BVB - Mainz 05: Erling Haaland ist ein Urvieh, Akanji der neue Abwehrboss in Dortmund

Borussia Dortmund hat Mainz 05 vor über 60.000 Zuschauern im Signal Iduna Park 3:1 (1:0) besiegt und sich vorerst an die Tabellenspitze der Bundesliga gesetzt. Bedanken durfte sich der BVB einmal mehr bei einem unfassbaren Erling Haaland, der nach seiner Rückkehr (natürlich) doppelt traf. In der Innenverteidigung verschiebt sich zudem langsam aber sicher die Hierarchie. Was uns auffiel.

Erling Haaland traf gegen Mainz 05 doppelt

Fotocredit: Getty Images

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 war der Signal Iduna Park wieder annähernd voll. 63.812 handgezählte Tribünengäste fanden den Weg in Deutschlands größten Fußballtempel und wurden von den Akteuren auf dem Rasen nicht enttäuscht.
Der BVB legte los wie die Feuerwehr, ging durch Marco Reus nach nur drei Minuten in Führung und spielte druckvoll nach vorne. Die Rückkehr von Stürmerstar Erling Haaland, der es nach knapp dreiwöchiger Verletzungspause direkt wieder in die Startelf schaffte, drückte der Partie in der zweiten Halbzeit den Stempel auf.
Mainz spielte, wie fast immer, gut mit und hätte die Borussia in der Schlussphase auch fast ins Wanken gebracht - doch ein Ballgewinn von Jude Bellingham sorgte letztlich für klare Verhältnisse und den 3:1-Sieg des BVB.
Drei Dinge, die auffielen.

1. Die Rückkehr des "Urviehs"

Man muss es sich einfach immer und immer wieder vor Augen führen, was Erling Haaland in seinen jungen Jahren schon alles geleistet hat. Gegen den FSV Mainz 05 gab der Norweger nach zuletzt zwei verpassten Spielen gegen Borussia Mönchengladbach (0:1) und den FC Augsburg (2:1) sein Startelf-Comeback. Und performte, als wäre er nie weg gewesen.
Im 49. Bundesligaspiel erzielte er seine Treffer 48 und 49, Nummer acht und neun in der laufenden Saison. Insgesamt steht er bei 70 Treffern in 68 Pflichtspielen für Borussia Dortmund - mit 21 Jahren! Fast überflüssig zu erwähnen, dass es das in der 58-jährigen Geschichte der Bundesliga noch nie gab.
"Er ist ein Top-Fünf Stürmer in der Welt - auch, wenn er zuletzt verletzt war. Er ist ein Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und wir müssen gucken, dass wir ihn so gut wie möglich unter Kontrolle kriegen", hatte Mainz-Trainer Bo Svensson noch vor dem Spiel gegenüber "Sky" verlauten lassen.
Die gute Nachricht aus Mainzer Sicht: Sie hatten ihn 45 Minuten lang unter Kontrolle. Über 90 Minuten jedoch scheint das dieser Tage ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Dass Haaland die komplette Partie durchspielte, war mindestens genauso bemerkenswert wie sein Doppelpack.
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Rose zu Haaland: "Nicht darum gebeten zu spielen"

Quelle: Perform

"Es ist nicht selbstverständlich, nach mehreren Wochen Verletzungspause zurückzukommen und dann einen solchen Einfluss auf das Spiel zu nehmen", befand deshalb auch "Sky"-Analyst Dietmar Hamann anschließend. Vor Spielbeginn hatten einige Experten noch gemutmaßt, Haaland könne womöglich auf der Bank beginnen. Pustekuchen!
"Er ist einfach ein Urvieh, wie er schon in der ersten Hälfte durch seine Sprints dem Trainer zeigt, dass er fit ist", beschrieb Hamann weiter und auch BVB-Kapitän Marco Reus, Torschütze des 1:0, hatte nur Lob für seinen Kollegen übrig:
"Wir sind enorm dankbar, das Erling wieder mitspielen kann. Seine einfache Präsenz ist für uns enorm wichtig, da er zu jeder Zeit mehrere Spieler an sich bindet. Bei seinem Comeback dann noch zwei Tore zu machen ist top – dafür haben wir ihn verpflichtet."

2. Akanji ist Dortmunds neuer Abwehrboss

Kaum vorstellbar, aber es gab mal eine Zeit, da wurde Manuel Akanji unter BVB-Fans als Sicherheitsrisiko wahrgenommen. Eine Zeit, in der der Schweizer Fehler an Fehler zu reihen schien. Unnötige Ballverluste und falsch eingeschätzte Risiken waren an der Tagesordnung. Akanji verlor mitunter seinen Stammplatz an Dan-Axel Zagadou, kokettierte sogar mit einem Wechsel.
Dass diese Zeit längst vorbei ist und sich Akanji mittlerweile zum Abwehrboss des BVB aufgeschwungen hat, zeigte die Partie gegen Mainz einmal mehr eindrucksvoll. Bis auf einen Patzer vor dem 1:3 im Supercup gegen den FC Bayern spielt der 26-Jährige eine fehlerfreie Saison.
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Manuel Akanji befindet sich aktuell in Topform

Fotocredit: Getty Images

Gegen Mainz gewann er einmal mehr fast 70 Prozent seiner Zweikämpfe, war am Boden wie in der Luft kaum zu überwinden. Hinzu kommt sein starkes Aufbauspiel, mit dem er immer wieder gezielt gegnerische Linien überspielt und Überzahlsituationen provoziert.
Dass Akanji derzeit Dortmunds stärkster Innenverteidiger ist und damit auch Mats Hummels in der Hackordnung überholt hat, verwundert wenig. Der Schweizer ist aufgrund seines enormen Tempos das inzwischen komplettere Gesamtpaket.
Stellvertretend dafür sei sein 60-Meter-Sprint in der 51. Minute genannt. Onisiwo lief über den linken Flügel mit dem 1:1-Ausgleich vor Augen alleine auf Gregor Kobel zu, doch Akanji erlief den Stürmer noch und vereitelte die Torchance mit einer sensationellen Grätsche im eigenen Strafraum.
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Manuel Akanji von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Eine Szene, für die es zurecht Sprechchöre von der Süd- und Standing Ovations von den anderen drei Tribünen gab.

3. Bei Mainz bröckelt’s langsam

So langsam aber sicher kehrt der FSV Mainz 05 zurück auf den Boden der Tatsachen. Dass dieser hart sein kann, weiß nicht nur Anton Stach, der in der ersten Halbzeit nach einem Luftzweikampf mit Jude Bellingham unsanft auf dem Steißbein landete.
Drei Niederlagen in Serie kassierten die Rheinhessen zuletzt in der Liga, weshalb sie nach einem starken Saisonstart und Platz vier mittlerweile bis auf Rang elf abgerutscht sind. Drei Pleiten in Folge - das hatten die Mainzer unter Bo Svensson ohnehin noch nicht erlebt. Seit der Übernahme des Dänen am 4. Januar dieses Jahres holte Mainz 43 Punkte in 28 Ligaspielen - ein Schnitt von 1,54 Punkten pro Spiel.
Das Prunkstück in dieser Saison war bisher die Defensive. Nur fünf Gegentore in acht Partien - kein Bundesligateam war in dieser Kategorie besser. Doch durch die drei Gegentore in Dortmund gehört die beste Defensive der Liga nun dem SC Freiburg (sechs Gegentore).
Es macht ein wenig den Anschein, als bröckelt das solide Svensson-Gebilde allmählich.
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Rose zu Haaland: "Nicht darum gebeten zu spielen"

Quelle: Perform

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