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Borussia Dortmund | Leistungsdelle zur Unzeit: Der BVB und der Wettlauf mit der Zeit

Leistungsdelle zur Unzeit: Dortmund beschwört Ruhe und Ordnung

12/02/2019 um 08:00Aktualisiert 13/02/2019 um 13:23

Unentschieden in Frankfurt, Aus im Pokal, 3:0 verdaddelt gegen Hoffenheim. Borussia Dortmund verzeichnet die erste ausgewachsene Delle in dieser bislang so erfolgreich und harmonischen Saison. Ausgerechnet vor richtungweisenden Wochen in Champions League und Meisterkampf stellt sich eine leichte schwarz-gelbe Ratlosigkeit ein. Führungsspieler Axel Witsel übernimmt das Kommando.

Axel Witsel geht seit seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer wie selbstverständlich auf dem Platz voran. Er ist der unangefochtene Chef im Zentrum des BVB-Spiels. Neben dem Spielfeld hörte man dagegen bislang nur wenig vom 30-Jährigen. Das ändert sich nun.

Der Belgier weiß, dass es nun auf ihn ankommt. Denn just in der ersten größeren Schwächephase ist in Marco Reus der Kapitän und Offensiv-Anführer verletzt. Wegen Muskelproblemen im Oberschenkel musste er gegen Bremen zur Halbzeit raus, beim Hoffenheim-Kollaps fehlte er komplett.

Das wird auch beim Champions-League-Spiel bei Tottenham Hotspur (Mittwoch, 21:00 Uhr im Eurosport-Liveticker) der Fall sein und laut "Bild" noch weitere zehn Tage. Ausgerechnet in der vorentscheidenden Saisonphase hat es den für seine Verletzungsanfälligkeit bekannten Reus nach einer stabilen Hinserie wieder erwischt.

"Jedes Team hat mal so eine Phase", versucht Witsel auch deshalb für Ruhe und Gelassenheit zu sorgen.

"Wir müssen jetzt fokussiert und positiv bleiben. Und so schnell wie möglich wieder ein Spiel gewinnen. Idealerweise gelingt uns der Sieg schon in London, denn es ist ein sehr wichtiges Spiel."
Axel Witsel von Borussia Dortmund

Axel Witsel von Borussia DortmundGetty Images

Beim BVB soll ein mentaler Einbruch verhindert werden

Die Borussia ist etwas aus der Bahn geraten. In den vergangenen sechs Pflichtspielen gelangen nur zwei Siege.

"Das werden wir auf jeden Fall wieder hinbekommen“, erklärt Sebastian Kehl fast trotzig. Der ehemalige BVB-Kapitän ist Leiter der Lizenzspielerabteilung. Es gehört zu seinen Aufgaben, in schwierigen Phasen wie derzeit, keine Unruhe in der Mannschaft aufkommen zu lassen. Sein Plan:

"Wir werden uns jetzt schütteln. Wir haben ein wichtiges Spiel in der Champions League. Und dann versuchen wir, unseren Weg weiterzugehen."

Kehl geht es darum zu beweisen, wie viel Mentalität wirklich im BVB-Team steckt.

Bislang musste die Borussia in dieser Saison noch durch keine Talsohle. Und auch die derzeitige Situation taugt noch nicht als wirkliche Krise. Fünf Punkte Vorsprung nach dem 21. Spieltag haben statisch gesehen noch jedem Tabellenführer zur Meisterschaft gereicht und das Achtelfinale der "Königsklasse" erreichte man ebenso souverän.

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Dennoch fordert Witsel: "Wir müssen jetzt positiv denken!" Offensichtlich sehen die Dortmunder Wortführer die Gefahr eines mentalen Einbruchs. In diesen intensiven Wochen wäre dies wohl gleichbedeutend mit dem Verlust der Tabellenführung und dem Aus in der Champions League.

Akanji wird sehnlichst zurückerwartet

Wichtig wird auch, die offensichtlichen Probleme in der Defensive abzustellen. Das Verteidigen von Standardsituationen und Flanken ließ zuletzt zu wünschen übrig. Alle drei Hoffenheimer Treffer fielen nach Hereingaben, Bremen machte zwei von drei Toren nach Freistoß und Eckball.

Ein erster Schritt wäre, wieder mit zwei gelernten Innenverteidigern spielen zu können. Zwar machte "Notlösung" Julian Weigl seine Sache über weite Strecken gut, Abwehrboss Manuel Akanji wurde dennoch schmerzlich vermisst.

Manuel Akanji muss länger pausieren

Manuel Akanji muss länger pausierenSID

Der Schweizer hat seine Hüftprobleme nun deutlich schneller überstanden als gedacht und trainierte schon am Sonntag wieder mit dem Team. Manager Michael Zorc dämpfte die Erwartungen trotzdem:

"Es ist schön, dass er wieder auf dem Platz steht. Manuel ist im Plan, aber man darf nicht vergessen, dass er schon längere Zeit raus ist. Das wird noch etwas dauern."

Dan-Axel Zagadou dagegen machte mit einem Einsatz bei der U23 am Wochenende deutlich, dass er wieder für höhere Aufgaben zur Verfügung steht. Genau wie der zuletzt erkrankte Cheftrainer Lucien Favre dürfte er zum BVB-Aufgebot in London gehören.

"Wir sind im Erfolgsfall ruhig geblieben, und das werden wir auch jetzt so machen", sagt Kehl. So soll die Sieglos-Serie schon bald enden.

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