FC Bayern: Davies angeschlagen - muss Flick die Abwehr umbauen?
Muss Hans-Dieter Flick die Abwehr des FC Bayern München umbauen? Nach Benjamin Pavard, der nicht rechtzeitig für das Viertelfinale der Champions League am Freitag gegen den FC Barcelona fit wird, bangen die Münchner nun auch um Alphonso Davies. Dazu hatte sich Jérôme Boateng beim 4:1 gegen den FC Chelsea leicht verletzt - und Niklas Süle gute Ansätze gezeigt.
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Alphonso Davies guckte ziemlich bedröppelt drein.
Letzter Trainingstag an der Algarve, Hans-Dieter Flick gab dem FC Bayern im Trainingslager noch mal den letzten taktischen Feinschliff, ehe es nach Lissabon geht, wo am Freitag das Viertelfinale der Champions League gegen den FC Barcelona (21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) geht.
Davies, der Shootingstar der Saison, sah dabei nur zu - er laboriert an Adduktorenproblemen im rechten Oberschenkel. Der 19-Jährige habe nach dem Training am Dienstag "etwas gespürt", sagte Trainer Hans-Dieter Flick: "Die rechten Adduktoren sind ein bisschen verhärtet."
Dass Davies das letzte Training an der Algarve verpasste, sei aber nur "eine Sicherheitsmaßnahme", so Flick: "Wir denken nicht, dass der Einsatz gefährdet ist." Wobei sie es auch noch nicht wissen.
Fällt Bayerns Prunkstück auseinander?
Sollte sich Davies' Zustand, so optimistisch die Bayern derzeit auch sind, doch verschlimmern, der "Roadrunner" sogar ausfallen am Freitag, müsste Flick seine Abwehr abermals umbauen.
Sieggarant der Bundesliga-Schlussphase war bekanntlich die Besetzung Benjamin Pavard, Jérôme Boateng, David Alaba und Davies (von rechts nach links).
Seine zaghaften Laufversuche am Mittwoch in München lassen darauf schließen, dass er nicht so schnell wie erhofft wieder zur Mannschaft stoßen kann - Flick hätte ihn gerne ab Samstag in Portugal im Training begrüßt, sollten die Bayern denn weiterkommen.
Dann humpelte Boateng gegen den FC Chelsea (4:1) nach einem komischen Ausfallschritt samt Flugeinlage mit Problemen am rechten Bein vom Platz. Nicht weiter schlimm, hieß es danach; in Portugal trainierte der 31-Jährige auch wieder ganz normal mit. Doch ein Restrisiko bleibt.
FC Bayern: Süle brennt auf Einsatz gegen Barca
Nun hat auch Davies ein Wehwehchen. Klar ist: Auch gegen Barcelona wird Joshua Kimmich rechts verteidigen, den Pavard-Ersatz mimen. Kimmichs Platz im Mittelfeld wird erneut Ex-Barcelona-Profi Thiago einnehmen.
Sollte Boateng keinen Rückschlag erleiden, hat er auf der rechten Innenverteidigerposition weiterhin die Nase vor Niklas Süle, der gegen Chelsea zehn Monate nach seinem Kreuzbandriss im linken Knie sein Pflichtspielcomeback gegeben hatte. Und der 24-Jährige brennt auf weitere Einsätze.
"Ich denke, mein Fitnesszustand ist sehr, sehr gut", sagte er am Mittwoch: "Den Spielrhythmus muss ich mir jetzt natürlich noch holen." Er glaube schon, "dass ich in der Lage bin, hier zu performen, wenn ich gebraucht werde".
Süle sagte aber auch: "Ich hoffe, dass es bei Jérôme alles okay ist, denn wir brauchen ihn unglaublich in diesem Turnier."
Alaba oder Hernández: Wer könnte Davies ersetzen?
Bleibt das Fragezeichen bei Davies, mit dem auch David Alabas Schicksal vermeintlich eng verknüpft scheint. Fällt der Kanadier aus, könnte Alaba theoretisch seinen angestammten Platz als Linksverteidiger einnehmen.
Angesichts der Tatsache, dass der Österreicher nun jedoch seit Monaten als Abwehrboss als linker Innenverteidiger spielt und die Bayern-Abwehr stabilisiert hat, erscheint diese Variante doch recht unwahrscheinlich.
So könnte die Stunde für Rekordtransfer Lucas Hernández schlagen - der Franzose, vor der Saison für 80 Millionen Euro verpflichtet, spielt zwar lieber in der Innenverteidigung, muss unter Flick aber um jede Spielminute, die er kriegen kann, kämpfen. "Wir sind überzeugt von Hernández, er kann innen und links verteidigen", sagte der Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag.
Man brauche "Geduld. Der Junge hatte großes Verletzungspech in dieser Saison, das hat ihn lange außer Gefecht gesetzt", so Rummenigge. Als Linksverteidiger ist Hernández durchaus erfahren; schließlich wurde er auf dieser Position 2018 mit Frankreich Weltmeister und verpasste dabei keine Minute.
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