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PSG | Vor dem CL-Kracher gegen den BVB: Das sind Tuchels Baustellen
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Publiziert 17/02/2020 um 23:39 GMT+1 Uhr
Für Paris Saint-Germain und Thomas Tuchel zählt in dieser Saison nur der Champions-League-Titel. In der Liga sind die Hauptstädter auf Kurs, auch wenn es in den vergangenen Spielen defensiv einige Probleme gab. Offensiv brennt PSG allerdings bislang ein Feuerwerk ab. Damit ähnelt die Situation ein bisschen an die von Borussia Dortmund. Das gilt auch mit Blick auf die Verletztenliste.
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Paris Saint-Germain zeichnet sich in dieser Saison vor allem durch eins aus: Tore. Das Tuchel-Team hat bereits 67 Tore in der Ligue 1 geschossen, dazu kommen 17 in sechs Champions-League-Partie sowie 13 in drei Pokalrunden. Die Offensive um Neymar und Kylian Mbappé ist ein rollender D-Zug.
"Jeder Spieler bei Paris hat große Qualitäten. Sie haben ein enormes Potential im Angriff", sagte BVB-Trainer Lucien Favre vor dem heutigen Champions-League-Hinspiel (21 Uhr, live im Eurosport Liveticker) im Sidnal-Iduna-Park. Favres Aufgabe wird sein, diesen D-Zug irgendwie zu stoppen.
Denn um seine Offensive bracht sich der Schweizer keine Sorgen zu machen. Nicht erst seit Erling Haaland (8 Tore in den ersten 5 Bundesligaspielen) läuft auch der Schwarz-Gelbe-Angriff auf Hochtouren. Allein in der Liga schießt der BVB fast drei Tore im Schnitt pro Partie (63 in 22 Spielen).
PSG und BVB mit Problemen in der Abwehr
Doch in der Abwehr da hapert es – und war gewaltig. "Wir haben ein paar Probleme, wir kriegen zu viele Tore", meinte Favre nach der 3:4-Niederlage in Leverkusen. Es war bereits das sechste Ligaspiel mit mindestens drei Gegentreffern, insgesamt sind es schon 32 in dieser Spielzeit. Auch in der Champions League in Barcelona (1:3) und beim Pokal-Aus in Bremen (2:3) klingelte es hinten gleich dreifach.
Tuchel hat in Frankreich mittlerweile dieselben Sorgen. An den ersten 17 Spieltagen mussten die Pariser nur neun Gegentore hinnehmen. In den vergangenen acht Partien satte zwölf. Gerade das 4:4 bei Amiens am vergangenen Spieltag schmeckte Tuchel überhaupt nicht:
Der deutsche Trainer steht beim französischen Serienmeister unter Beobachtung. Schließlich soll dieses Jahr der Henkelpott geholt werden. Ein Ausscheiden wie in der letzten Saison bereits im Achtelfinale gegen Manchester United werden die Bosse aus Katar wohl nicht noch einmal durchgehen lassen. Laut L'Equipe wird schon über Pep Guardiola als Nachfolger spekuliert. Der Druck ist auch bei Tuchel vor der entscheidenden Saisonphase zu spüren.
"Für alle anderen ist es völlig normal, dass wir gewinnen und auch zu Null spielen", sagte der 46-Jährige sichtlich genervt auf eine Nachfrage zu den Gegentoren und ergänzte:
Die Flut an Gegentoren kommt für ihn zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt.
Paris Saint-Germain mit Verletztensorgen
Hinzu kommt die Verletztenliste bei den Franzosen. Presnel Kimpembe und der Ex-Dortmunder Abdou Diallo (beide Oberschenkelprobleme) fallen aus. Auch Kapitän Thiago Silva, der gegen Amiens erstmals nach Leistenverletzung zurückkam und zur Halbzeit wieder raus musste, steht auf der Kippe. Der Ex-Münchner Juan Bernat erhielt im Duell gegen den Vorletzten nach Wadenproblemen eine halbe Stunde Spielzeit – auch er ist fraglich, genauso wie Thilo Kehrer (Fußverletzung), der erst auf fünf Ligaeinsätze kommt.
Immerhin: Mit Neymar kehrt der zuletzt verletzte Superstar nach Rippenprellung zurück. Der Brasilianer ist für den ganz großen Wurf in der Königsklasse für Tuchel unverzichtbar.
Mit verletzten Führungskräften kennt sich Favre beim BVB auch aus. Mit Marco Reus (Muskelverletzung) und Thomas Delaney (Knieprobleme) stehen zwei wichtige Säulen nicht zur Verfügung. Auch Julian Brandt (Außenbandanriss im Sprunggelenk) ist für das Paris-Spiel fraglich.
Tuchel muss Kritik von Weltmeister einstecken
Bei Haaland musste sich Favre Kritik anhören, dass er den Norweger häufig von der Bank brachte. Der Schweizer erklärte dies mit Trainingsrückstand. Bei PSG werden die Personalien ebenso heftig diskutiert – wenn nicht sogar heftiger. "Sie wissen nicht, wie sie spielen sollen. Ich sehe bei PSG kein Kollektiv. Icardi, Neymar, Mbappé, alle konzentrieren sich auf ihre individuellen Leistungen und spielen, wenn sie Lust haben", erklärte der ehemalige Welt- und Europameister Christophe Dugarry bei "RMC Sport".
Der 55-malige Nationalspieler sieht daher für den deutschen Trainer bei PSG keine Zukunft mehr.
Die Schwierigkeit für Tuchel ist es, den Ansprüchen der Scheichs gerecht zu werden, den Kader zu managen und gleichzeitig seine Stars bei Laune zu halten. Nicht gerade die einfachste Aufgabe.
Neymar und Mbappé sorgen für Unruhe
Neymar sorgte mit seiner Geburtstagsparty vor zwei Wochen für Aufsehen, denn nur zwei Tage später stand das Ligue-1-Spiel gegen Nantes auf dem Programm. Bei dem fehlte der 28-Jährige dann mit seiner Rippenverletzung.
Mbappé regte sich so sehr über seine Auswechslung Anfang Februar beim Stand von 5:0 gegen Montpellier auf, dass er sich ein heftiges Wortgefecht mit Tuchel noch am Seitenrand lieferte.
"Ich bin nicht sauer, sondern traurig, weil es nicht notwendig ist. Ich habe ihm erklärt, warum wir das getan haben, und das wird auch so bleiben. Wir spielen kein Tennis, wir spielen Fußball und wir müssen das alle respektieren", sagte Tuchel im Anschluss.
Der 46-Jährige muss seine Stars vor der heißen Saisonphase in der Königsklasse in den Griff bekommen, sonst könnte Tuchel bei PSG bald noch mehr Probleme haben als Favre und der BVB.
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