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Atlético - FC Bayern: Wer stürmt ins Finale? Je 5 gute Gründe aus Madrid und München
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Publiziert 27/04/2016 um 13:57 GMT+2 Uhr
Atlético Madrid gegen den FC Bayern München im Champions-League-Halbfinale: Das Duell um den Einzug ins Endspiel von Mailand dürfte eng und umkämpft ausfallen. Zwei Eurosport-Redakteure aus Spanien und Deutschland nennen jeweils fünf Gründe, die aus ihrer Sicht für Atlético respektive Bayern sprechen. Besonders in einem Punkt gehen die Meinungen auseinander.
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Eurosport Deutschland: Das spricht für Bayern
Johannes Mittermeier (München)
Individuelle Stärke: Im direkten Spielervergleich hat der FC Bayern das bessere Team. Da ist Manuel Neuer, der Welttorhüter, da ist Arturo Vidal, der endlich so spielt, wie es Bayern von Beginn an erwartete, dazu gibt's den unvergleichlichen Thomas Müller, und Robert Lewandowski ist vielleicht der beste Stürmer überhaupt. Franck Ribéry hat verblüffend schnell den Rhythmus gefunden, auch Philipp Lahm ist so gut wie lange nicht.
Guardiolas Abschied: Am Ende seines Drei-Jahres-Projekts setzt Pep Guardiola alles daran, den Klub mit den höchsten Weihen zu verlassen. Misslingt das Unterfangen, mit Bayern die Champions League zu gewinnen, wird seine Münchner Zeit immer als unvollendet betrachtet werden (Sinn oder Unsinn sei hier einmal dahingestellt). Nach teils krachenden Halbfinal-Pleiten gegen Real Madrid 2014 und den FC Barcelona 2015 ist Bayern bereit für die ultimativ letzte Stufe. Jetzt oder nie!
Top-Ergebnisse auch ohne Top-Form: Kein Zweifel, der FCB ist nicht in jener berauschenden Verfassung vom Herbst, als er es selten unter vier Toren pro Partie beließ. Im Kalenderjahr 2016 geht es Bayern pragmatischer an, ob nun beabsichtigt oder ungewollt. Allerdings gewinnen sie halt permanent und meistens ohne Gegentor (zumindest national). Das ist die Erkenntnis dieser Wochen: Fehlende Top-Form muss nicht fehlende Titel bedingen. In der Saison-Schlussphase geht's allein um Ergebnisse.
Heimvorteil im Rückspiel: Ein Blick auf die Viertelfinals beweist, dass der oft kolportierte Vorteil, das Rückspiel vor heimischer Kulisse auszutragen, wahrlich keine Mär ist. Drei der vier Teams, die erst auswärts antraten, setzten sich durch; einzige Ausnahme war kurioserweise Bayern (1:0 + 2:2 gegen Benfica Lissabon). Und Atlético muss am 3. Mai in die Allianz Arena…
Der Boateng-Faktor: Jérôme Boateng dürfte in besagtem Rückspiel wieder einsatzfähig sein - spätestens, unter Umständen spielt er schon an diesem Mittwoch. Ja, das würde ein nicht unerhebliches Risiko beherbergen, immerhin ist der Verteidiger seit Januar mit Muskelbündelriss im Adduktorenbereich außen vor. Andererseits wird Guardiola nicht erneut den Fehler machen, vermeintlich fitte Spieler zu früh einzusetzen. Gibt Boateng sein Okay, könnte er Bayerns X-Faktor werden.
Eurosport Spanien: Das spricht für Atlético
Cristian Maxedo (Madrid)
Die beste Defensive Europas: Atlético ist der Klub mit den wenigsten Gegentoren dieser Champions-League-Saison (fünf, genau wie Real) und somit auch ohne Abwehrchef Diego Godin stark genug, einen Defensivwall zu errichten. Das wird der Schlüssel sein, zumal die "Rojiblancos" mit Jan Oblak einen Torhüter haben, der momentan zu den drei besten Keepern der Welt zählt. Der Slowene trumpft noch stärker auf als Vorgänger Thibaut Courtois zu besten Atlético-Zeiten.
Simeone, der Leader:Trainer Diego Simeone ist die wichtigste Figur dieses Teams, er hat es in die Situation gebracht, in der Primera Division um den Meistertitel zu kämpfen und in der Champions League wieder im Halbfinale zu stehen - alles mit einem Budget, das vier- oder fünfmal geringer ist als jenes von Bayern, Real, Barca. Da gleicht Simeone vieles aus, er ist der unumstrittene Anführer, alle vertrauen ihm. Dem Argentinier ist es gelungen, dass die Spieler in jeder Partie 200 Prozent investieren.
Der Geist von 1974: Es kursiert eine Social-Media-Kampagne mit Hashtag #PorNuestrosMayores, als Zeichen, um Revanche zu nehmen für die Niederlage von 1974. Damals verlor Atlético das Finale im Europapokal der Landesmeister gegen Bayern (1:1 und 0:4). Diese Art Antrieb bewirkt, dass die Fans ihre Mannschaft unerbittlich anfeuern, was sehr wichtig ist für die Profis. Sollte die Unterstützung von den Rängen doch einmal nachlassen, sorgt Simeone dafür, dass dies nur von kurzer Dauer ist…
Tor-Res! Fernando Torres befindet sich in der stärkten Verfassung der Saison, physisch und mental, die Atlético-Legende erzielte zuletzt einige wichtige Tore. Klar, sein Sturmpartner Antoine Griezmann ist der beste Mann des Teams, aber Torres kann entscheidend werden.
Weniger Druck: Bekanntlich sind es Guardiolas letzte Bayern-Wochen, er muss diese vermaledeite Champions League einfach gewinnen, um nicht als gescheitert zu gelten. Das macht's nicht leichter. Der Druck liegt also ganz klar auf deutscher Seite, für Atlético ist die Halbfinal-Teilnahme schon eine große Sache.
Und zum Vorteil des Rückspiels in München: Im Gegensatz zur landläufigen Meinung finde ich, dass es für Atlético gut ist, zunächst daheim vorzulegen. Sie werden mit Macht auf ein Zu-Null gehen, damit nach München fahren und Bayern rauskegeln...
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