FC Barcelona - Borussia Dortmund: Lucien Favres Experiment scheitert

Borussia Dortmund verliert am vorletzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase mit 1:3 (0:2) beim FC Barcelona. Lucien Favre experimentiert dabei mit Nico Schulz im linken offensiven Mittelfeld und liegt daneben. Abwehrchef Mats Hummels patzt folgenschwer und Ousmane Dembélés großes Wiedersehen mit den alten Kollegen nimmt ein jähes Ende. Drei Dinge, die auffielen.

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1.) Experiment mit Schulz geht schief

Lucien Favre hatte einen Plan – Raphael Guerreiro sollte auf der linken Verteidigerseite gegen Lionel Messi verteidigen, während Nico Schulz den offensiven Part im Mittelfeld spielen sollte. Ähnlich wie auf der gegenüberliegenden Seite mit Achraf Hakimi sollte das enorme Tempo des deutschen Nationalspielers tiefe Läufe hinter die Viererkette der Katalanen begünstigen. Schulz jedoch ist kein offensiver Mittelfeldspieler, das erkannten die 92.000 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Camp Nou schnell.
Man kann fast von Glück reden, dass der Riesenchance, die Nico Schulz in der ersten Halbzeit frei vor Marc-André ter Stegen vergab, eine deutliche Abseitsstellung von Achraf Hakimi vorausging. Andernfalls hätte die Harmlosigkeit seines Abschlusses gleich doppelt wehgetan.
Schulz gewann keinen einzigen Zweikampf und spielte einen Fehlpass nach dem anderen (33 Prozent Passquote). Kurzum: Der 26-Jährige fühlte sich unwohl im linken Mittelfeld und wurde zur zweiten Halbzeit durch Jadon Sancho ersetzt.
Ein Wechsel, der Wirkung zeigte. Der in der Kritik stehende Engländer brachte Schwung, Spielfreude und Engagement mit und erzielte den einzigen Treffer der Borussia. Von Abwehrchef Hummels gab es dafür einen verbalen Schulterklopfer:
Im Bundesligaspiel am kommenden Samstag bei Hertha BSC (ab 15:30 Uhr im Liveticker) dürfte Favre den 19-Jährigen dann wieder von Beginn an bringen. Das Schulz-Experiment ist jedenfalls krachend gescheitert.

2.) Dortmund macht Barça stark

"Wir waren okay. Wir haben kein schlechtes Spiel hingelegt", bilanzierte Hummels kurz nach der Partie in den Katakomben am "Sky"-Mikrofon. Das kann man durchaus so sehen, allerdings agierte der Bundesligist in den entscheidenden Situationen sehr wohl schlecht und machte das zuletzt spielerisch ebenfalls holprige Barcelona dadurch stark.
Knackpunkt war der Fehlpass von Hummels vor dem 0:2 durch Lionel Messi. Der ehemalige Nationalspieler spielte einen unbedrängten Pass in die Füße von Ivan Rakitic, drei Sekunden später netzte sein argentinischer Teamkollege ein.
Der im Hinspiel noch fehlerfreie Verteidiger gab sich selbstkritisch:
Dennoch kann der BVB auch Positives aus Barcelona mit nach Hause nehmen: Einsatz und Moral haben gestimmt. Besonders in der zweiten Halbzeit erspielte sich Schwarz-Gelb gute Gelegenheiten. Sancho hatte neben seinem Tor (77.) sogar noch den Anschlusstreffer auf dem Fuß - allerdings parierte Marc-André ter Stegen in Weltklassemanier und lenkte die Kugel an die Latte (87.).
Auch der in der Kritik stehende Trainer Favre wusste:
Haben sie aber nicht – und so geht es wohl am Samstag im Berliner Olympiastadion um Favres Job. Der gibt sich jedoch zuversichtlich:
Warum? "Ich habe Vertrauen."

3.) Pechvogel Dembélé

Zum ersten Mal nach seinem skandalösen Abgang von Borussia Dortmund im Sommer 2017 traf Ousmane Dembélé in einem Pflichtspiel auf den Ex-Verein. Der sehnlich erwartete Auftritt gegen die alten Kollegen dauerte jedoch nur 26 Minuten.
Nach einem unglücklichen Zweikampf mit Raphael Guerreiro musste der 22-Jährige verletzt ausgewechselt werden – mit dem Trikot über die Nase gezogen und Tränen in den Augen schleppte er sich vom Platz.
"Schon wieder", werden sich die Barça-Anhänger denken. Der Franzose kommt aufgrund ständiger Blessuren seit seinem Wechsel nach Spanien zu keinem Rhythmus. In dieser Saison stand er in nur zehn von 19 Pflichtspielen auf dem Feld.
Dass er sich nun ausgerechnet gegen den ehemaligen Arbeitgeber erneut verletzte, tat doppelt weh. Vor seiner Auswechslung konnte man sehen, dass Dembélé sich viel vorgenommen hatte. Auf der linken Offensivposition, auf der er den Vorzug vor Antoine Griezmann bekam, war er in der Anfangsphase der auffälligste Katalane - ohne jedoch wirklich Torgefahr auszustrahlen.
Das tat dann jedoch sein Ersatz. Griezmann erzielte in der 67. Minute das vorentscheidende 3:0.
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