Nach konzentrierten Anfangsminuten der Gladbacher übernahm Inter Mailand schnell die Kontrolle über das Spiel, welches immer wieder durch Fouls auf beiden Seiten unterbrochen wurde.
Der Ex-Bayern-Star Ivan Perisic stand in der Startelf der Nerazzurri und suchte mit Hereingaben von der linken Seite wiederholt seine Mitspieler im Zentrum. In der fünften Minute fand der Kroate Matteo Darmian, dessen Kopfball aber über den Kasten von Yann Sommer flog.
Auf der Gegenseite waren die wenigen Flanken der Gladbacher viel zu ungenau und sorgten für keinerlei Gefahr. Mit zunehmender Spieldauer näherte sich Inter dem Gladbacher Gehäuse immer weiter an. Besonders Darmian, Christian Eriksen und Romelu Lukaku waren wiederholt an brenzligen Situationen beteiligt.
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Eriksens abgeblockter Schuss aus der 22. Minute sowie Lukakus satter Rechtsschuss aus spitzem Winkel (41.) waren die größten Torgelegenheiten der Hausherren im ersten Abschnitt. Dennoch konnte man konstatieren, dass Gladbachs Defensive insgesamt solide verteidigte, wenngleich die Elf von Marco Rose in der Vorwärtsbewegung jegliche Durchschlagskraft vermissen ließ. Mit dem 0:0-Pausenstand waren die Gäste aus Westfalen gut bedient.
Nach 45-minütiger Schonfrist warf Antonio Conte mit Lautaro Martínez den zweiten Ausnahmestümer in die Partie und er sollte direkt in Erscheinung treten. Der Argentinier spielte den exzellenten Ball von Vidal - mehr oder weniger gewollt - mit dem Kopf in Richtung Danilo d'Ambrosio weiter. Der aufgerückte Verteidiger legte das Leder auf den heranstürmenden Darmian zurück, von wo der Ball zu Lukaku kam, der leichtes Spiel hatte und aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste (49.).
Nach der Führung der Hausherren fing Gladbach an zu schwimmen. Inter war dem 2:0 zeitweise deutlich näher, als die Borussia dem Ausgleich. Mitten hinein in diese Druckphase bekamen die Fohlen nach einem Foul von Vidal an Marcus Thuram einen Strafstoß zugesprochen. Schiedsrichter Björn Kuipers vergewisserte sich kurz am Bildschirm und zeigte dann auf den Punkt. Ramy Bensebaini trat an und nagelte den Ball trocken in die untere rechte Ecke - Samir Handanovic war chancenlos.
Inter ließ sich durch den unverdienten Ausgleich jedoch nicht demoralisieren und ging direkt auf das 2:1. Eriksen per Fernschuss (68.) und Martinez, der nur den Pfosten traf (82.), verpassten allerdings die erneute Führung. Sechs Minuten vor dem Ende stellte dann Florian Neuhaus den Spielverlauf der zweiten Halbzeit auf den Kopf. Der Strippenzieher im Mittelfeld spielte einen überragenden Schnittstellenpass über das halbe Feld auf Hofmann, der auf einmal frei vor Handanovic auftauchte. Der Nationalspieler blieb cool und schob das Leder flach unter Handanovic zur überraschenden Führung für den Außenseiter ins Netz (84.).
Diese sollte jedoch nur kurz Bestand haben, denn in der 90. Minute war es erneut Lukaku, der nach einer Kopfball-Verlängerung von d'Ambrosio das Spielgerät am zweiten Pfosten zum späten 2:2 mit dem Knie über die Linie drückte.
Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff. Aufgrund der durchwachsenen Leistung kann Gladbach mit dem Punkt mehr als zufrieden sein, bei einem Blick auf den Spielverlauf wäre aber vielleicht sogar mehr drin gewesen.

Die Stimmen:

Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach): "Wenn man so kurz vor dem Schlusspfiff den Führungstreffer erzielt, dann ist es natürlich ärgerlich, wenn man in der letzten Spielminute den Ausgleich kassiert, insbesondere durch eine Standardsituation. Das war vermeidbar, auch wenn wir nicht die gleiche Körpergröße haben, müssen sich alle strecken, um den Treffer am Pfosten zu verhindern. Insgesamt haben wir im gesamten Spiel nicht viel zugelassen. In der ersten Hälfte haben wir viele Bälle einfach verloren und haben es mit dem Elfmeter im zweiten Abschnitt dann besser gemacht. In ein paar Stunden können wir mit dem Punkt leben, aber aktuell fühlt es sich nicht gut an."
Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Vor dem Spiel hätte uns keiner zugetraut, dass wir in Mailand etwas mitnehmen. Ab dem Elfmeter haben wir eine gute Mannschaftsleistung gezeigt und die Enttäuschung überwiegt der Freude, dass wir nur einen Punkt mitnehmen. Es war ein turbulentes Spiel. Es war gut, dass wir positiv in diese Champions League Saison gestartet sind und gesehen haben, dass wenn wir mutig agieren, wir mit solchen Mannschaften mithalten können. In zwei Stunden freuen wir uns sicher auch über den Punkt."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Ich denke, Real Madrid weiß nun, um was es in Mönchengladbach für sie geht. Und für uns geht es dann auch darum, die letzte halbe Stunde aus dem Mailand Spiel von Anfang an auf den Platz zu bringen."

Das fiel auf: Gladbach offensiv lange mau - dafür defensiv stabil

Gladbach ließ vor allem im ersten Durchgang jegliche Präzision in der Offensive vermissen. In den wenigen aussichtsreichen Positionen verschenkte das Team von Marco Rose die Chancen auf einen Treffer wiederholt durch ungenaue und uninspirierte Hereingaben. In der Defensive dagegen stand die Viererkette um Elvedi, Ginter, Lainer und Bensebaini sehr kompakt. Der Schuss von Lukaku aus der 41.Minute war gleichbedeutend mit der einzig konkreten Torgelegenheit der Nerazzurri in Hälfte eins. Nach der Einwechselung von Lautaro Martínez gewann Inters Offensive nochmal an Qualität, dennoch reichte es aufgrund eines Elfmeters und einem Geniestreich von Neuhaus am Ende zu einem Punktgewinn.

Der Tweet zum Spiel:

Die herausragende Vorarbeit von Florian Neuhaus, vor dem 2:1 der Gladbacher, wurde auch im Netz gefeiert. Nachdem Plea den Traumpass von Neuhaus noch leicht touchiert hatte, überprüfte Kuipers die Situation noch einmal auf eine Abseits-Position, gab nach wenigen Momenten aber grünes Licht.

Die Statistik: 9

Dass Romelu Lukaku eine echte Tormaschine ist, wissen Fußballfans schon lange. Was der Belgier in den letzten Monaten bei Inter Mailand abruft, sucht aktuell aber seinesgleichen. Saisonübergreifend hat der wuchtige Stürmer nun in seinen letzten neun Europa Pokal-Spielen genetzt. Auch heute war Lukaku mit zwei Toren der Mann, der den Unterschied ausmachte. Fakt ist, aktuell kann auf internationaler Bühne wohl nur Robert Lewandowski mit Lukaku mithalten.
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