FC Bayern - PSG: Dieses Duell entscheidet das Champions-League-Finale
Der FC Bayern ist gewarnt. Beim 3:0-Sieg gegen Olympiqe Lyon kamen die Münchener in der Defensive noch einmal mit einem blauen Auge davon. Gegen die mit Stars gespickte Offensive von PSG könnte dem FCB die extrem hoch stehende Viererkette aber zum Verhängnis werden. Im Finale wird Hansi Flick einige Justierungen vornehmen müssen, ohne dabei die eigenen Stärken zu riskieren. Ein schmaler Grat.
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Ein lauter Schrei, energisches Abklatschen nach dem Schlusspfiff. Viel mehr Euphorie war den Spielern des FC Bayern am vergangenen Mittwoch nach dem 3:0-Halbfinalerfolg gegen Olympique Lyon nicht zu entlocken.
Ein bisschen lag es sicher auch daran, dass die Münchener erleichtert waren, dass Lyon die stürmische Anfangsphase und die Chancen, die ihnen die erneut mit hohem Risiko verteidigende Flick-Elf ließ, nicht ausnutzen konnte.
Chancen – und da sind sich die Experten einig – die PSG im Finale am Sonntag (21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) nicht auslassen wird.
Bayerns hohes Pressing könnte PSG in die Karten spielen
Immer wieder schaffte es Lyon, nach leichten Ballverlusten im Mittelfeld die hoch stehende Viererkette (engl. High Line) der Bayern postwendend zu überspielen und die schnellen Außen und Stürmer gefährlich in Szene zu setzen - und das, obwohl Flick und Bayern die Stärken der Franzosen durchaus bekannt waren.
Einzig an Manuel Neuer biss sich Olympique in den ersten 15 Minuten die Zähne aus.
"Wir spielen natürlich ein Spiel, mit dem wir immer hohes Risiko gehen dadurch, dass wir so hoch stehen. Man kann nicht immer jeden Ball verteidigen", analysierte Abwehrchef David Alaba nach der Partie. Schon der FC Barcelona schlug daraus im Viertelfinale ein ums andere Mal Kapital, was jedoch durch Bayerns unbändige Offensiv-Power (8:2) etwas kaschiert wurde.
Natürlich gehört das hohe Pressing der unterschiedlichen Ketten zum Erfolgsrezept von Flicks System und hat entscheidenden Anteil daran, dass Bayern überhaupt im Finale steht. Doch gegen Thomas Tuchels explosive Sturmreihe könnte das kurz vor dem Ziel zum Verhängnis werden.
"Wenn wir den Ball gegen Paris verlieren, dann geht über (Kylian, Anm. d. Red.) Mbappé, Neymar die Post ab. Es wird ein ganz anderes Spiel. Wenn die eine Chance haben, knallt es meistens", warnte Vorstand Oliver Kahn die Bayern eindringlich.
PSG - FC Bayern: Flick muss Anpassungen vornehmen
Gerade Mbappé ist ein Meister darin, sich bietende Lücken zu erkennen und mit viel Tempo aus der Tiefe kommend auszunutzen. Und da "Roadrunner" Alphonso Davies nicht jeden Ball nach einem 70-Meter-Sprint aus der gegnerischen Hälfte noch ablaufen kann, wird sich Flick etwas einfallen lassen müssen.
"Wir wissen, dass Paris sehr schnelle Spieler hat. Da müssen wir schauen, dass wir die Defensive etwas anders organisieren", kündigte der Bayern-Coach bereits kleine Veränderungen an.
Mit Benjamin Pavard steht eine defensivere Variante zu Joshua Kimmich auf der Rechtsverteidigerposition nach auskurierter Verletzung wieder zu Verfügung. Letzterer könnte dann für Thiago in die Zentrale rücken, um dort wieder mehr Präsenz und Stabilität zu garantieren, was vor Pavards Verletzung unter anderem im Top-Spiel Ende Mai gegen den BVB blendend funktioniert hatte.
Ob und wie weit Flick seine Viererkette tatsächlich zurückziehen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Denn eines ist sicher: Aufzwingen lassen wird sich der Rekordmeister das Spiel der Pariser nicht.
FC Bayern glaubt an eigene Stärke: Nur nicht den Pep machen
Eine verkopfte, komplett neue Taktik à la Pep Guardiola ist von Flick nicht zu erwarten. Der Spanier, den Flick zuletzt selbst als besten Coach der Welt betitelte, hatte mit dieser Reaktion vor großen Spielen in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht und sowohl in seiner Zeit bei Bayern als auch in Manchester seine Teams teilweise der eigenen Stärke beraubt.
"Es ist unsere große Stärke, dass wir den Gegner unter Druck setzen. Ich denke, das wird uns gegen Paris auch gelingen", stellte Flick bereits nach dem Lyon-Spiel klar.
Es wird im spielentscheidenden Duell zwischen der Highlight-Offensive der Pariser und der hohen Verteidigungslinie der Münchener also auf Nuancen ankommen, auf die richtige Mischung.
Lesetipp: Bayern gegen PSG: Wille gegen Wille
Und im Zweifallsfall konnte sich Flick zuletzt ja auch auf die eigene Offensive verlassen, die mit 42 Toren in zehn Spielen nur drei Treffer vom Allzeit-Rekord von Barça (45; 1999/00) entfernt ist.
"Wir haben auch unsere Waffen", betonte Kingsley Coman: "Ich denke, es wird ein offenes Spiel und ich hoffe, wir schießen mehr Tore als sie."
So kann man es natürlich auch sehen.
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