Robert Lewandowski bei Bayern-Sieg gegen Chelsea alles überragend

Der FC Bayern München hat den FC Chelsea dank Robert Lewandowski im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League mit 4:1 (2:1) besiegt und damit das Finalturnier in Lissabon erreicht. Wie schon beim 3:0 in London war der Stürmer an allen Toren beteiligt; zweimal traf er selbst (10., Elfmeter/84.), dazu legte er Ivan Perisic (24.) und Corentin Tolisso (76.) auf. Für Chelsea traf Tammy Abraham (44.).

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So lief das Spiel:

Der deutsche Rekordmeister agierte in gewohntem 4-2-3-1-System, dabei ersetzte Joshua Kimmich den verletzten Benjamin Pavard als rechter Außenverteidiger, Ivan Perišic spielte für den angeschlagenen Kingsley Coman auf dem linken Flügel. Coutinho saß zunächst nur auf der Bank. Chelsea-Coach Frank Lampard musste seine Startaufstellung auf mehreren Position verändern, neben den beiden gesperrten Marcos Alonso (Rote Karte) und Jorginho (Gelbsperre) fehlten insgesamt sechs Akteure verletzungsbedingt – unter anderem Christian Pulisic, Willian und Pedro.
So verschlechterte sich die Ausgangssituation für die Blues erheblich – nach dem ohnehin schon einseitigen 3:0-Hinspielergebnis für die Münchner. Der deutsche Rekordmeister ließ auch im Rückspiel keine Zweifel aufkommen und entwickelte von Beginn an viel Offensivdruck, den Chelsea bereits in der 8. Minute nicht mehr standhielt.
Serge Gnabry steckte den Ball in den Strafraum durch auf den einlaufenden Robert Lewandowski. Der Pole umkurvte Willy Caballero und wurde anschließend vom Schlussmann gefoult – Elfmeter für die Münchner. Lewandowski trat selbst an und verwandelte sicher ins rechte Eck (10.).
Die Münchner blieben dominant, Chelsea trat kaum in Erscheinung und musste in der 24. Minute den nächsten Rückschlag hinnehmen. Nach einem Ballgewinn von Thomas Müller gegen Mateo Kovacic landete der Ball bei Lewandowski, der anschließend Perišic in der rechten Strafraumhälfte bediente. Aus sieben Metern verwandelte er ins rechte Eck.
In der Folge nahmen die Münchner etwas Tempo aus dem Offensivspiel, ließen auch Chelsea mitspielen. Die Blues antworteten in der 28. Minute mit dem vermeintlichen 2:1-Anschlusstreffer, doch das schöne Tor von Callum Hudson-Odoi – aus 18 Metern ins rechte Eck – zählte aufgrund einer Abseitsposition nicht.
Kurz vor der Pause kamen die Blues schließlich zu ihrem Treffer. Nach einer Hereingabe von der linken Seite von Emerson Palmieri packte Manuel Neuer nicht richtig zu und legte Tammy Abraham den Ball genau vor die Füße. Aus kurzer Distanz traf der Stürmer problemlos (44.).
In der 57. Minute folgte eine kurze Schrecksekunde für den FC Bayern München. Jérôme Boateng blieb nach einer Klärungsaktion auf dem Boden liegen und fasste sich an das linke Bein. Nach einer kurzen Behandlungspause ging es beim Innenverteidiger weiter, ehe Niklas Süle vorsichtshalber eingewechselt wurde und sein Comeback feierte (64.).
Zwölf Minuten später legten die Münchner den nächsten Treffer nach. Lewandowski flankte von der linken Seite punktgenau in die Mitte auf den eingewechselten Corentin Tolisso, der aus fünf Metern sicher verwandelte (76.).
In der Schlussphase erhöhte Lewandowski sein Torkonto auf 13 Champions League-Treffer in dieser Spielzeit. Nach einer Flanke des eingewechselten Álvaro Odriozola von der rechten Seite, setzte sich der Pole am zweiten Pfosten durch und köpfte den Ball ins rechte Eck (83.). Damit war der Pole an allen sieben Toren gegen Chelsea direkt beteiligt.
Die Münchner zogen so ins Halbfinale der Champions League ein. Kein anderes Team schaffte es, die ersten acht Spiele in der Königsklasse zu gewinnen – so wie nun die Münchner. 31 Tore sind nach acht Spielen ebenso einmalig. Weiter geht es am Freitag in Lissabon gegen den FC Barcelona (Ab 21 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de), der sich im Parallelspiel gegen den SSC Neapel durchsetzte.

Die Stimmen:

Hans-Dieter Flick (Trainer FC Bayern München): "Ich war sehr zufrieden. Wir wollten das Spiel gewinnen, wollte da anknüpfen, wo wir aufgehört haben und das hat die Mannschaft sehr gut gemacht. Ich bin sehr zufrieden - auch mit dem Ergebnis."
Frank Lampard (Trainer FC Chelsea): "Es ist eine gute Aufgabe für uns gewesen, gegen den FC Bayern zu spielen mit seiner großer Champions League-Erfahrung. Viele unserer Spieler spielen ihre Debüt-Saison. Ich kann erkennen, wohin unser Weg gehen wird und ich weiß, dass wir zurückkommen werden."
David Alaba (FC Bayern München): "Ich denke, dass wir zufrieden sein können. Es war das erste Spiel nach einem Monat und es ist nicht immer so einfach, direkt den Rhythmus zu finden - das war uns bewusst. Wir haben gut gearbeitet, intensiv gearbeitet - das ist dann das Resultat."
Leon Goretzka (FC Bayern München): "Es war nicht ganz einfach mit der Pause dazwischen - es war die vierte Vorbereitung in dieser Saison - aber wir sind sehr gut ins Spiel hineingekommen. Es hat nicht alles gestimmt, aber wie soll das auch funktionieren am ersten Spieltag."
Niklas Süle (FC Bayern München): "Es ist ein toller Tag - mein Spiel-Comeback zu geben nach so einer langen Zeit. Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn das Stadion ein bisschen voller gewesen wäre, aber in erster Linie habe ich die Reha durchgezogen, weil ich mit dem Team sein und das machen wollte, was mir am meisten Spaß macht."

Das fiel auf: Champions League als Weltfußballer-Ersatz

Dass es in diesem Jahr keinen Weltfußballer geben wird, ist vor allem für Lewandowski ein gestohlener Titel. Der Pole spielt die Saison seines Lebens, weist von allen Spielern in den fünf europäischen Topligen den besten Torwert auf (1,09 Tore pro Spiel). Wettbewerbsübergreifend erzielte Lewandowski in 44 Spielen sogar 53 Tore und legte acht Treffer auf.
In der Champions League führt er die Torschützenliste mit 13 Treffern an. Dieser Titel und der Gewinn der Königsklasse sind für Lewandowski nun der Weltfußballer-Ersatz. Die Münchner schielen auf den Titel, sind einer der großen Favoriten in Lissabon. Mit einem Lewandowski in dieser Form, ist der Champions League-Titel ein sehr realistisches Ziel. Und selbst der Torrekord der Champions League von Cristiano Ronaldo, der 2013/14 für seine 17 Treffer zwei Spiele mehr hatte als es der Bayern-Stürmer bis zum Finale 2020 hätte, scheint erreichbar ...

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 112

Der Einsatz im Rückspiel gegen Chelsea war für Müller der 112. Champions League-Einsatz. Damit ist er nun zusammen mit Philipp Lahm deutscher Rekordspieler in der Königsklasse und hat nächsten Freitag gegen den FC Barcelona die Chance, alleiniger Rekordhalter zu werden.
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