FC Bayern, BVB, RB Leipzig: Was ist drin im Achtelfinale?
Die Auslosung des Champions-League-Achtelfinals bescherte den deutschen Vereinen rund drei Wochen vor dem Weihnachtsfest attraktive Gegner. Der FC Bayern München ist heiß auf das Duell mit dem FC Chelsea, gegen den man 2012 eine der bittersten Pleiten der Vereinsgeschichte hinnehmen musste. Der BVB und RB Leipzig bekommen es mit Paris Saint-Germain bzw. Tottenham Hotspur zu tun. Was ist drin?
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Bayern München - FC Chelsea
Was für Bayern spricht: Der FC Bayern hat den Vorteil der Regeneration in der Winterpause. Während die Bundesliga zwischen den Jahren pausiert, geht es auf der Insel traditionell weiter. Viermal kam der FC Bayern so in den letzten Jahren je gegen den FC Arsenal im Achtelfinale weiter (2004/05, 2012/13, 2013/14, 2016/17). Im Vorjahr war in der Runde der letzten 16 allerdings gegen den FC Liverpool Endstation (0:0, 1:3). Allerdings spielt mit Robert Lewandowski der aktuell wohl beste Mittelstürmer der Welt und der Führende der Torjägerliste des Wettbewerbs (zehn Treffer) beim FCB.
Das spricht für Chelsea: Trainer Frank Lampard war aufgrund einer Transfersperre dazu gezwungen, junge, unerfahrene Spieler in den Kader zu integrieren. Das klappte bestens und könnte nun zum Vorteil im weiteren Saisonverlauf werden. Jung und unverbraucht heißt nämlich auch: extrem hungrig. So könnte man den Münchnern ein Schnippchen schlagen.
Das sagen die Bayern:
Manuel Neuer (FC Bayern): "Wir freuen uns auf London, dort haben wir schon gute Erfahrungen gemacht. Chelsea ist eine gefährliche Mannschaft, wir müssen sie sehr ernst nehmen und konzentriert an die Sache rangehen. Wir wollen natürlich in die nächste Runde."
Das sagt Chelsea:
Frank Lampard (Trainer FC Chelsea): "Es ist ein schweres Los, aber auch ein gutes. Wir sind bereit für diese Herausforderung."
Prognose: Die Bayern erreichen das Viertelfinale. Die große internationale Erfahrung im Kader der Münchner wird am Ende ausschlaggebend sein.
Borussia Dortmund - Paris Saint-Germain
Das spricht für den BVB: Lucien Favre ist über seinen Schatten gesprungen und hat den BVB durch einen System-Wechsel hin zur Dreierkette aus der Krise geführt. Das setzt neue Kräfte frei und entlockt den hochkarätigen Neuzugängen um Julian Brandt, Thorgan Hazard, Mats Hummels und Nico Schulz endlich ihr volles Potenzial. Beim BVB ist der Zusammenhalt wieder da - und der ist nötig, um gegen eine nominell sicherlich besser besetzte Pariser Mannschaft zu bestehen.
Das spricht für PSG: Wenn bei PSG alle Spieler ihr Top-Niveau erreichen und gleichzeitig als Team, und nicht als koexistierende Ich-AGs auftreten, wird das Team von Thomas Tuchel dem BVB überlegen sein. Allein Kylian Mbappé (200 Millionen Euro) und Neymar (180 Millionen Euro) sind laut Transfermarkt.de soviel wert, wie rund 60 Prozent des Dortmunder Kaders (640 Millionen Euro).
Das sagt der BVB:
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Ein wunderbares Los für uns und unsere Anhänger. Und ganz ehrlich: Natürlich rechnen wir uns etwas aus! Wir werden diese Duelle mit Paris führen, um eine Runde weiter zu kommen. Das ist das klare Ziel."
Das sagt PSG:
Leonardo (Sportlicher Leiter Paris Saint-Germain): "Wir müssen die Negativität der letzten Champions-League-Spielzeiten vergessen. Die Spieler müssen ihre Leistung bringen. Wir sind dieses Jahr kein Favorit auf den Titel, aber das Potenzial ist da. Wenn wir keine Fehler machen, haben wir eine Chance. Für Thomas Tuchel wird es auf jeden Fall interessant werden. Er war ein toller Trainer von Borussia Dortmund und es ist gut, dass wir auf sie treffen, denn er kennt den Verein. Er wird in Dortmund geliebt. Deswegen wird das Spiel dort etwas Besonderes.
Prognose: Auf dem Papier sind die Dortmunder die schwächer besetzte Mannschaft, PSG hat in der Vergangenheit aber immer wieder auf beeindruckende Art und Weise gezeigt, dass es für die K.o.-Phase in der Königsklasse weit mehr benötigt, als ein mit millionenschweren Superstars gespickter Kader. Auch in diesem Jahr ist früh Schluss - Favre schlägt Tuchel.
RB Leipzig - Tottenham Hotspur
Das spricht für RB Leipzig: Die Form! Der Bundesliga-Tabellenführer ist super drauf und hat mit Julian Nagelsmann eines der größten Trainertalente Europas auf der Bank sitzen. Selbst nach zuletzt wettbewerbsübergreifenden zehn Spielen ohne Niederlage (acht Siege) findet der 32-Jährige immer wieder Ansätze zur Verbesserung. Das zeugt von großem Perfektionismus. Gepaart mit großer Qualität im Kader eine Kombination, die jedem Gegner in Hin- und Rückspiel gefährlich werden kann. Außerdem hat Leipzig ein glänzendes Sturmduo. Timo Werner zeigt sich auch in dieser Saison wieder treffsicher (23 Spiele, 21 Tore), zudem kommt Rom-Leihgabe Patrik Schick immer besser in Fahrt.
Das spricht für Tottenham: José Mourinho! Vor der vergangenen Spielzeit verpflichtete Tottenham keinen einzigen Spieler, gab aber auch keinen seiner Leistungsträger im Sommer ab. Als Ergebnis erhielt Mauricio Pochettino eine perfekt eingespielte Truppe, die es am Ende bis ins Finale der Königsklasse schaffte. Noch immer steckt dieses blinde Verständnis im Team, dass nun mit José Mourinho einen ausgewiesenen Trainerfuchs hinzubekommen hat. Wenn einer weiß, wie man mit Underdogs die Champions League gewinnt, dann der Portugiese (FC Porto 2004, Inter Mailand 2009).
Das sagen die Leipziger:
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Das ist ein sehr schönes, spannendes Los mit einem Top-Team Europas, in einer schönen Stadt, in einem wundervollen Stadion. Ein weltklasse Trainer, ein weltklasse Team gespickt mit Stars. Große Vorfreude. Ich freue mich extrem auf das Stadion."
Von Tottenham äußerte sich am Montag niemand zur Auslosung
Prognose: Leipzig gilt aufgrund der aktuellen Form als leichter Favorit. Bis die Spiele jedoch stattfinden, vergeht noch einige Zeit. Wie die Bayern haben auch die Leipziger den Vorteil der Winterpause, die den Spurs nicht vergönnt ist. Stand jetzt schafft es RB. Aber: José Mourinho ...
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