FC Liverpool in Anfield von Atlético entzaubert: Diesmal tragen die Helden schwarz
Der FC Liverpool hat trotz einer 2:0-Führung im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atlético Madrid den Einzug ins Viertelfinale verspielt. Die Reds scheiterten beim 2:3 (1:0) an der Anfield Road an sich selbst, individuellen Fehlern und einem glänzend aufgelegten Jan Oblak, der neben Marcos Llorente zum Helden für die Rojiblancos avancierte.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Diego Simeone rannte und schrie. Der Coach von Atlético Madrid rannte und schrie sich die Seele aus dem Leib, ehe er den Gästeblock erreichte - nur um dann noch lauter in Richtung der mitgereisten Atlético-Fans zu schreien.
50 Meter entfernt stand Jürgen Klopp mit leerem Blick und ins Gesicht gezogenem Halstuch und musste Simeone und dessen Team dabei zuschauen, wie sie in der 120. Minute den Treffer von Álvaro Morata zum 3:2 (0:1)-Endstand bejubelten. Musste mit ansehen, wie sein Gegenüber den Weg ging, den der Deutsche selbst in der vergangenen Saison nach der spektakulären 4:0-Aufholjagd gegen den FC Barcelona gegangen war.
Transfers
Bayern-Deal mit Diaz vor Abschluss? Liverpool-Coach lässt aufhorchen
26/07/2025 um 21:12 Uhr
Doch diesmal war die magische Nacht in Anfield eben nicht ihm und seinem FC Liverpool bestimmt. Sein Team hatte die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel vor heimischem Publikum zwar wie erwartet wett gemacht (Georginio Wijnaldum/43.) und war in der Verlängerung sogar durch den Treffer von Roberto Firmino (94.) in Führung gegangen.
Doch selbst das sollte an diesem Mittwochabend nicht reichen. Der Titelverteidiger - und trotz der kleinen Schwächephase zuletzt große Favorit auf den Henkelpott - unterlag in einer dramatischen Schlussphase und verabschiedete sich überraschend aus der Champions League.
Niedergeschlagene Reds hadern mit der Chancenverwertung
"Ich suche gerade nach den richtigen Worten", sagte Klopp nach Abpfiff im Interview mit "BT Sport": "Wir akzeptieren das, natürlich, aber es fühlt sich einfach nicht richtig an. Ich weiß, dass ich ein schlechter Verlierer bin, vor allem, wenn die Jungs so eine Leistung abliefern."
Tatsächlich hatten die Reds die ersten 90 Minuten bis auf wenige Ausnahmen komplett unter Kontrolle. Einzig der zweite Treffer wollte nicht fallen. Mal war die Latte im Weg (Andy Robertson/53.), mal ließ die Genauigkeit von Topstar Mohamed Salah (86.) zu wünschen übrig.
"Wir haben uns so viele Chance rausgespielt, aber wir haben sie einfach nicht reingemacht", monierte Kapitän Jordan Henderson:
Atlético nicht schön, aber effektiv
Doch das allein war es nicht, was den Reds das Viertelfinale kostete. Atlético stellte sich einmal mehr als der eklige, unangenehme Gegner heraus, der Klopp bereits im Hinspiel zur Weißglut getrieben hatte und an dessen Spielweise der 52-Jährige auch diesmal wieder kein gutes Haar ließ.
Er wisse nicht, "warum sie mit der Qualität, die sie haben, diese Art Fußball spielen." Die Spanier hätten doch die Qualität, um "ordentlich" zu spielen, "aber sie stehen tief und kontern nur."
10:34 Torschüsse, nur 29 Prozent Ballbesitz - die Zahlen geben Klopp zwar echt. Doch dafür zeigten die Madrilenen umso mehr Willen und Moral.
"Es gibt keine Grenze dafür, wie viel wir leiden können", erklärte Doppeltorschütze Marcos Llorente (97./105.) die besonderen Fähigkeiten seiner Mannschaft:
Liverpool - Atlético: Zwei Helden und ein Pechvogel
Dazu kam ein glänzend aufgelegter Jan Oblak, der am Ende auf überragende zehn Paraden kam und großen Anteil am Einzug in die Runde der letzten Acht hatte.
Der Slowene wird neben Llorente, den Simeone erst in der 56. Minute für Diego Costa eingewechselt hatte, als einer der Helden dieser Nacht von Liverpool in Erinnerung bleiben.
Ganz im Gegensatz zu seinem Gegenüber Adrián, der mit seinem katastrophalen Fehlpass in die Füße von João Félix maßgeblich am ersten Treffer von Llorente beteiligt war und Atlético so überhaupt erst zum Leben erweckte.
Dass Liverpool in der Premier League kurz vor dem langersehnten Titelgewinn steht, dürfte den Schmerz über das bittere Aus zwar etwas lindern.
Doch wer Klopp kennt, weiß, dass der Deutsche eine Weile daran zu kauen haben wird, dass die Helden in der nächsten magischen Champions-League-Nacht von Anfield nicht wie vergangenes Jahr rot tragen, sondern schwarz.
Das könnte Dich auch interessieren: Adieu BVB! PSG wirft Dortmund aus der Königsklasse
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/03/05/image-04548325-c467-4327-9c31-0604a461cb71-68-310-310.jpeg)