauben können, aber nicht Borussia Dortmund."
Hamann hat einen Punkt: Nach einem guten Saisonstart blieben zuletzt auch die Ergebnisse aus. Unentschieden gegen Aufsteiger Hamburger SV, den VfB Stuttgart, Bodö/Glimt in der Champions League und eben Freiburg, deftige Pleiten gegen Manchester City und das Pokal-Aus gegen Bayer 04 Leverkusen haben ein "Geschmäckle" hinterlassen.
In der Liga ist der FC Bayern auf neun Punkte enteilt, in der Königsklasse vergab man durch das Remis gegen den norwegischen Meister jüngst eine bessere Ausgangsposition als Rang zehn, durch das Aus im DFB-Pokal verspielte man höchstwahrscheinlich die einzige Titelchance in dieser Saison.
Dortmund könnte im Winter nachlegen
Ob die Verantwortlichen das Winter-Transferfenster nutzen, um den Kader noch einmal nachzujustieren, ist unbekannt. Allerdings soll man Gerüchten zufolge an Flügelspieler Yeremay Hernández von Deportivo de La Coruña interessiert sein - und bereit sein, weitere 50 Millionen Euro zu investieren.
Sollte dies der Fall sein, muss der potenzielle Neuzugang direkt funktionieren. Sonst dürfte der Kredit bei den Fans der Schwarz-Gelben aufgebraucht sein.
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Kompany analysiert Remis: "Wir haben Fehler gemacht"
Quelle: Perform
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